Zenger, Erich
- Lebensdaten
- 1939 – 2010
- Geburtsort
- Dollnstein (Altmühltal)
- Sterbeort
- Münster
- Beruf/Funktion
- katholischer Theologe ; Bibelwissenschaftler ; Theologe ; Alttestamentler ; Priester
- Konfession
- katholisch
- Normdaten
- GND: 115684336 | OGND | VIAF: 110589440
- Namensvarianten
-
- Zenger, Erich
- Zenger, E.
- Zenger-Böswald, Erich
- Zenger-Böswald
- E li hi Jjaeng eo
- Elihi-Jjaengeo
- Jjaengeo, Elihi
- Tchaengŏ, Erihi
- 에리히 쨍어
- 쨍어 에리히
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Zenger, Erich
| katholischer Theologe, Bibelwissenschaftler, * 5.7.1939 Dollnstein (Altmühltal), † 4.4.2010 Münster, ⚰ Münster, Zentralfriedhof.
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Genealogie
V →Alfons (1909–40), Schreiner, Bahnarb. in D.;
M →Maria Graf (1906–1967);
1 B →Alfons Franz Josef (1937–2003), Gde.beamter in D.;
– ⚭ N. N.;
1 T. -
Biographie
Z. stammte aus einfachen Verhältnissen. Nach dem Besuch des Knabenkonvikts am Gymnasium Willibaldinum in Eichstätt trat er dort 1958 in das Priesterseminar ein und wurde sofort zum Studium der Philosophie (Lic. phil. 1961) und Theologie (Lic. theol. 1965) an die Gregoriana nach Rom geschickt. Hier 1964 zum Priester der Diözese Eichstätt geweiht, widmete er sich am Päpstlichen Bibelinstitut Spezialstudien in Exegese und Orientalistik und erlebte die Öffnung der kath. Bibelwissenschaft im Kontext des 2. Vatikan. Konzils. 1966 hielt sich Z. für vier Monate in Israel auf, um an einem Ivrit-Kurs für Einwanderer (Ulpan) teilzunehmen und das lebendige Judentum kennenzulernen, was seine Theologie tief prägte. 1966/67 setzte er sein Studium an der Univ. Heidelberg fort, wo er von prot. Alttestamentlern wie →Gerhard v. Rad (1901–71), →Hans Walter Wolff (1911–1992) und →Claus Westermann (1909–2000) wichtige Impulse auf seinem Weg in die Exegese des Alten Testaments bekam.
Seit 1967 war Z. als Wissenschaftlicher Assistent an der Univ. Münster und seit 1970 in Würzburg tätig, wo er 1971 mit der Arbeit „Die Sinai-Theophanie, Untersuchungen zum jahwistischen und elohistischen Geschichtswerk“ (gedr. 1971) bei dem Alttestamentler →Josef Schreiner (1922–2002) zum Dr. theol. promoviert wurde. Im selben Jahr folgte er einem Ruf auf die Professur für Alttestamentliche Wissenschaft an die Univ. Eichstätt, 1973 wechselte er nach Münster (Dekan 1975/76 u. 1980/81, Senator 1988–94, em. 2004).
Z.s erste Forschungsphase war dem Pentateuch gewidmet. Exodus, Gottesvorstellung, Bundestheologie und die in dieser Zeit vieldiskutierten Hypothesen zur Entstehung des Pentateuch standen im Mittelpunkt seines Interesses. Als zweiter Schwerpunkt kam bald die Psalmenforschung hinzu und beschäftigte Z. lebenslang. Neben zahlreichen Aufsätzen und mehreren Monographien zur Psalmenauslegung publizierte Z. 1993–2008 mit seinem Schüler →Frank-Lothar Hossfeld (1942–2015) fünf Kommentarbände zu Psalmen.
Um den Eigenwert des ersten Teils der Bibel zu betonen, der Juden und Christen in einzigartiger Weise miteinander verbindet, bezeichnete Z. das Alte Testament auch als „Erstes Testament“ (Das Erste Testament, Die jüd. Bibel u. d. Christen, 1991, ⁴1994, ital. 1997, tschech. 1999). Z., der keine einheitliche Schule formte, entwarf innovative Projekte, an denen auch viele seiner Schüler mitarbeiteten, so etwa das Studienbuch „Einleitung in das Alte Testament“ (1995, ⁹2016 hg. v. Ch. Frevel, portugies. 2003, ital. 2005), das zu einem Standardwerk nicht nur für Studierende der Kath. Theologie avancierte. Z.s größtes und bedeutendstes Projekt war die Konzeption und Edition von „Herders Theologischer Kommentar zum Alten Testament“, ein auf 54 Bände angelegtes Werk, an dem kath., prot. und jüd. Fachleute mitarbeiten (seit 1999, bislang 45 Bde. erschienen).
Als Mitglied des Gesprächskreises „Juden und Christen“ beim Zentralkomitee der Dt. Katholiken (seit 1976) sowie in entsprechenden Kommissionen der Dt. Bischofskonferenz (seit 1994) engagierte sich Z. für die Begegnung von Christentum und Judentum. Der Untersuchung dieses Engagements widmete sich 2015–19 das durch die DFG geförderte Projekt „Eine biblische Theologie der jüdischchristlichen Konvivenz, Der Beitrag Erich Zengers zu einer Neubestimmung interreligiöser Relationen im Kontext der Erinnerung der Schoa“ an der FU Berlin. Zu Z.s Schülern zählen neben Hossfeld u. a. →Ulrich Berges (Bonn), →Ilse Müllner (Kassel), →Ludger Schwienhorst-Schönberger (Wien), →Ruth Scoralick (Tübingen) und →Georg Steins (Osnabrück).
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Auszeichnungen
|Herbert Haag-Preis „Für Freiheit in d. Kirche“ (2001);
Buber-Rosenzweig-Medaille (2009);
Theol. Preis d. Salzburger Hochschulwochen (2009). -
Quellen
Bibliogr. in: Hossfeld u. Schwienhorst-Schönberger, 2004, s. L, S. 674–93 (1968–2004); Müllner u. a. 2012 (s. L), S. 255–61.
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Literatur
|F.-L. Hossfeld (Hg.), Vom Sinai z. Horeb, Stationen alttestamentl. Glaubensgesch., FS E. Z., 1989;
ders. u. L. Schwienhorst-Schönberger (Hg.), „Das Manna fällt auch heute noch“, Btrr. z. Gesch. u. Theol. d. Alten, Ersten Testaments, FS E. Z., 2004;
R. Scoralick (Hg.), Das Drama d. Barmherzigkeit Gottes, Stud. z. bibl. Gottesrede u. ihrer Wirkungsgesch. im Judentum u. Christentum, FS E. Z., 2000;
G. Steins, Ein theol. Alttestamentler, E. Z. war leidenschaftl. Bibelleser u. Vermittler, in: Herder Korr. 64, 2010, S. 307–12;
I. Müllner u. a. (Hg.), Gottesname(n), Zum Gedenken an E. Z., 2012;
R. Kampling u. I. Müllner (Hg.), Gottesrede, Ges. Aufss. v. E. Z. z. jüd.-christl. Dialog, 2018;
– weitere Btrr. in: E. Z., Mit Gott ums Leben kämpfen, Das Erste Testament als Lern- u. Lebensbuch, hg. v.|P. Deselaers u. Ch. Dohmen, 2020 (P);
Ch. Dohmen, Vom Buch d. Psalmen z. AT-Kommentarwerk, Die Bedeutung v. E. Z.s Psalmenauslegung f. „Herders Theol. Kommentar z. AT“, in: Ch. Frevel (Hg.), „Mit meinem Gott überspringe ich e. Mauer“, Interrel. Horizonte in d. Psalmen u. Psalmenstud., 2020, S. 31–46. -
Porträts
|Zeichnung v. I. Baumgarth-Dohmen, 2019, Abb. in: E. Z., Mit Gott ums Leben kämpfen (s. L).
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Autor/in
Christoph Dohmen -
Zitierweise
, "Zenger, Erich" in: Neue Deutsche Biographie 28 (2024), S. 651-652 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd115684336.html#ndbcontent