Zürn, Michael

Lebensdaten
1654 – 1698
Sterbeort
Passau
Beruf/Funktion
Bildhauer
Konfession
katholisch
Namensvarianten

  • Zürn, Michael der Jüngere
  • Zürn, Michael
  • Zürn, Michael der Jüngere

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Zitierweise

Zürn, Michael, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/sfz143068.html [04.02.2026].

CC0

  • Zürn, Michael der Jüngere

    | Bildhauer, ~ 18.2.1654 Wasserburg/Inn, 10.10.1698 Passau. (katholisch)

  • Genealogie

    V David d. Ä (wohl 1598–1666), v. 1625 Bürger u. Meister in Überlingen, ab 1628 in W., S d. Hans d. Ä. (s. 1);
    M Barbara Gebhardt (Urbarth?) ( n. 1681);
    Ov Jörg (s. 2), Martin (s. 3), Michael d. Ä. (s. 4).

  • Biographie

    Z. ist 1672–81 in Olmütz nachweisbar, zunächst als Geselle bei seinem Bruder Franz.

    Seit 1681 war er Bürger in Gmunden (Salzkammergut), 1692 in Rosenheim, 1696 in Passau. Er löste sich aus der in der Familie gewohnten Bindung an das Handwerkliche und fand Anschluß an den internationalen Barock, vermutlich bei einem Aufenthalt in Italien, am ehesten in Venedig (1681/82?).

    Pathos durch Bewegungsmotive und zunehmend gebauschte, fließende und gekräuselte, statt in gratige Falten gelegte Gewänder kennzeichnen seine Arbeiten nach den ersten, etwas groben, doch bereits ital.-barock geprägten Arbeiten in und um Olmütz (1675/81: Mariensäule in Velehrad u. mit David d. J. Figuren an Kanzeln für Kloster Hradisch, jetzt in Konitz, u. d. Wallfahrtskirche Heiligenberg b. Olmütz, dort ferner überlebensgroße Evangelisten). Nach einem Streit mit Franz und den eingesessenen Bildhauern ging er 1681 nach Gmunden. Für die Stiftskirche Kremsmünster schnitzte er ein Elfenbeinkreuz und erhielt den Großauftrag für seine wichtigsten Werke, die acht Paare lebensgroßer Engelfiguren aus Marmor, die jeweils das Bild eines Seitenaltars präsentieren und anfangs in erregter, dann kühl-eleganter Weise Ideen des röm. Barock (Bernini, Algardi; vermittelt wohl durch Juste [Giusto] Le Court [1627–1679] in Venedig u. seine Schule) zum Vorbild nehmen, ferner für die Salvatorfigur und ein Wappen an der Kirchenfassade (1682/87). Gleichzeitig und später fertigte er Altarfiguren von ähnlicher, doch auch geringerer Qualität (u. a. für die Wallfahrtskirche auf dem Frauenberg, Stift Mattsee, Altmünster, Gmunden), ferner Kleinplastiken. In Rosenheim und Passau, wo er im Dienst des Klosters St. Nikola war, entstanden offenbar keine größeren Arbeiten mehr.

  • Werke

    |Verz. d. Arbb. d. beiden ersten Generationen u. d. Werks v. David Johann in: C. Zoege v. Manteuffel, Die Bildhauerfam. Z. 1606–1666, 2 Bde., 1969;
    A. Sekanina, David Z. nejmladší (1665 – po 1724), 2013.

  • Literatur

    |E. Ch. Wieluner, Jörg Z., d. Meister d. Hochaltars im Überlinger Münster, [1926];
    R. Guby, Die Bildhauer Martin u. Michael Z., 1927;
    H. Möhle, Jörg Z. u. seine Werkstatt in Überlingen, in: Jb. d. Preuß. Kunstslgg. 51, 1930, S. 61–93;
    ders., Die Bildhauerfam. Z., T. II, ebd. 53, 1932, S. 19–37;
    ders., Die Bildhauerfam. Z., in: Die christl. Kunst 28, 1931/32, S. 300–13;
    W. Boeck, Zur Tätigkeit d. Fam. Z. in Oberschwaben, in: Zs. d. dt. Ver. f. Kunstwiss. 10, 1943, S. 81–98;
    V. Jůza, Moravskè dílo Michala Zürna, in: Umění 8, 1960, S. 246–59;
    C. Zoege v. Manteuffel, Die hl. Katharina v. David Z. im GNM, in: Anz. d. GNM, 1963, S. 144–53;
    ders., Die Bildhauerfam. Z. 1606–1666, 2 Bde., 1969 [W. Boeck, Rez. hierzu in: Kunstchron. 23, 1970, S. 255–59, u. H. Möhle, in: Zs. f. Kunstgesch. 33, 1970, S. 155–61];
    ders., Die gr. Rr.heiligen v. Martin Z., 1976;
    ders., Der Überlinger Altar, [1983];
    ders., Die Waldseer Bildhauer Z., Ausst.kat. Bad Waldsee 1998;
    ders., Die Z. in Überlingen 1606–1636, in: 1100 J. Kunst u. Architektur in Überlingen (850–1950), hg. v. M. Brunner u. M. Harder-Merkelbach, 2005, S. 185–200;
    G. Ludig, Stud. zu e. Monogr. über d. Barockbildhauer Michael Z. d. J., 1970;
    J. Matzke, Olmützer Bildhauer d. Barockzeit, 1973;
    H. Roth, Michael Z. u. sein Aufenthalt in Graz 1646, in: Ars Bavarica 4, 1975, S. 59–63;
    J. Dorner, Martin u. Michael Z. in Burghausen, ebd. 25/26, 1982, S. 37–40;
    Die Bildhauerfam. Z. 1582–1724, Schwaben, Bayern, Mähren, Österr., Ausst.kat. Braunau/Inn 1979;
    R. Laun, Stud. z. Altarbaukunst in Süddtld. 1560–1650, 1982, S. 132–39;
    Ch. Theuerkauff, Michael Z. d. J. u. Italien, Zu e. Kleinrelief aus d. Berliner Kunstkammer, in: FS f. Peter Bloch, hg. H. Krohm u. a., 1990, S. 193–203;
    F. Steffan, Wasserburger Bildhauer d. Barock, 2012, S. 9–74;
    N. Jocher u. Th. I. Hermann, Göttl. Weisheit, Erforsch. u. Restaurierung e. Skulptur d. Brüder Z., Ausst.kat. Mus. Wasserburg 2014;
    R. Preimesberger, „… durch Selzame erfindung eines Maylendischen Künstlers“, Zur Erneuerung d. Stiftskirche v. Kremsmünster in d. J. 1679 bis 1716, in: Barocke Kunst u. Kultur im Donauraum, hg. v. K. Möseneder u. a., Bd. 1, 2014, S. 43–63;
    M. Pavlicek, Sculptors and Sculpture in the Milieu of Bishop Karl v. Liechtenstein-Castelcorno, in: Karl v. Liechtenstein-Castelcorno (1624–1695), hg. v. O. Jacobec, 2019, S. 305–14;
    ThB;
    Dict. of Art;
    AKL.

  • Autor/in

    Christoph Bellot
  • Zitierweise

    Bellot, Christoph, "Zürn, Michael der Jüngere" in: Neue Deutsche Biographie 28 (2024), S. 775 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/sfz143068.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA