Lebensdaten
1898 bis 1984
Geburtsort
Köln
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Flugzeugbauer
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 1029672865 | OGND | VIAF: 295096854
Namensvarianten
  • Khalau, Karl Gustav Friedrich
  • Thalau, Karl
  • Khalau, Karl Gustav Friedrich
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Thalau, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd1029672865.html [31.10.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Gustav (1872–1918), Konzertmeister, Kapellmeister in K., S d. Friedrich Wilhelm (1837–85), aus Romau b. Königsberg (Pr.), u. d. Maria Kratz (1839–91);
    M Elisabeth (1876–1959), T d. Lorenz Ernst Keller (1835–1901), Musiker in Schwarza (Thür.), u. d. Adelheit Fischer (1839–1907);
    ⚭ Irene Rosa Erika (1910–52), T d. Peter Grassmann (* 1878), gründete 1902 d. „Metallwarenfabr. Peter Grassmann“ in Berlin-Steglitz, u. d. Adele Fahrendorf (* 1878), in Lankowitz;
    1 S Karl-Heinz (* 1934), Dipl.-Ing., 3 T Christel (* 1937), Barbara (* 1942), Ursula (* 1944).

  • Leben

    T. beendete den Schulbesuch in Köln 1916 mit einer Notreifeprüfung und wurde zum Kriegsdienst eingezogen. 1919 begann er das Bauingenieurstudium an der TH Berlin-Charlottenburg, das er 1923 mit dem Diplom abschloß. Nach kurzer Tätigkeit als Flugzeugstatiker bei der „Dornier-Metallbauten GmbH“ in Friedrichshafen war er 1924 wiss. Assistent an der „Dt. Versuchsanstalt für Luftfahrzeugbau“ (DVL) in Berlin-Adlershof. 1925 wurde er an der TH Berlin bei Wilhelm Hoff (1883–1945) promoviert (Über d. Verbundwirkung v. Rippen im freitragenden, zweiholmigen u. verspannungslosen Flugzeugflügel, auch in: Zs. f. Flugtechnik u. Motorluftschifffahrt 16, 1925, S. 415–45) und übernahm im selben Jahr die Leitung der Abteilung für Statik der DVL. Nur vier Monate später folgte die Habilitation an der TH Berlin für das Fachgebiet Flugzeugstatik und Luftfahrzeugbau. Neben zahlreichen Veröffentlichungen zwischen 1925 und 1934 in den DVL-Jahrbüchern ist v. a. T.s Buch „Aufgaben aus der Flugzeugstatik“ (1933, mit A. Teichmann) hervorzuheben. 1932 wurde T. nichtbeamteter und 1940 beamteter apl. Professor für das Fachgebiet Flugzeugstatik an der TH Berlin. Seine Tätigkeit an der TH Berlin übte er 1926–45 neben seinem Beruf aus. 1934 schied er aus der DVL aus und arbeitete als Geschäftsführer in der Metallwarenfabrik seines Schwiegervaters in Berlin. Ein Jahr später wechselte er als Betriebs- und Geschäftsführer zu den „Fieseler-Flugzeugwerken“ in Kassel. Bis 1945 war er für die gesamte Flugzeugproduktion der Firma, darunter den „Fieseler Storch“ (Verbindungsflugzeug F 156), den Torpedobomber F 167 und die „Fliegende Bombe“ V1 mitverantwortlich. Seit 1937 Mitglied der NSDAP, wurde T. 1937 zum „Wehrwirtschaftsführer“ ernannt.

    Nach 1945 war er von der amerik. Besatzungsmacht ein Jahr lang interniert. Da der Flugzeugbau nach 1945 in Deutschland aufgrund der Kontrollratsgesetze nicht möglich war, folgte T. einem Angebot der argentin. Regierung, eine Tätigkeit für das Luftfahrtministerium zu übernehmen. Die Übersiedlung über Skandinavien führte wegen Verstoßes gegen die Paßgesetze zu einer längeren Internierung in Dänemark, so daß T. erst 1948 nach Argentinien gelangte, wo er sich zunächst der Gruppe von Kurt Tank (1898– 1983) anschloß, die für das argentin. Luftfahrtministerium in Córdoba eine Luft- und Raumfahrtindustrie aufbaute. Später wurde er wiss. Berater im „Instituto Tecnico“ in Córdoba und hielt Vorlesungen an der dortigen Univ. 1955 kehrte T. nach Deutschland zurück und übernahm einen Vorstandsposten bei der „Messerschmidt AG“. 1957 wechselte er zur „Ernst Heinkel Flugzeugbau GmbH“, zunächst als Leiter der Entwicklung und dann als technischer Geschäftsführer. In dieser Position wurde er Mitglied des „Bundesverbandes der Deutschen Luftfahrtindustrie“ (BDLI) und war von 1964 bis zu seinem Ausscheiden aus dem Berufsleben 1971 dessen Präsident. Ein von ihm geleiteter Ausschuß beurteilte die projektierten senkrechtstartenden Passagierflugzeuge und wirkte als Projektbegleitung für zivile und militärische Luftfahrtforschungsvorhaben. T. prägte die Forschung und Entwicklung im Bereich der Luftund Raumfahrt in der Bundesrepublik maßgebend mit.

  • Auszeichnungen

    A Gr. BVK mit Stern (1968) u. Schulterband (1973).

  • Werke

    W Zur Berechnung freitragender Flugzeugflügel (Vierendeel-Rostträger), in: Zs. f. Flugtechnik u. Motorluftschiffahrt 16, 1925, S. 86 f.;
    Zur Berechnung v. Flugzeugtragwerken mit Verbundstielen in V- u. N-Form, ebd. 17, 1926, S. 455 ff.;
    Einige Anwendungen d. bisher durchgeführten Unterss. über d. Rippenverbundwirkungen in Flugzeugflügeln, Habil.schr. TH Berlin 1926, auch in: Zs. f. Flugtechnik u. Motorluftschiffahrt 17, 1926, S. 121 ff.;
    Belastungsversuche an Flugzeugen, in: Jb. d. DVL 1928, 1929, S. 90–106;
    Entwicklung d. Festigkeitsvorschr. f. Flugzeuge, in: Luftfahrtforsch. 10, 1932, S. 1–54 (mit H. G. Kuessner).

  • Literatur

    L Jb. d. Dt. Ak. f. Luftfahrtforsch. 1937/38, 1938, S. 134 u. 147 (W-Verz.);
    Jb. d. wiss. Ges. f. Luftfahrt 1953, S. 110 (P);
    H. Ebner, in: Zs. f. Flugwiss. 11, 1963, S. 169;
    H. Pasche, in: Jb. 1984/II d. DGLR N. Podewin (Hg.), Braunbuch, Kriegs- u. Naziverbrecher in d. Bundesrep. u. in Berlin (West), 2002; Pogg. VII a, VIII

  • Autor/in

    Klaus Knothe
  • Empfohlene Zitierweise

    Knothe, Klaus, "Thalau, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 26 (2017), S. 74-75 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd1029672865.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA