Lebensdaten
1886 bis 1954
Geburtsort
München
Sterbeort
Igls bei Innsbruck
Beruf/Funktion
Musikhistoriker
Konfession
katholische Familie
Normdaten
GND: 11649042X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Ficker, Rudolf von

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Zitierweise

Ficker, Rudolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd11649042X.html [22.09.2017].

CC0

  • Genealogie

    V Julius s. (2); B Heinr. (s. 1); Innsbruck 1914 Paula (* 1889), T d. Schmiedmeisters Gg. Schmid; kinderlos.

  • Leben

    Nach dem Besuch des Gymnasiums und parallellaufenden Musikstudien in Innsbruck bildete F. sich in München an der Akademie der Tonkunst aus. Anschließend studierte er Musikwissenschaft in Wien bei Guido Adler (Promotion 1913). Nach seiner Habilitation (Innsbruck 1920) wirkte er an den Universitäten Innsbruck (1923 außerordentlicher Professor), Wien (ab 1927) und München (ab 1931). – In dem für die Musikbetrachtung grundlegenden Aufsatz „Primäre Klangformen“ (in: Jahrbuch Peters, 1929) stellt F. der linearen ein- und mehrstimmigen Musik eine primär auf dem Zusammenklang und dem Instrumentalen beruhende Musik gegenüber. Dieser Ansatz erlaubte ihm, die Mehrstimmigkeit des Mittelalters von der karolingischen Zeit bis zur Notre-Dame-Schule als eine „primär klangliche“ zu erkennen. Ausgehend von den frühen Messen der Trienter Codices und ihrer Cantus-Firmus-Bearbeitung, beschäftigte er sich mit der Entstehung der zyklischen Messenkomposition. Von hier aus gelang es ihm auch, in Studien und Editionen die Bedeutung Englands, besonders der großen Persönlichkeit Dunstables, für die Musik der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts aufzudecken. – Die Musikhistorie verdankt F. einen entscheidenden Anstoß zur Klärung der methodisch überaus bedeutsamen Frage des Verhältnisses von Notenschrift und wirklichem Klang mit gewichtigen Folgen für Editionsprinzipien und Aufführung der Musik. Ein Niederschlag davon war sein großangelegter Versuch, die Musik des Mittelalters wieder lebendig zu machen. Seine Aufführungen, die besonders bei der Beethoven-Zentenarfeier Aufsehen erregten, waren von dem Bestreben geleitet, jene Werke als eine den heutigen Menschen überzeugende Musik zum Erklingen zu bringen.

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Bayer. Ak. d. Wiss., Vorsitzender d. Musikhist. Komm.

  • Werke

    W u. a. Die Kolorierungstechnik d. Trienter Messen, = Stud. z. Musikwiss. VII, 1920; Die frühen Messen d. Trienter Codices, = dass. XI, 1924; Formprobleme d. ma. Musik, in: Zs. f. Musikwiss. 7, 1925; Die Musik d. MA u. ihre Beziehungen z. Geistesleben, in; DVjS 3, 1925; Probleme d. modalen Notation, in: Acta musicologica 18/19, 1946 f.; Zur Schöpfungsgesch. d. Fauxbourdon, ebd. 23, 1951; Probleme d. Editionstechnik, in: Kongreß-Ber. Basel, 1949; Grundsätzliches z. ma. Aufführungspraxis, in: Kongreß-Ber. Utrecht, 1952. - Hrsg.: DTÖ 27, 1, 31, 1 u. 40 (a. d. Trienter Cod.); Perotinus Sederunt, 1930.

  • Literatur

    K. Jeppcsen, in: Acta musicologica 28, 1954, S. 65 f.; FF 28, 1954, H. 11; Th. Georgiades, in: Die MusikF 8, 1955, S. 200 (P); P. Lehmann, in: Jb. d. Bayer. Ak. d. Wiss., 1955, S. 168-72 (P); R. v. F., in: MGG IV, Sp. 155 f. (W).

  • Portraits

    in: Geist u. Gestalt, Biogr. Btrr. z. Gesch. d. Bayer. Ak. d. Wiss. … III, 1959.

  • Autor

    Thrasybulos G. Georgiades
  • Empfohlene Zitierweise

    Georgiades, Thrasybulos G., "Ficker, Rudolf" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 133-134 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd11649042X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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