Lebensdaten
erwähnt 13.-15. Jahrhundert
Beruf/Funktion
Herzöge von Sachsen-Wittenberg
Konfession
-
Namensvarianten
  • Askanier, sachsen-wittenbergische Linie

Zitierweise

Askanier, sachsen-wittenbergische Linie, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/sfz130932.html [24.02.2019].

CC0

  • Leben

    Von dem Hause der anhaltischen A.s spaltete sich mit dem Enkel Albrechts des Bären ( 1170), Albrecht I. ( 1260), ein Zweig ab, der als Träger des sächsischen Herzogtums Besitz rechts der unteren Elbe um Lauenburg und auf beiden Ufern der mittleren Elbe um Wittenberg hatte. Während der ältere Sohn Albrechts Johann I. ( 1285) die askanische Linie von Sachsen-Lauenburg begründete, ging von dem jüngeren, Albrecht II. ( 1298), die ebenfalls mit der herzoglichen Würde bedachte Linie von Sachsen-Wittenberg aus. Ihr Territorium umfaßte außer dem genannten Bezirk um die Residenz Wittenberg das im Norden angrenzende Gebiet um Belzig. An diesen Kern fügten die Herzöge in der Hauptsache die ehedem wettinische Grafschaft Brehna, östlich Halle, mit Bitterfeld und einzelne mit der Burggrafenschaft von Magdeburg zusammenhängende Lehen. Die Linie hat nur 4 Generationen bestanden und ist 1422 ausgestorben. Sie hat die Lauenburger Vettern in ihrer Wirksamkeit überflügelt und ist schon wegen ihrer bedeutsamen geographischen Lage an einem wichtigen mitteldeutschen Elbübergang politisch höher einzuschätzen. Dazu setzte die Ehe Albrechts II. mit einer Tochter König Rudolfs I. die Familie in enge Beziehungen zu den Habsburgern und führte sie tief in das politische Getriebe des 14. Jahrhunderts hinein. Die selbstverständliche Einstellung gegen Ludwig den Bayern und die Wittelsbacher vereitelte die Erfüllung der Ansprüche auf die benachbarte Mark Brandenburg nach dem Aussterben ihrer dortigen Vettern (1319), dafür sicherte die antiwittelsbachische Haltung dem Sohn Albrechts II., Rudolf I. ( 1356), die Gunst Karls IV. Die Goldene Bulle von 1356 sprach dem Herzog die von Sachsen-Lauenburg bestrittene Kurwürde zu. Hoffnungen auf das Herzogtum Lüneburg mußte Rudolfs Sohn Wenzel ( 1388), der übrigens die Kurschwerter des Erzmarschalls in das sächsische Wappen einführte, aufgeben. Die um Lüneburgs Willen gemachten kriegerischen Anstrengungen, dazu eine gewisse Prachtliebe zerrütteten die wirtschaftliche Grundlage des an sich nicht wohlhabenden Hauses. Mit Wenzels stark verschuldeten Söhnen Rudolf III. ( 1419) und Albrecht III. ( 1422) starben die Wittenberger A. aus. Ihr Erbe traten nicht die lauenburgischen oder anhaltischen Vettern an, ebensowenig die brandenburgischen Zollern. Mit der von Kaiser Siegmund vielmehr vollzogenen Übergabe an die Markgrafen von Meißen wanderte der Name Sachsen in die Elbgebiete oberhalb Wittenberg.

  • Literatur

    Die Gesch. d. Linie ist ungewöhnlich vernachlässigt u. nur nebenher behandelt worden; C. W. Böttiger, Gesch. v. Sachsen, 2. Aufl. bearb. v. Th. Flathe I, 1867;
    E. Jacobs, Gesch. d. in d. preuß. Prov. Sachsen vereinigten Gebiete, 1883.

  • Autor/in

    Willy Hoppe
  • Empfohlene Zitierweise

    Hoppe, Willy, "Askanier, sachsen-wittenbergische Linie" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 416 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/sfz130932.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA