Lebensdaten
1578 bis 1638
Geburtsort
Meißen
Sterbeort
Ottensen (jetzt Ortsteil von Hamburg-Altona)
Beruf/Funktion
Orgelbauer
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 13594435X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Fritsche, Gottfried

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Zitierweise

Fritsche, Gottfried, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd13594435X.html [23.02.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Jobst ( 1585), Goldschmied, S d. Johs. (1508–86), Domsyndikus in M.;
    B Julius, Domsyndikus in M.;
    1) N.N., 2) Altona 26.9.1630 Margarete Ringemuth ( 1653), Wwe d. Pfarrers Caspar Rist;
    2 S, 1 T aus 1), u. a. Hans Christoph ( 1674), Orgelbauer, arbeitete auch in Portugal u. Dänemark, N.N. ( Frdr. Stellwagen, 1659, Orgelbauer, Erbauer d. erhaltenen Orgel in Lübeck/Jacobi);
    Stief-S Joh. Rist ( 1667), Dichter;
    E N.N. ( Hans Heinr. Cahman, 1640–99, schwed. Orgelbauer, s. Riemann).

  • Leben

    F.s Lehrmeister war vermutlich H. Lange aus Wesselburen, Orgelbauer in Kamenz. F. wirkte als Orgelbauer bis 1612 in Meißen, dann in Dresden als Hoforgelmacher; 1629 siedelte er nach Ottensen über, wo er das Geschäft der Hamburger Orgelbauerfamilie Scherer übernahm. – F. hat den Orgeltyp Langes organisch und selbständig entfaltet; da Lange Schüler von H. Schererdem Älteren war und die Scherer wiederum die Kunst der zu ihrer Zeit führenden brabantischen Orgelbauerfamilie Niehoff-Herzogenbusch weitergeführt hatten, steht F. in der Traditionslinie der letzteren. Bedeutsam war, daß er in seinem letzten Schaffensabschnitt die wichtigsten Hamburger Werke der Niehoffs und Scherers umzubauen und weiterzuentwickeln hatte. Damit schuf er die Hamburger Barockorgel, wie sie später von A. Schnitger gepflegt wurde und heute noch vorbildlich ist. Zu den Schülern F.s gehören unter anderem T. Brunner, C. Ibach, Th. Kretzschmar, J. Weigel, T. Weller und sein Schwiegersohn F. Stellwagen.

  • Werke

    W Orgeln u. a.: Meißen, Dom, 1603;
    Meißen, Frauenkirche, 1609/10 (v. H. L. Haßler geprüft);
    Dresden, Schloß, 1612/14 (f. H. Schütz);
    Sondershausen, Trinitatis, 1615/17;
    Bayreuth, Stadtkirche, 1618/19 (v. S. Scheidt eingeweiht);
    Wolfenbüttel. Marien, 1619/23;
    Braunschweig, Katharinen, 1621/23 (v. J. Praetorius eingeweiht);
    Torgau, Schloß, 1624/31 (im Auftrag v. H. Schütz);
    Braunschweig, Ulrici, mit Springladen auf niederländ. Art, 1626/27 (v. H. Scheidemann eingeweiht);
    Hamburg, Maria Magdalena, 1629/30 (v. J. Praetorius u. H. Scheidemann eingeweiht);
    Braunschweig, Martini, 1630/31 (v. M. Schildt eingeweiht);
    Husum, Stadtkirche, 1632 (später v. N. Bruhns gespielt);
    Um- u. Erweiterungsbauten d. großen Hamburger Orgeln zu Katharinen u. Petri, 1632 ff., sowie Jacobi, 1635.

  • Literatur

    M. Praetorius, Syntagma Musicum II, Wolfenbüttel 1619;
    W. Gurlitt, Zwei archival. Btrr. z. Gesch. d. Orgelbaus…, in: Braunschweig. Mgz., 1913;
    ders., Der Kursächs. Hoforgelmacher G. F., in: Festschr. f. A. Schering, 1937;
    ders., Der Schülerkreis d. G. F., in: Musik u. Kirche 10, 1938;
    E. Flade, Der Orgelbauer G. Silbermann, 1926, 21953;
    G. Fock, Hamburgs Anteil am Orgelbau…, in: Zs. d. Ver. f. Hamburg. Gesch. 38, 1939;
    P. Rubardt u. E. Jentsch, Kamenzer Orgelbuch, 1953;
    H. Pfeiffer-Dürkopp, Die Gesch. d. F.orgel in St. Katharinen zu Braunschweig, 1956;
    H. Klotz, in: MGG IV, Sp. 978-82 (auch f. S u. Schüler).

  • Autor/in

    Hans Klotz
  • Empfohlene Zitierweise

    Klotz, Hans, "Fritsche, Gottfried" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 636 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd13594435X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA