Lebensdaten
1833 bis 1898
Geburtsort
Bonn
Sterbeort
Honnef/Rhein
Beruf/Funktion
Verleger
Konfession
-
Normdaten
GND: 117325244 | OGND | VIAF: 15543319
Namensvarianten
  • Vahlen, Franz Wilhelm
  • Vahlen, Franz
  • Vahlen, Franz Wilhelm

Quellen(nachweise)

Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Aus dem Register von NDB/ADB

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Vahlen, Franz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117325244.html [15.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    1 B Johannes (s. 1);
    1864 (?) Marie, T d. Immanuel Guttentag (1817–62), Verlagsbuchhändler in Berlin (s. ADB 49), u. d. Agnes N. N.

  • Leben

    V. absolvierte 1849–53 beim Verleger Eduard Weber (1791–1868) in Bonn eine Buchhandelslehre, im Anschluß daran blieb er dort Gehilfe. Nach Auslandsaufenthalt in Prag, wo er in der Verlagsbuchhandlung von Heinrich Mercy (1826–1912) arbeitete, kam er nach Berlin und war 1860–62 bei „Mitscher & Röstell“ als erster Gehilfe tätig. Nach dem Tod des auf jur. Literatur spezialisierten Berliner Verlegers Immanuel Guttentag übernahm V. die Verlagsleitung, zunächst angestellt, 1865–69 als Mitinhaber.

    Nach seinem Ausscheiden bei Guttentag gründete V. 1870 seinen eigenen Verlag durch Übernahme von Titeln aus der „G. Grote’schen Verlagsbuchhandlung“ (Hamm u. Berlin), u. a. der von Julius Albert Gruchot (1805–79) herausgegebenen „Beiträge zur Erläuterung des Deutschen Rechts, in besonderer Beziehung auf das Preußische Recht, mit Einschluß des Handels- und Wechselrechts“. Daraus entwickelte sich die Rechtswissenschaft als Programmschwerpunkt des Verlags „Franz Vahlen“, besonders konzentriert auf das Reichsrecht, aber auch auf Rechtgeschichte. Ökonomisch gelang V. 1867 mit der Übernahme von David Müllers 1865 erstmals erschienener „Geschichte des deutschen Volkes“ aus der Mylius’schen Buchhandlung in Berlin ein buchhändlerischer Erfolg, das Buch erschien in über 20 Auflagen bis nach dem 1. Weltkrieg. V. etablierte in der Folge seine Firma als renommierten, hochspezialisierten rechtswissenschaftlichen Verlag, der neben Traditionsverlagen wie „Duncker & Humblot“ (Leipzig) oder Neugründungen wie „Otto Liebmann“ (gegr. 1890, Berlin) bestehen konnte. V. gewann namhafte Juristen als Autoren, z. B. Gustav v. Wilmowski, der zusammen mit Meyer Levy den „Kommentar zu Civilproceßordnung und Gerichtsverfassungsgesetz für das Deutsche Reich“ (2 Bde., 1877, 7 1896) sowie den „Kommentar zur Deutschen Reichskonkursordnung“ (1878, 5 1896) verfaßte. Gesetzeskommentare und jur. Lehrbücher wurden zu Verkaufsschlagern, z. B. Justus Olshausens „Kommentar zum Strafgesetzbuch für das Deutsche Reich“ (2 Bde., 1880/83, 8 1909, 12 1944) oder Hermann Daubenspecks „Referat, Votum und Urtheil, Eine Anleitung für praktische Juristen im Vorbereitungsdienst (1884, 10 1910). Auch mehrere Jahrbücher und Periodika erschienen in V.s Verlag, darunter das „Jahrbuch für endgültige Entscheidungen der Preußischen Appellationsgerichte“ (8 Bde., 1872–79), nach V.s Tod das „Jahrbuch des Deutschen Rechts“ (seit 1904) und das „Jahrbuch des Verwaltungsrechts“ (seit 1907).

    Neben seiner verlegerischen Tätigkeit war V. in der Standesorganisation des Berliner Buchhandels aktiv, 1868–70 als Mitglied des Hauptausschusses und 1885–86 als Erster Vorsteher der Korporation der Berliner Buchhändler.

    1898 wurde der seit 1883 als Mitarbeiter im Verlag tätige Friedrich Gebhardt (1858–1917) Teilhaber, nach V.s Tod alleiniger Inhaber. 1916–31 wurden Agnes Gebhardt und Heinrich Heise Inhaber, danach 1931–45 Ernst Gebhardt. 1945 wurde der Verlag zur GmbH mit den Geschäftsführenden Gesellschaftern Erika Gebhardt und Johannes Gundlach; seit 1970 gehört die Firma zu „C. H. Beck“ in München.

  • Werke

    W Verlagskat. v. F. V. in Berlin, 1870–1894, 1894.

  • Literatur

    L Verlagskat. v. F. V. in Berlin, 1870–1910, 1910;
    Rudolph Schmidt, Dt. Buchdrucker, Dt. Buchhändler, Bd. 5, 1908, S. 965 f.;
    G. Olzog u. J. Hacker, Dok. dt.sprach. Verlage, 1995, S. 411–13;
    G. Jäger, Der jur. Verlag, in: Gesch. d. dt. Buchhandels im 19. u. 20. Jh., Bd. 1: Ks.reich 1871–1918, T. 1, hg. v. G. Jäger u. a., 2001, S. 501 ff.;
    LGB2 2 ; – CD-ROM: M. Lehmstedt (Hg.), Gesch. d. dt. Buchwesens in Bildern, 2000 (P)

  • Autor/in

    Ute Schneider
  • Empfohlene Zitierweise

    Schneider, Ute, "Vahlen, Franz" in: Neue Deutsche Biographie 26 (2017), S. 689-690 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117325244.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA