Lebensdaten
1885 – 1954
Geburtsort
Heldrungen (Provinz Sachsen)
Sterbeort
Erlangen
Beruf/Funktion
lutherischer Theologe
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 118688561 | OGND | VIAF: 49323945
Namensvarianten
  • Elert, Werner

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Zitierweise

Elert, Werner, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118688561.html [17.04.2024].

CC0

  • Genealogie

    V August (1851–1916), Kaufm. in Lunden (Holstein), aus pomm. Bauernfamilie;
    M Friederike Graf (1851–1933), aus Hildesheimer Handwerkerfamilie;
    1912 Annemarie (* 1892), T des Kirchenrats Georg Froböß (1854–1917) in Breslau, der sich wesentliche Verdienste um die Wiedervereinigung der luth. „Immanuelsynode“ mit der „Altpreußischen Evangelisch luth. Kirche“ (1904), wie um das Zustandekommen der Vereinigung der luth. Freikirchen erwarb (s. RGG);
    2 S (beide ⚔), 1 T.

  • Biographie

    E., aus der evangelisch-lutherischen Freikirche hervorgegangen, gehört zu den markantesten Gestalten der Neuorientierung protestantischer Theologie nach dem 1. Weltkrieg. Charakteristisch für ihn ist, daß er dabei entschlossen auf den Ansatz des genuinen Luthertums zurückgriff und systematische Neudurchdenkung mit exakter historischer Forschung verband. Durch weitgespannte Studien 1906-12 in Breslau, Erlangen und Leipzig bildete sich früh der eigenständige Forscher und Denker von Rang. Nach kurzer Wirksamkeit als Pfarrer, als Feldprediger und (seit 1919) als Seminardirektor in Breslau kam er 1923 als ordentlicher Professor nach Erlangen, wo er bis zuletzt wirkte. Rufe an andere Universitäten (1927 Münster, 1936 Göttingen) lehnte er ab. In seiner Lehrtätigkeit übte E. inspirierende und prägende Wirkungen aus und trug entscheidend dazu bei, daß die Erlanger theologische Fakultät zu einem über die Grenzen Deutschlands hinaus ausstrahlenden Brennpunkt kraftvoller neulutherischer Theologie wurde. E. gehörte verschiedenen wissenschaftlichen Kommissionen an, unter anderem der der Weimarer Ausgabe der Werke Luthers. Am Aufbruch der ökumenischen Bewegung für „Faith and Order“ nahm er aktiv Anteil. Zuletzt war er führendes Mitglied der theologischen Kommission des Lutherischen Weltbundes. Literarisch fand E.s Wirksamkeit vor allem in 4 großen Hauptwerken Ausdruck, die je eine Summe historischer Erforschung und zugleich bedeutsame denkerische Konzeptionen darstellen, daneben in einer Fülle originaler Einzeluntersuchungen. In allen geht es um Neuerschließung der Substanz reformatorisch-lutherischen Christentums, Aufweisung ihrer geschichtsbildenden Kräfte in Auseinandersetzung mit der allgemeinen Kultur und Geistesgeschichte und ihre Fruchtbarmachung für die Gegenwart. In seinen letzten Jahren wandte sich E. mehr und mehr patristischen Forschungen zu. Ein geplantes umfassendes Werk hierüber konnte er nicht mehr vollenden; es liegen hieraus nur einzelne Studien und ein größeres Fragment vor.

  • Werke

    u. a. Der Kampf um d. Christentum, Gesch. d. Beziehungen zw. d. ev. Christentum in Dtld. u. d. allg. Denken seit Schleiermacher u. Hegel, 1921; Die Lehre d. Luthertums im Abriß, 1924, ²1926 (ungar. 1926, engl. 1927);
    Morphol. d. Luthertums I, Theol. u. Weltanschauung d. Luthertums hauptsächl. im 16. u. 17. Jh., 1931, II, Soziallehren u. Sozialwirkungen d. Luthertums, 1932 (beide Bde. ²1952);
    Der christl. Glaube, Grundlinien d. luth. Dogmatik, 1940, ³1956 (hrsg. v. E. Kinder);
    Zwischen Gnade u. Ungnade, Abwandlungen d. Themas Gesetz u. Evangelium, 1948 (Aufsatzslg.);
    Das christl. Ethos, Grundlinien d. luth. Ethik, 1949, 2. Aufl. geplant (engl.|Philadelphia/USA 1957);
    Die Kirche u. ihre Dogmengesch., 1950;
    Abendmahl u. Kirchengemeinschaft in d. alten Kirche hauptsächl. d. Ostens, 1954; Der Ausgang d. altkirchl. Christol., Eine Unters. üb. Theodor v. Pharan u. s. Zeit als Einführung in d. alte Dogmengesch., aus d. Nachlaß hrsg. v. W. Maurer u. E. Bergsträßer, 1957.

  • Literatur

    W. Maurer, In Memoriam Prof. D. Dr. W. E., in: Ev.-Luth. Kirchenztg. 8. Jg., 1954, S. 378 ff.;
    P. Althaus, W. E.s theol. Werk, in: Gedenkschr. f. D. W. E., hrsg. v. F. Hübner, 1955, S. 400-10 (Bibliogr. S. 411-24);
    W. E. z. Gedächtnis, Zwei Reden v. P. Althaus, 1955;
    O. Tiililä, Ber. üb. E., in: Kotimaa v. 23.11.1954.

  • Porträts

    Kreidezeichnung v. I. Schwarz (Schüler v. Rodin), 1915 (im Bes. v. Frau Annemarie E., Erlangen).

  • Autor/in

    Ernst Kinder
  • Zitierweise

    Kinder, Ernst, "Elert, Werner" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 438-439 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118688561.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA