Dates of Life
gestorben 1626
Place of death
vor Linz
Occupation
Hutmacher ; Bauer ; oberösterreichischer Bauernführer ; Aufständischer
Religious Denomination
evangelisch?
Authority Data
GND: 129066524 | OGND | VIAF: 78155794
Alternate Names
  • Fätinger, Stephan
  • Feidinger, Stephan
  • Fadinger, Stephan
  • more

Objekt/Werk(nachweise)

Places

Map Icons
Marker Geburtsort Place of birth
Marker Wirkungsort Place of activity
Marker Sterbeort Place of death
Marker Begräbnisort Place of interment

Localized places could be overlay each other depending on the zoo m level. In this case the shadow of the symbol is darker and the individual place symbols will fold up by clicking upon. A click on an individual place symbol opens a popup providing a link to search for other references to this place in the database.

Citation

Fadinger, Stephan, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd129066524.html [23.05.2024].

CC0

  • Genealogy

    Aus oberösterreichischer Bauernfamilie;
    V Paul;
    N. N.; mehrere S.

  • Biographical Presentation

    F. war Besitzer des Bauernhofes Fatting am Wald bei Sankt Agatha im Hausruckviertel in Oberösterreich. Sein Hof war überschuldet. Gegen die bayerische Besatzung unter dem Statthalter Adam von Herberstein und die von ihm betriebene Gegenreformation, der sich die Bauern bis spätestens Pfingsten 1626 beugen sollten, richtete sich die Erhebung, die in geheimen Besprechungen auf F.s Hof zwischen Ostern und Pfingsten vorbereitet wurde und am 17.5. ausbrach. F. und sein Schwager Christoph Zeller, Wirt in Sankt Agatha, waren die Führer der Erhebung und wurden nach dem ersten Erfolg bei Peuerbach zu Oberhauptleuten gewählt. F. stand an der Spitze des Hausruck- und Traunviertels und besetzte mit seinem Haufen Efferding, Wels, Kremsmünster und Steyr. Bei der Belagerung von Linz wurde er am 28.6. verwundet und starb im Bauernlager. Über F.s Wesen ist wenig bekannt. Doch scheint er es verstanden zu haben, sich im Bauernlager durchzusetzen und die Haufen wirklich zu führen und von Ausschreitungen abzuhalten. Für seine Bedeutung spricht, daß mit seinem Tode der Aufstand seine Kraft verlor. Nach Niederwerfung Ende 1626 wurde sein Leichnam ausgegraben und unter einem Galgen|verscharrt, seine Familie des Landes verwiesen. Zweifellos war F. ein Mann ehrlichen Wollens, der von seiner Stellung durchdrungen war, sich aber auch dem Rat anderer beugte. Gleich den Bauern 1525 trat auch er für das alte Recht ein und glaubte, letzthin dem Kaiser Ferdinand II. mit seiner Erhebung zu dienen.

  • Literature

    ADB VI; F. Stieve, Der oberösterr. Bauernaufstand II, 1891; G. Franz, St. F., in: Die Übersicht, 1954 (P).

  • Portraits

    Zeitgen. Deckfarbenbild (Linz, Oberösterr. Landesmus.).

  • Author

    Günther Franz
  • Citation

    Franz, Günther, "Fadinger, Stephan" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 740-741 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd129066524.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Biographical Presentation

    Fadinger: Stephan F. (auch Fätinger oder Feidinger), erst Hutmacher, dann Bauernhofbesitzer und, als ein im Kriegshandwerk nicht unerfahrener Mann, auch Anführer und eigentlicher Miturheber des obderennsischen Bauernaufstandes von 1626. Er starb in Folge seiner am 29. Juni vor Linz erhaltenen Wunde schon am 5. Juli des genannten Jahres und ward zu Efferding begraben, während der Kampf mit wechselndem Glücke, aber jederzeit auf beiden Seiten tapfer und hartnäckig noch bis in den November fortgeführt und erst durch General Pappenheim, welcher mit 8000 Baiern den Kaiserlichen zu Hilfe eilte, mit den blutigen Schlachten zu Efferding, Gmunden, Vöcklabruck und Wolfseck, in denen allein über 10000 Bauern fielen, zu Ende gebracht wurde. Davon singt das von einem ungenannten Augenzeugen in 55 vierzehnzeiligen Strophen gedichtete sog. Fadingerlied: „Ein schön lustig vnnd kurtzweiliges Bawren Lied, Von dem gantzen Verlauff deß Bawrn Kriegs Steffel Fätinger damalen Vhrhebers. Hascha jhr Nachbawrn vnnd Bawren, seydt|lustig etc.“ Auf dem Titel ein Holzschnitt (5 Cent. breit und 5,7 Cent. hoch), drei Bauern mit Flegel, Karst und Grabscheit vorstellend, darüber in den oberen Ecken der Halbmond und die Sonne, in der Mitte das Wappen des Doppeladlers, dazwischen Sterne. Darunter: „Im Thon: Hascha mein Grädl wilst lauffen etc.“ Ohne Jahr und Druckort, 16 S. kl. 8. Nach dem auf der Münchener Hof- und Staatsbibliothek befindlichen Exemplar zum ersten Male vollständig (nachdem Hormayr früher als poetische Beigabe zu der nachfolgend genannten Schrift von Kurz, 1805, und im Archiv für Geschichte, Wien 1827 [Mai], einige Strophen mitgetheilt hatte) abgedruckt (von E. Jörg) in den Historisch-polit. Blättern, 1854, 33. Bd. S. 950—70.

    • Literature

      Vgl. Fr. Kurz, Versuch einer Geschichte des Bauernkrieges in Oberösterreich unter Anführung des St. F. und Achatz Willinger, Leipz. 1805, und I. Stülz, Gesch. des Cistercienserklosters Wilhering, Linz 1840. St. F. ist durch Paul Weidmann in Wien um 1781 auch dramatisch und durch Fr. Isidor Proschko, Linz 1840, novellistisch verherrlicht worden. Die neueste Schrift von Dr. Ad. Promber, St. F. der Bauernführer, Linz 1877, ist mir noch nicht zugekommen.

  • Author

    Hyac. , Holland.
  • Citation

    Holland, Hyacinth, "Fadinger, Stephan" in: Allgemeine Deutsche Biographie 6 (1877), S. 532-533 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd129066524.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA