Lebensdaten
1844 – 1933
Geburtsort
Greifenberg (Pommern)
Sterbeort
Halle/ Saale
Beruf/Funktion
Mathematiker
Konfession
evangelisch
Namensvarianten
  • Wangerin, Friedrich Heinrich Albert
  • Wangerin, Albert
  • Wangerin, Friedrich Heinrich Albert

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Zitierweise

Wangerin, Albert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/sfz138967.html [28.02.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich, Spenglermeister in G.;
    M Emilie Bathke;
    Königsberg (Pr.) 1871 Johanna (1859–1915),|T d. Ernst Dorn ( v. 1915), Apotheker in Guttstadt b. Heilsberg (Ostpreußen), zuletzt in Königsberg (Pr.), u. d. Johanne Lottermoser ( v. 1915);
    3 S Heinrich Ernst (* 1872), Dr. phil., Carl Albert (1873–1903), Dr. phil., Chemiker, Assistent am chem. Inst. in H. (s. BJ VIII, Tl.; Pogg. IV), Walther (1884–1938, Margarete, * 1883, T d. Paul Thomas, Major), Dr. phil., o. Prof. f. Botanik u. Dir. d. Botan. Inst. d. TH Danzig, 1914 Mitgl. d. Leopoldina (s. Btrr. u. Dokk. z. Gesch. d. TH Danzig 1904–1945, 1979, S. 164; Altpreuß. Biogr. IV/ 2), 2 T Ella (* 1874), Klavierlehrerin in H., Käthe (1878–1949), wiss. Zeichnerin in H.;
    E Albert (1909–85), Schiffbauing., Elektrotechniker, Prof. an d. TH Hannover (s. Lex. Elektrotechniker; Biogrr. Schiffbau; Altpreuß. Biogr. IV/ 3), Hanna (1910–90), Kunstgewerblerin u. a. in Danzig u. Hamburg, Vors. d. Agnes-Miegel-Ges. in Bad Nenndorf (s. Altpreuß. Biogr. IV/ 2).

  • Biographie

    W. besuchte seit 1853 das Realgymnasium in Greifenberg. Nach dem Abitur 1862 studierte er Mathematik und Physik an der Univ. Halle/ Saale u. a. bei dem Experimentalphysiker Hermann Knoblauch (1820–95) sowie den Mathematikern Eduard Heine (1821–81), Otto Rosenberger (1800–90) und Carl Neumann (1832–1925). Seit 1864 setzte er sein Studium an der Univ. Königsberg bei den mathematischen Physikern Friedrich Julius Richelot (1808–75) und Franz Neumann (1798–1895) fort, bei dem er 1866 mit der Schrift „De annulis Newtonianis“ zum Dr. phil. promoviert wurde. Nachdem W. im selben Jahr in Königsberg die Staatsprüfung als Lehrer abgelegt hatte, war er bis März 1867 Probekandidat an der Friedrichwerderschen Gewerbeschule zu Berlin und danach bis Sept. 1868 Hilfslehrer an der Stralauer Höheren Bürgerschule. Es schlossen sich Beschäftigungen als ordentlicher Lehrer an der Realschule 1. Ordnung in Posen bis März 1869 und als ordentlicher, dann als Oberlehrer an der Sophien-Realschule in Berlin an. Im März 1876 wechselte W. als ao. Professor für Mathematik an die Univ. Berlin, um zur Entlastung von Karl Weierstraß (1815–97) und Leopold Kronecker (1823–91) Vorlesungen für Studienanfänger zu halten. 1882 folgte W.s Berufung zum o. Professor für Mathematik an die Univ. Halle und gleichzeitige Ernennung zum Mitdirektor des Mathematischen Seminars neben Georg Ferdinand Cantor (1845–1918). 1891 zum Leiter der hallischen Universitätssternwarte befördert, wurde seine Professur um die mathematische Astronomie erweitert (em. 1919).

    Von seinen Lehrern zur mathematischen Physik und angewandten Mathematik hingeführt, wurden Potentialtheorie, die Theorie sphärischer Funktionen und Differentialgeometrie W.s zentrale Forschungsgegenstände. Zu den wichtigsten Belegen, die diese Orientierung widerspiegeln, zählen seine Arbeiten „Reduction der Potentialgleichung für gewisse Rotationskörper auf eine gewöhnliche Differentialgleichung“ (1875) und „Theorie des Potentials und der Kugelfunktionen“ (2 Bde., 1909 u. 1921). W.s außerordentliche thematische Breite spiegeln seine Vorlesungen und Übungen zu Differential- und Integralrechnung, zu Hydrostatik und Kapillaritätstheorie sowie zur mathematischen Theorie der Kartenprojektion wider. Er erstellte zu didaktischen Zwecken eine umfangreiche Sammlung mathematischer Modelle. Zu W.s 52 Doktoranden zählen u. a. August Gutzmer (1860–1924) und Wilhelm Lorey (1873–1955) sowie mit Elisabeth Paderstein (1885–n. 1927) und Martha Niemöller (1887–n. 1943) auch zwei der ersten Mathematikerinnen, die an einer dt. Universität promovieren konnten. W. prägte die Mathematik des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jh. durch seine Lehrbücher und mathematisch-historischen und enzyklopädischen Schriften sowie seine Herausgabe der Werke von Carl Friedrich Gauß, Leonhard Euler, Johann Heinrich Lambert und Joseph-Louis Lagrange in der Reihe „Ostwalds Klassiker der exakten Wissenschaften“.

  • Auszeichnungen

    |Mitgl. d. Oberbergamts in Halle/ Saale (1882) u. d. Leopoldina (1883, Präs. 1906–21, Ehrenmitgl. 1922);
    Rr. d. Roten Adlerordens 4. Kl. (1896), 3. Kl. (1916);
    ausw. Mitgl. d. Ak. gemeinnütziger Wiss. in Erfurt (1904);
    Dr. med. h. c. (Uppsala 1907);
    Geh. Reg.rat (1908);
    Kronenorden 3. Kl. (1911);
    Cothenius-Medaille (1922).

  • Werke

    Weitere W u. a. Franz Neumann u. sein Wirken als Forscher u. Lehrer, in: Jberr. d. Dt. Math.-Vereinigung 4, 1894 / 95, S. 54–68;
    Franz Neumann als Mathematiker, in: Zs. f. Physik 11, 1910, S. 1066–72;
    Über d. Potential gewisser Ovaloide, in: Nova Acta Leopoldina 6, 1915, H. 1, S. 1–80;
    Eduard Heine, in: Mitteldt. Lb. III, 1928, S. 429–36;
    Mithg.: Jb. über d. Fortschritte d. Math., 1871–1921;
    Hg.: Verhh. d. Ges. Dt. Naturforscher u. Ärzte.

  • Literatur

    | W. Lorey, Zum 70. Geb.tag d. Math. W., in: Zs. f. math. u. naturwiss. Unterr. 46, 1915, S. 53–57;
    ders., Ber. über d. Feier d. achtzigsten Wiederkehr d. Geb.tages d. Herrn Geh. Reg.rat Prof. Dr. W., in: Jber. d. Dt. Math.-Vereinigung 34, 1926, 2. Abt., S. 108–11;
    ders., in: Unterr.bll. f. Math. u. Naturwiss. 29, 1933, S. 381;
    M. Kaasch u. J. Kaasch, Von d. Ak.reform über Konsolidierung u. Kontinuität in d. Krise, d. Leopoldina unter d. Präs. Behn, Knoblauch, Frhr. v. Fritsch u. W. v. 1870 bis 1921, 2002;
    Kürschner, Gel.-Kal. 1926;
    Pogg. III-VI;
    Complete DSB;
    Lex. bed. Mathematiker;
    Qu Archive d. Univ. Halle u. d. Leopoldina.

  • Porträts

    |Photogrr. (Archiv d. Univ. Halle).

  • Autor/in

    Karin Richter
  • Zitierweise

    Richter, Karin, "Wangerin, Albert" in: Neue Deutsche Biographie 27 (2020), S. 405-406 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/sfz138967.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA