Zacher, Gerd
- Lebensdaten
- 1929 – 2014
- Geburtsort
- Meppen (Emsland)
- Sterbeort
- Essen
- Beruf/Funktion
- Organist ; Komponist
- Konfession
- lutherisch
- Namensvarianten
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- Zacher, Gerd
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- Allende-Blin, Juan
- Bach, Johann Sebastian
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- Feldman, Morton
- Heintze, Hans
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- Izquierdo, Juan Pablo
- Jahnn, Hans Henny
- Kagel, Mauricio
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- Messiaen, Olivier
- Reger, Max
- Rump, Anton
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Zacher, Gerd
| Organist, Komponist, * 6.7.1929 Meppen (Emsland), † 9.6.2014 Essen, ⚰ Essen, Friedhof Essen-Bredeney. (evangelisch-lutherisch.)
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Genealogie
Aus oberschles. →Akademiker- u. Lehrerfam.;
V →Richard (1901–82, kath.), aus Oppeln (Opole, Oberschlesien), Oberbaurat, S d. →Rudolf (1868–1946), Postdir., u. d. →Hedwig Hohnbaum (1872–1946);
M →Gerta (1903–85), aus Linnich/Rur, Lehrerin, T d. →Gerhard Wallraff (1877–1975), Lehrer u. Organist, u. d. →Hulda Stange (1872–1946), Lehrerin;
– ⚯ →Juan Allende-Blin (* 1928), aus Santiago de Chile, Komp., 1951 in Detmold, 1954–57 Prof. f. musikal. Analyse an d. Univ. Santiago de Chile, seit 1957 in Hamburg, 1962–72 Mitarb. d. NDR Hamburg, seit 1972 freischaffender Komp. in Essen, 1983 Karl-Sczuka-Preis, 1999 BVK am Bande, 2009 Verdienstorden d. Landes NRW, 2018 Premio Nacional de Artes Musicales de Chile (s. W, L). -
Biographie
Die berufliche Laufbahn des →Vaters führte Z.s Familie 1935 zunächst nach Oppeln und nach dem dt. Überfall auf Polen 1940 nach Kattowitz (Katowice, Oberschlesien). Früh gefördert durch seinen als Lehrer und Organisten tätigen Großvater mütterlicherseits, erhielt der musikalisch hochbegabte Z. dort Privatstunden durch den Reger-Schüler und Direktor des städtischen Konservatoriums →Fritz Lubrich (1888–1971). Nach dem Umzug der Familie in das westfäl. Lippstadt 1941 folgte privater Unterricht in Musiktheorie und Klavier bei dem Wadersloher Kirchenmusiker →Anton Rump (1886–1954), der auch Z.s Interesse an der älteren Musik weckte, und ab 1945 Orgelunterricht bei dem Städt. Musikdirektor von Lippstadt, →Franz Dietzsch (1904–1973). Ab 1948 studierte Z. an der neugegründeten Nordwestdt. Musikakademie Detmold Komposition bei →Günter Bialas (1907–1995), Dirigieren bei →Kurt Thomas (1904–1973) sowie|Orgel bei den →Karl Straube-Schülern →Hans Heintze (1911–2003) und →Michael Schneider (1909–1994). Auf Veranlassung seiner Eltern wurde Z. 1949 zur „Therapie“ seiner Homosexualität für mehrere Monate in die Psychiatrie der v. Bodelschwinghschen Anstalten (Bethel b. Bielefeld) eingewiesen, die durch ihre vormalige Mitwirkung an den nationalsozialistischen Euthanasie-Verbrechen schwer belastet war. Dieser Schritt führte zu einem dauerhaften familiären Bruch; nachdem Z. 1952 in der Kompositionsklasse von Bialas den mit einem Stipendium in Deutschland studierenden chilen. Komponisten →Juan Allende-Blin kennengelernt hatte, übersiedelten beide im selben Jahr nach Hamburg. Hier setzte Z. seine Klavierstudien wiederum privat bei dem →Ferruccio Busoni-Schüler →Theodor Kaufmann (1892–1972) fort und erhielt 1954 als externer Student der Hamburger Hochschule für Musik in den Fächern Theorie und Klavier sein Diplom als staatlich geprüfter Privatmusiklehrer; in dieser Zeit schloß er Freundschaft mit dem Schriftsteller und Orgelbauer →Hans Henny Jahnn (1894–1959). 1954 ging Z. als Organist an die Dt. ev. Kirche in Santiago de Chile, wo er mit spektakulären Aufführungen barocker und zeitgenössischer Musik (u. a. von →Heinrich Schütz u. →Olivier Messiaen) Aufsehen erregte. Drei Jahre später kehrte er in die Bundesrepublik zurück, legte das A-Examen für Kirchenmusiker an der Schleswig-Holstein. Musikakademie Lübeck ab und wirkte bis 1970 als Organist der Luther-Kirche in Hamburg-Wellingsbüttel. Auch dank der neuerrichteten Schuke-Orgel konnte er ab 1962 seine immer stärker Beachtung findende Vortragstätigkeit mit zeitgenössischer Musik intensivieren, nun auch unter Einbeziehung von Literatur und Bildender Kunst. Seit 1967 Dozent für Orgelspiel in Lübeck, erhielt Z. 1969 den Ruf auf eine Professur an der Folkwang-Hochschule Essen und übernahm die Leitung der Abteilung für ev. Kirchenmusik; parallel dazu wirkte er als Organist an der ev. Immanuel-Kirche in Wuppertal-Oberbarmen. Nach seiner Emeritierung 1994 blieb Z. bis kurz vor seinem Tod in öffentlichen und privaten Konzerten aktiv; sein bevorzugtes Instrument war die Schuke-Orgel der ev. Kirche in Essen-Rellinghausen.
Unter den bedeutenden Organisten seiner Zeit nahm Z. durch die kontinuierliche Aufführung zeitgenössischer Orgelwerke eine Sonderstellung ein. Mit Komponisten, die er u. a. auf den von ihm besuchten Darmstädter Ferienkursen kennengelernt hatte, entwickelte er spieltechnische Innovationen; repräsentativ dafür sind (ihm gewidmete) Schlüsselwerke der post-seriellen Orgelmusik der 1960er Jahre wie →Mauricio Kagels (1931–2008) „Phantasie für Orgel mit obbligati“, →György Ligetis (1923–2006) Etüde Nr. 1 „Harmonies“, →Dieter Schnebels (1930–2018) „Choralvorspiele I/II“ und →Isang Yuns (1917–1995) „Tuyaux Sonores“. Darüber hinaus adaptierte Z. zentrale Werke des 20. Jh. für die Orgel (und ggf. weitere Klangerzeuger einschließlich der menschlichen Stimme), die ursprünglich für andere oder unbestimmte Besetzungen geschrieben waren, wie →Igor Strawinskys (1882–1971) „Symphonies d’instruments à vent“, →Morton Feldmans (1926–1987) Klavierstück „Intersection 3“ oder die „Variations I und III“ von →John Cage (1912–1992), mit dem er auch einen engen persönlichen Kontakt pflegte. Sein außergewöhnliches Engagement, das auf einer enzyklopädischen Kenntnis und Beherrschung der Orgelliteratur (darunter des gesamten Orgelwerks von →J. S. Bach und →Max Reger) basierte, verband Z. unter dem Einfluß der Musikphilosophie →Theodor W. Adornos (1903–69) früh mit einer dialektisch und geschichtsphilosophisch avancierten Ästhetik, ohne indessen seine prot. Bindung aufzugeben. Als Konsequenz dieser Positionierung erkannte Schnebel eine radikale Umdeutung des zentralen Begriffs der „Werktreue“ durch Z., dessen „Interpretationen älterer Musik die Erfahrungen avantgardistischer Musik [verwenden], [ … ] so daß ihr latent utopisches Potential sich erschließt.“ Schnebel wies auch darauf hin, daß Z. die Orgelregister als Mittel der Farbkomposition und für eine non-lineare, gleichsam gequantelte Zeitgestaltung einsetzte. So wie Z. alte Musik aus dem Geist der Avantgarde aktualisierte, war es ihm umgekehrt wichtig, das ästhetische Neue als Resultat eines fortwährenden Dialogs mit der Tradition zu verstehen und es damit im Sinn →Ernst Blochs (1885–1977) als ein „Noch nicht“ hörbar zu machen. Daraus resultierte eine ästhetische Vorurteilsfreiheit, die sich in seinem Engagement für damalige Außenseiter der Musikgeschichte wie →Erik Satie (1866–1925) oder →Charles Ives (1874–1954) niederschlug. Den Werken seines Lebenspartners Allende-Blin, mit dem er auch eine Reihe anderer Konzertprojekte (u. a. zur Musik von Cage, Ligeti und Satie auf Festivals wie den Berliner Festwochen oder dem „Steirischen Herbst“ in Graz) realisierte, galt ebenfalls sein langjähriger Einsatz.
Auch wenn Z. sich selbst als „Komponisten-Verwalter“ bezeichnete, zeigen seine ca. 30, zwischen 1951 und 2013 entstandenen instrumentalen, vokalen, aber auch technische|Geräte und Alltagsgegenstände einsetzenden Kompositionen einen höchst individuellen Umgang mit modernistischen (dodekaphonen, seriellen oder mikrotonalen) Techniken und performativen Konzepten der Post-Avantgarde. Am bekanntesten wurden allerdings zwei Werke Z.s, die zwischen Interpretation, Komposition und Transkription angesiedelt sind und mit Schnebels Ansatz der „Re-Visionen“ (d. h. der Re-Kompositionen kanonischer Werke der Musikgeschichte) verwandt sind. Sie beziehen sich auf Spätwerke J. S. Bachs, so die „Kunst einer Fuge“ von 1969 für Orgel und „Johann Sebastian Bach, Ein musicalisches Opfer (BWV 1079)“ für Traversflöte, zwei Violinen, Violoncello und Cembalo von 1999. Das ältere, Adorno gewidmete Werk bietet zehn (Re-)Interpretationen des „Contrapunctus I“ als Synthese von musikgeschichtlicher Reflexion, herausfordernder Spieltechnik und gezielter Neudefinition der klanglichen Möglichkeiten des Instruments.
Neun Sätze imaginieren als Hommage an je einen anderen Komponisten (chronologisch aufsteigend von Bach bis hin zu Allende-Blin) deren musikalische und gedankliche Welt, ohne eine einzige Note des Originals zu verändern. Die letzte, Schnebel zugeeignete Variation besteht nur aus einer textlichen Anweisung, wie die vom japan. Nō-Theater inspirierten Dirigiergesten auszuführen sind.
Das jüngere, dem chilen. Dirigenten →Juan Pablo Izquierdo (* 1935) gewidmete Werk ist eine umfassende, in gleicher Weise durch Aufführung und Kommentare realisierte Analyse und Deutung des Originals; als explizite Kritik einer aus Z.s Sicht fehlgeleiteten Rezeption handelt es sich damit auch um eine Spielart von Meta-Musik. Z.s strukturelles Interesse galt hier neben Spekulationen über zahlensymbolische Zusammenhänge insbesondere der Diskrepanz zwischen Bachs verkürzt-chiffrierter Notation der Kanons und den vielfältigen Möglichkeiten ihrer Realisation. Unabschließbarkeit und Fragmentierung werden damit zum konzeptionellen und ästhetischen Kern seiner Version des Werks; Bachs Musik wird von Z. „ins Offene weitergedacht“ (→Yuval Shaked), um sie vor geschichtlicher Versteinerung oder Musealisierung zu retten.
Neben seiner rastlosen Tätigkeit als Interpret, Komponist und Lehrer war Z. ein produktiver Autor, der ab 1965 ca. 75 Schriften sowie ein Radio-Feature publizierte; hinzu kommen noch ca. 60 unveröffentlichte Manuskripte im Nachlaß. In diesem weiten Spektrum organologischer, aufführungspraktischer, philologischer, analytischer, musiko-theologischer und ästhetischer Themenstellungen spiegelt sich Z.s Ziel einer steten Erweiterung der „Horizonte des Hörens“ und des umfassendenVerstehens von Musik wider.
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Auszeichnungen
|„Graf Bernhard“ -Bronzeplastik d. Stadt Lippstadt (1998);
Preis d. dt. Schallplattenkritik (2001);
Preis d. franz. Schallplattenkritik „Diapason d’or“ (2005). -
Werke
Weitere W u. a. Komp.: Glossar f. Flöte u. Klavier Nr. 2, 1952;
Fünf Transformationen f. Klavier Nr. 3, 1954;
Das Gebet Jonas’im Bauche d. Walfisches f. Sopran u. Orgel, 1964;
700 000 Tage später (e. Lukaspassion) f. gemischten Chor, 1968;
„Die Kunst e. Fuge“ d. i. Bachs Contrapunctus I in 10 Interpretationen f. Orgel, 1968/69;
„Euch ist heute“ (e. Weihnachtspassion) f. gemischten Chor, Glocken, Kieselsteine, Transistorradios, 1973;
Die Barmer Erklärung, Kantate f. Sprecher, Solisten, Chor, Instrumente in variabler Besetzung, Gong, dumpfe Trommel, Militärtrommel mit Schnarrsaite, Glöckchen, schwere Eisenkette u. Zinkbadewanne, 1984;
75 event(ualitie)s f. Orgel u. Tonband [z. 75. Geb.tag v. John Cage], 1986;
Trapez (in memoriam Hans Henny Jahnn) f. Orgel, 1993;
L’heure qu’il est f. zwei Klaviere im Vierteltonabstand, 1994;
– Schrr.: Werkzeug Orgel, in: Der Kirchenmusiker 19, 1968, H. 5, 1–4;
Zur Orgelmusik seit 1960, in: H. H. Eggebrecht (Hg.), Orgel u. Orgelmusik heute, 1968, S. 86–95;
Frescobaldi u. d. instrumentale Redekunst, in: Musik u. Kirche 45, 1975, H. 2, S. 54–64;
„Das Rätsel d. Schlußtakte aus Bachs „Clavier-Übung III. Theil“ als Bsp. f. e. hermeneut. Zirkel“, in: G. Speer, G. u. H.-J. Winterhoff (Hg.), Meilensteine e. Komp.lebens, Kl. FS z. 70. Geb.tag v. Günter Bialas, 1977, S. 107–11;
Beobachtungen an Erik Saties „Messe des pauvres“, in: Erik Satie, 1980, S. 48–63;
Materialslg., Zu Dieter Schnebels Choralvorspielen, in: Dieter Schnebel, hg. v. H.-K. Metzger u. R. Riehn, 1980, S. 12–22;
Livre d’Orgue – e. Zumutung, in: Olivier Messiaen, hg. v. dens., 1982, S. 92–107;
Zu Anton Weberns Bachverständnis, in: Anton Webern I, hg. v. dens., 1983, S. 290–305;
Meine Erfahrungen mit d. „Improvisation ajoutée“, in: W. Klüppelholz, Kagel. …/1991, 1991, S. 136–54;
Bach gegen seine Interpreten verteidigt, G. Z., Aufss. 1987–1992, 1993;
Max Reger, Zum Orgelwerk, 2002;
Die atmende Orgel, Über „Sons brisés“ v. Juan Allende-Blin, in: S. Fricke u. W. Klüppelholz (Hg.), Juan Allende-Blin, Ein Leben aus Erinnerung u. Utopie, 2002, S. 242–68;
Die Orgel ist e. „Blasinstrument“, Ein Gespräch mit d. Pionier neuer Orgelmusik G. Z. [Interviewpartner: R. Nonnenmann], in: Neue Zs. f. Musik 170, 2009, S. 24–27;
Johann Sebastian Bachs „Musikalisches Opfer“, in: Beih. z. CD Johann Sebastian Bach: Ein musical. Opfer in d. Realisation v. G. Z., Gideon Boss Musikproduktion 2009;
– Nachlaß: Musikarchiv d. Berliner Ak. d. Künste. -
Literatur
|R. Hauser, Zugänge, G. Z.s Festival „Die Kunst e. Fuge“, in: Johann Sebastian Bach, Das spekulative Spätwerk, hg. v. H.-K. Metzger u. R. Riehn, 1981, S. 114–32;
J. Allende-Blin (Hg.), Hommages d. Freunde z. 60. Geb.tag v. G. Z., 1989;
ders., G. Z., Einige Erinnerungen, in: S. Fricke u. W. Klüppelholz (Hg.), Juan Allende-Blin, Ein Leben aus Erinnerung u. Utopie, 2002, S. 26–31;
M. Geuting,|Horizonte d. Hörens, G. Z., 2006 (P);
G. Z., Komp., Interpret, Musikschriftst., Werkverz. anläßl. seines 80. Geb.tags, Mit e. Einf. v. Juan Allende-Blin u. e. Gespräch v. M. Geuting u. G. Z., 2009, aktualisierte, korr. u. erw. Neuaufl. u. d. T. G. Z., Interpret u. Komp., Verz. d. Werke, Interpretationen, Texte, Zus.stellung u. Red.: V. Funtenberger, Mit Btrr. v. Juan Allende-Blin, M. Geuting, Ch. Esch u. e. Brief v. S. Fischer-Happel, 2020 (mit Verz. d. Rundfunk- u. Tonträger-Aufnahmen, S. 81–110);
Grove Online;
Komp. d. Gegenwart;
MGG²;
– Interview: G. Z. im Gespräch mit M. Wiesemann (21.7.2011), in: Juan Allende-Blin u. „das Ensemble“, Cybele Records (3 SACD), 2016. -
Autor/in
Wolfgang Rathert -
Zitierweise
Rathert, Wolfgang, "Zacher, Gerd" in: Neue Deutsche Biographie 28 (2024), S. 577-580 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/sfz142996.html#ndbcontent