Lebensdaten
1826 bis 1912
Geburtsort
Heidelberg
Sterbeort
Graz
Beruf/Funktion
Zeitungsverleger
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137090390 | OGND | VIAF: 81329248
Namensvarianten
  • Mercy, Heinrich

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Zitierweise

Mercy, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137090390.html [30.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    V N. N.;
    M Margarethe Thomas geb. Mersy, Wwe e. Försters aus Roxheim;
    Prag um 1864 Rosa, T d. Johannes Peterka, k. k. Bezirkshptm. in Budweis, u. d. Rosalie Domineco;
    K, u. a. Wilhelm (1866–1914), Dr. iur., Druckereibes., Verleger d. Prager Tagbl., Mathilde (um 1867-n. 1915, Wenzel Rudolph Rr. v. Belsky, 1856–1917, Dr. iur., Advokat u. Musikkritiker in Prag).

  • Leben

    In Heidelberg sowie seit 1846 in Prag absolvierte M. eine Buchhändlerlehre und arbeitete dann mehrere Jahre in Buchhandlungen in Karlsruhe, Innsbruck, Wien und Verona. 1852 ließ er sich in Prag nieder, wo er einen Sortimentsbuchhandel erwarb, sich bald auch als Buchdrucker betätigte und als Vertreter seines Gewerbes engagierte. Noch nicht 29 Jahre alt, wurde er im Mai 1855 2. Vorsteher, acht Jahre darauf, im Dezember 1863, 1. Vorsteher der österr.-ungar. Buchhändlervereinigung. Trotz des repressiven österr.|Pressorechts nach der Revolution von 1848 gründete M. Anfang 1854 in Prag mit dem „Mercyschen Anzeiger für Böhmen“ seine erste Tageszeitung. Als gratis verteiltes Annoncenblatt konzipiert, wurde die Zeitung schon nach wenigen Wochen von M. zu einem Lokalblatt erweitert, das sämtliche redaktionellen Sparten außer der Politik aufwies. Der „Mercysche Anzeiger“ war eines der ersten, wenn nicht gar das erste Anzeigenblatt in Böhmen, das dort in publizistischer Hinsicht vorbildlich für die sog. Generalanzeiger wurde und wirtschaftlich das beginnende Anzeigenwesen förderte. Die Wiedereinführung der Stempel- und die Erhöhung der Inseratensteuer 1858 sowie die damit verbundenen negativen Folgen für die Pressewirtschaft nötigten M. im selben Jahr, seine Zeitung zu teilen. Den stempelpflichtigen Teil gab er unter dem alten Titel als nur noch dreimal wöchentlich erscheinendes Annoncen- und Notizenblatt heraus, der nichtstempelpflichtige Teil erschien nun unter dem Titel „Prager Morgenpost“ als politisches Tagesjournal mit deutsch-liberaler Tendenz. Doch der Rettungsversuch glückte nur für wenige Jahre. 1863 mußte der „Mercysche Anzeiger“ aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt werden. Mitte desselben Jahres veräußerte M. auch die „Prager Morgenpost“, die sich nur noch bis 1864 hielt. In diesem Jahr verkaufte M. seine Buchhandlung und widmete sich von da an der Ausgestaltung und Modernisierung seiner Buchdruckerei und seines Verlages.

    Als zu Beginn der 70er Jahre in der österr. Monarchie moderne Parteien entstanden, betätigte sich M. in der Deutsch-Fortschrittlichen Partei, zu deren Mitgründern er zählte, und deren Presse er organisierte. Seit 1875 war er Mitglied des böhm. Landtages, wo er sich der Fraktion der Deutsch-Fortschrittlichen Partei anschloß. Dieser die deutschen Interessen vertretenden politischen Gruppierung stand auch die zweite von M. gegründete Zeitung, das „Prager Tagblatt“, nahe, das er, ein Jahr nachdem die Inseratensteuer wieder abgeschafft worden war, seit Ende Dezember 1875 herausgab. Das „Prager Tagblatt“ galt bald als eine gut redigierte deutschböhm. Zeitung, die M. zu einem in bürgerlichen und Geschäftskreisen in Prag und ganz Böhmen weit verbreiteten, liberalen Blatt entwickelte und das zu seinen freien Mitarbeitern und Korrespondenten eine Reihe namhafter deutscher Journalisten zählte. 1898 übertrug M. Zeitung und Verlag seinem Sohn Wilhelm und lebte seitdem in Graz und in Baden.

  • Literatur

    J. Winckler, Die period. Presse Oesterreichs, Eine hist.-Statist. Studie, 1875;
    E. V. Zenker, Gesch. d. Journalistik in Österreich, 1900;
    A. G. Przedak, Gesch. d. dt. Zs. Wesens in Böhmen, 1904;
    Neues Wiener Tagbl. Nr. 285 v. 28.8.1912, S. 10 f.;
    Nagl-Zeidler-Castle III, IV;
    ÖBL;
    Biographisches Lexikon Böhmen.

  • Autor/in

    Arnulf Kutsch
  • Empfohlene Zitierweise

    Kutsch, Arnulf, "Mercy, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 128-129 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137090390.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA