Lebensdaten
1882 – 1945
Geburtsort
Marienwerder (Westpreußen)
Sterbeort
Dortmund
Beruf/Funktion
Unternehmer ; Kaufmann
Konfession
mennonitisch
Normdaten
GND: 125539444 | OGND | VIAF: 60048971
Namensvarianten
  • Tgahrt, Erich Johann Heinrich
  • Tgahrt, Erich
  • Tgahrt, Erich Johann Heinrich

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Zitierweise

Tgahrt, Erich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd125539444.html [18.05.2022].

CC0

  • Genealogie

    Aus westfries. Fam. (Tjaert), d. sich aus konfessionellen Gründen im 16./17. Jh. in d. Weichselniederung niederließ;
    V Heinrich (1842–1908), Landwirt in Klein Schardau, S d. Siebert (* 1794) u. d. Maria Franz (* 1824) (?);
    M Emilie Kleinschmidt ( 1918);
    Frankfurt/M. 1907 Julie(-Cécile) (Juliette, Inée) (1884–1968), aus L’Auberson (Kt. Waadt), T d. Salomon-Eugène Jaccard (1849–1917), u. d. Marie Hirzel (1850–98);
    2 S u. a. Wolfgang (* 1909), Mitgl. d. Vorstands d. „Eisen u. Metall AG“ in Gelsenkirchen (?), 2 T.

  • Biographische Darstellung

    T. absolvierte die Volksschule und seit 1897 eine Lehre in dem Manufakturwarengeschäft F. v. Mogilowski in Marienwerder, 1900 legte er die „Einjährig Freiwilligenprüfung“ ab. Nach einer Tätigkeit in der Berliner Seidengroßhandlung Schmidt und Lorenzen begann er 1902, gefördert durch ein Stipendium des Handelsministeriums, ein Studium an der Handelshochschule in Köln, das er 1904 als Dipl.-Kaufmann abschloß. Danach arbeitete er zunächst als Privatsekretär bei Johann Karl Schlieper, Inhaber d. Exportfirma Karl Schlieper, Remscheid, in Düsseldorf und ging dann zur „Metallgesellschaft“ nach Frankfurt, wo er zum Leiter des Informationsbüros der „Metallurgischen Gesellschaft“, dann der neu gegründeten „Berg- und Metallbank“ aufstieg und Prokura erhielt. 1911 wechselte er für zwei Jahre als Direktionsassistent zur „Fried. Krupp AG“ nach Rheinhausen. Nachdem sich diese 1912 an dem 1808 gegründeten Eisenhandelsgeschäft Georg von Cölln in Hannover beteiligt hatte (seit 1926 als alleiniger Gesellschafter), übernahm T. dort die Leitung und reorganisierte das Unternehmen mit über 1000 Beschäftigten erfolgreich.

    Während des 1. Weltkriegs war T. 1917/18 Referent im Kriegsministerium. Seit 1920 Mitglied der Hannoveraner Handelskammer, wurde er 1922 deren Vizepräsident, 1923–26 Präsident. Die Schwerpunkte seiner Arbeit waren hier die Wiederbelebung des Außenhandels, die Energie- und Wasserwirtschaft, v. a. die Vorbereitung der späteren Gründung der Harzwasserwerke der Provinz Hannover, die engere Verzahnung der niedersächs. Hochschulen mit der wirtschaftlichen Praxis sowie die Stärkung der Kammerorganisation.

    1926 wurde T. Generaldirektor der „Neunkirchener Eisenwerke AG, vorm. Gebr. Stumm“. Nachdem ein Konsortium unter Führung des Kölner Stahlhandelsgeschäftes Otto Wolff und der Deutschen Bank die franz. Beteiligung am Unternehmen beendet hatte, legte T. ein 50 Mio. RM umfassendes Investitionsprogramm auf, um die Werke technisch zu modernisieren und wirtschaftlich zu konsolidieren. 1937 trat er die Nachfolge von Fritz Springorum als Generaldirektor der Dortmunder „Hoesch AG“ an. Er wurde im April 1938 als Mitglied der Ruhrlade zugewählt. T. war weder Wehrwirtschaftsführer noch Mitglied der NSDAP oder anderer NS-Organisationen. Als Leiter eines bedeutenden Stahlkonzerns, dem innerhalb der Rüstungs- und Kriegswirtschaft eine besondere Bedeutung zukam, trug er jedoch eine hohe Mitverantwortung, z. B. für die Beschäftigung von Zwangsarbeitern. Die Geschichte von Hoesch im 2. Weltkrieg ist derzeit noch nicht genauer aufgearbeitet.

  • Ehrungen, Auszeichnungen und Mitgliedschaften

    A Vors. d. Wirtsch.ausschusses Niedersachsen, d. Verkehrsverbandes Niedersachsen, d. Wirtsch.bundes Hannover u. d. Ver. Börse in Hannover

  • Literatur

    L G. Mollin, Montankonzerne im „Dritten Reich“, 1988;
    H. Joly, Kontinuität u. Diskontinuität d. ind. Elite n. 1945, in: D. Ziegler (Hg.), Großbürger u. Unternehmer, 2000, S. 54–72, hier S. 67;
    K.-P. Ellerbrock, Was ist eigentlich Hoesch?, in: ders., G. Framke u. A. Heese (Hg.), Stahlzeit in Dortmund, 2005, S. 31–63;
    ders. u. K. Lauschke, Jenseits d. Ökonomie d. Marktes, ebd., S. 121–31;
    ders., Zur Gesch. d. Hoesch-Werkszss., ebd., S. 169–73;
    Rhdb. (P);
    Wenzel;
    Nekr. aus d. rhein.-westfäl. Ind.gebiet 1939–1951, S. 118 f.;
    Altpreuß. Biogr. II; – Qu Westfäl. Wirtsch.archiv, Dortmund, S 8/128.

  • Autor/in

    Karl-Peter Ellerbrock
  • Zitierweise

    Ellerbrock, Karl-Peter, "Tgahrt, Erich" in: Neue Deutsche Biographie 26 (2016), S. 67 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd125539444.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA