Lebensdaten
1861 bis 1937
Geburtsort
Fünfkirchen (Pécs, Ungarn)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Chrirurg ; Kunstsammler
Konfession
-
Normdaten
GND: 140210180 | OGND | VIAF: 103752008
Namensvarianten
  • Ullmann, Emerich

Biografische Lexika/Biogramme

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Zitierweise

Ullmann, Emerich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd140210180.html [14.04.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Moritz (Móricz) (1820-v. 1879), Dr. med., Gynäkol. in F., Vf. e. Diss. über „Hernia umbilicalis infantum“, Pest 1844 (s. J. Szinnyei, Magyar írók, 1891–1914);
    M Elise Pollak (1836–1920), aus Budapest;
    B Gustav (um 1864–1936); – ledig.

  • Leben

    Nach der Matura am Gymnasium in Fünfkirchen studierte U. 1878–84 Medizin an den Universitäten Budapest und Wien. 1884 wurde er an der Univ. Wien zum Dr. med. promoviert und war bis 1886 als Operationszögling an der I. Chirurg. Universitätsklinik in Wien tätig. Um sich weiterzubilden, reiste U. 1885 nach Berlin zu Robert Koch (1843–1910), nach Leipzig zu Carl Thiersch (1822–90) und nach Paris zu Jules Emile Péan, Just Marie Marcellin Lucas-Championnière und Louis Pasteur, bei dem er im Selbstversuch die bis dahin umstrittene Unschädlichkeit von dessen Tollwutserum für den Menschen bewies und in der Folge die Einführung der Schutzimpfung in Wien vorantrieb. 1886–89 arbeitete U. als Assistent der I. Chirurg. Universitätsklinik in Wien. Nach seiner Habilitation für Chirurgie 1891 war er 1892–1912 als Primarius für Chirurgie am privaten, nur 80 Betten umfassenden Wiener Hartmannsspital tätig. Danach führte U. eine Privatpraxis in Wien.

    U. gilt als innovativer Chirurg, der 1900 weltweit erstmals tierexperimentell Transplantationen von Darmsegmenten und 1902 von Nieren durchführte. Außerdem nahm er nachweislich zwischen 1900 und 1904 in seinem kleinen Krankenhaus große Operationen vor, wie Leber- und Magenteilresektionen, Nieren- und Milzentfernungen sowie offene Herzmassagen bei Versuchstieren zur Wiederbelebung.

    Als versierter Kunstsammler baute U. eine bedeutende Sammlung auf. Er besaß u. a. Gemälde Alter Meister, wie Anthonis van Dycks „Die büßende Magdalena“, Carl Spitzwegs „Der Gnom, die Eisenbahn betrachtend“, Möbel, Glas, Silber sowie 391 Miniaturporträts des 18. und 19. Jh. Diese Kunstsammlung wurde nach U.s Tod versteigert.

  • Auszeichnungen

    A ao. Prof. (1919); Mitgl. d. Ges. d. Ärzte in Wien; korr. Mitgl. d. Soc. belgique de Chirurgie in Brüssel, d. Soc. des sciences médicales in Lyon u. d. Soc. de Médicine in Antwerpen.

  • Werke

    W Btrr. z. Lehre d. Osteomyelitis acuta, 1891;
    De la transplantation des intestines, in: Zbl. f. Chirurgie 27, 1900, S. 1236;
    Demonstration mikroskop. Präparate über d. Transplantation v. versch. Abschnitten d. Verdauungstractes, in: Wiener klin. Wschr. 14, 1901, S. 599;
    Experimentelle Nierentransplantation, ebd. 15, 1902, S. 281 f.;
    Die Fortschritte d. Chirurgie in d. letzten Jahren, 1902.|

  • Literatur

    L L. Grünstein, Die Bildnisminiatur u. ihre Meister, Die Slg. Prof. Dr. E. U., 1925;
    Miniaturen-Slg. (Nachlass) Prof. Dr. E. U., Wien, Auktion in Luzern, hg. v. Th. Fischer, 1937;
    S. Kende, Slg. Prof. Dr. E. U., Wien, Nachlaß, Auktion Wien, 12.–14. Okt. 1937 (P);
    A. Frhr. v. Eiselsberg, Lebensweg e. Chirurgen, 1939;
    M. Sachs, Gesch. d. operativen Chirurgie, II, 2001, S. 240 u. III, 2002, S. 72 u. 76;
    Hist. Lex. Wien;
    Fischer;
    - Qu Wiener Stadt- u. Landesarchiv; Archiv d. Univ. Wien

  • Autor/in

    Michael Sachs
  • Empfohlene Zitierweise

    Sachs, Michael, "Ullmann, Emerich" in: Neue Deutsche Biographie 26 (2016), S. 566-567 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd140210180.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA