Zürn, Michael

Lebensdaten
vor 1598 – nach 1651
Sterbeort
Appenzell
Beruf/Funktion
Bildhauer
Konfession
katholisch
Namensvarianten

  • Zürn, Michael der Ältere
  • Zürn, Michael
  • Zürn, Michael der Ältere
  • Zürn, Michael der Älthere

Vernetzte Angebote

Verknüpfungen

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Zürn, Michael, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/sfz143066.html [15.03.2026].

CC0

  • Zürn, Michael der Ältere

    | Bildhauer, * vor 1598, nach 1651 wohl Appenzell. (katholisch)

  • Genealogie

    B Martin (s. 3).

  • Biographie

    Martin und Michael arbeiteten bis mindestens 1631 in Waldsee, 1635 in Seeon, 1636–39 in Wasserburg/Inn und ab 1639 in Burghausen und Braunau als ledige Bildhauergesellen zusammen, doch ist die Unterscheidung ihrer jeweiligen Anteile möglich.

    Martin, seit 1643 Bürger und Meister in Braunau, pflegte einen stark plastischen Stil, seine Figuren sind von einer gewissen starren Härte und Strenge in den Gesichtern. Michael, der 1646 in Graz und um 1650 in Appenzell bezeugt ist, bediente sich weicherer Formen mit differenziert modellierten Oberflächen.

    Beide Brüder fertigten 1635–37 für Kloster Seeon u. a. zwei Altäre, außerdem für die Wasserburger Pfarrkirche als ihre bedeutendsten gemeinsamen Werke 1636/39 Statuen für den (erst 1655/58 von anderen fertiggestellten) Hochaltar, von denen nur mehr zwei monumentale des Martin bekannt sind, außerdem die erhaltene, höchst aufwendige Kanzel, den verlorenen Sebastianaltar und vielleicht auch mehrere andere Retabel. Desweiteren stellten sie einen Altar in Taubenbach (1640/43) und das Ensemble von drei kleinen Altären in der Dorfkirche in St. Georgen a. d. Mattig (1645 u. 1649) her, mit teils etwas derb übersteigerten Darstellungen. An einem Retabel arbeitete Martin um 1631 mit dem Bruder David d. Ä. zusammen: dem sehr aufwendigen, später veränderten Marienaltar der Rosenkranzbruderschaft im Überlinger Münster.

    Von Martin allein stammen offenbar die erhaltenen Figuren des 1906 abgebrochenen Hochaltars von St. Stephan in Braunau (um 1642), die mit den beiden Wasserburger Heiligen und einem Kruzifix in Eggelsberg (um 1645) zu seinen bedeutendsten Werken zählen. Ansonsten werden ihm aufgrund des prononciert plastischen Stils etliche Figuren|und Reliefs von Altären in Oberschwaben (Pfullendorf, 1615; Owingen, 1627/30) und im Innviertel (Burgkirchen, um 1645/50; Ried im Innkreis, 1656/58; Braunau, zwei Nebenaltäre 1663/64), einige steinerne Epitaphien sowie Einzelfiguren und zwei herausragende kleinformatige Kreuzigungsgruppen (um 1631/34) zugeschrieben.

    Michaels einziges bei ihm allein in Auftrag gegebenes Werk, der Hochaltar für das Frauenkloster St. Maria der Engel in Appenzell von 1650/51, ist nicht erhalten; so fehlt ein sicherer Beleg für seinen individuellen Stil.

    Ausgehend von den Skulpturen an den gemeinschaftlichen Werken in Überlingen und Wasserburg (Figuren am Kanzelkorb), weist man ihm rund 20 Skulpturen zu, deren überzeugendste um 1635/40 sich durch sensible Darstellung von Gesichtern und feingefältelten Gewändern auszeichnen und gegenüber Martins Stil in der Betonung plastischer Werte zurückhaltender sind.

  • Autor/in

    , Christoph Bellot
  • Zitierweise

    Bellot, Christoph, "Zürn, Michael der Ältere" in: Neue Deutsche Biographie 28 (2024), S. 774 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/sfz143066.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA