Lebensdaten
1856 – 1938
Geburtsort
Oeynhausen
Sterbeort
Düsseldorf
Beruf/Funktion
Eisenhüttenmann ; Ingenieur ; Berater ; Vorstandsmitglied ; Gemeinderatsmitglied
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 1084219751 | OGND | VIAF: 125145663168505072323
Namensvarianten
  • Sültenmeyer, Gottlieb Heinrich Wilhelm (eigentlich)
  • Sültenmeyer, Fritz
  • Sültenmeyer, Gottlieb Heinrich Wilhelm (eigentlich)
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Zitierweise

Sültenmeyer, Fritz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd1084219751.html [21.05.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Christian Friedrich (1817–75, Postexpediteur in O., 1875 Postmeister, 1863–67 Vorsteher d. Stadtgde., S d. Johann Heinrich (1785–1824, Postwärter;
    M Alwine Wilhelmine Johanne (1824–1902), T d. Johann Paul Harde, Steuerinsp., Salzfaktor; Vorfahre Johann Dietrich Klocke gen. S. (1712–96), Colon (Landwirt), auf e. seiner Grundstücke wurde 1745 d. erste Solequelle in O. entdeckt, Ausgangspunkt f. d. Gründung d. Saline Neusalzwerk; – ledig.

  • Biographie

    Nach der Schule besuchte S. 1871–73 die Provinzial-Gewerbeschule in Bielefeld und arbeitete dann zwei Jahre praktisch, bevor er 1875–78 an der Gewerbe- und Bergakademie Berlin ein Studium der Hüttenkunde absolvierte. Sein Berufsweg führte ihn 1878 zum „Hoerder Bergwerks- und Hütten-Verein“ bei Dortmund, der 1879 die Patente des Thomas-Verfahrens für Deutschland zusammen mit den Rheinischen Stahlwerken und für Österreich allein erwarb. S. war an der techn. Ausgestaltung des Thomas-Verfahrens beteiligt, u. a. – mit dem Hochofenchef Gustav Hilgenstock (1844–1913) – an der Einführung des Roheisenmischers als Produktionspuffer für den Betrieb in einer Hitze sowie bei der „Schnellbestimmung des Phosphors“. 1888 wurde S. Direktor der AG „Vulkan“ in Duisburg, einem reinen Hochofenwerk. Als August Thyssen (1842–1926) Mitte der 1890er Jahre seine „Gewerkschaft Deutscher Kaiser“ (GDK) in Bruckhausen bei Duisburg zu einem gemischten Hüttenwerk mit eigener Roheisenerzeugung ausbaute, wechselte S. 1898 als Generaldirektor zum Thyssen’schen Hüttenwerk, während Anton Schruff (1863–1940), GDK, zur Hütte Vulkan wechselte. S. baute das Hüttenwerk kontinuierlich aus und stieg schnell zum techn. Berater von August Thyssen auf, auch in Fragen der kostengünstigen Eisenerzbeschaffung im In- und Ausland (1902–09 Vorstand d. lothring.|Erzgruben Pierreville, Fêves, Zukunft, Jacobus u. Zeche Garde-Schütze). Er besuchte 1903 die USA, wo er die damals modernsten und rationellsten Hüttenwerke kennenlernte. Auf S. geht die Planung der 1904 in Betrieb genommenen „AG für Hüttenbetrieb“ zurück (heute Landschaftspark Duisburg-Nord), eines Hochofenwerks mit angeschlossener Gießerei. Dort war er 1902–04 techn. Vorstandsmitglied und wechselte dann in den Aufsichtsrat. 1904 zwang ihn ein Hörleiden zur Aufgabe seiner Stellungen bei der GDK, sein Nachfolger wurde Franz Dahl (1859–1950). Bis 1909 blieb S. im GDK-Grubenvorstand als Berater. Im Aufsichtsrat der „AG Bremerhütte“, Weidenau/Sieg, vertrat er über 15 Jahre lang Thyssens Siegerländer Erzinteressen. Er war bis in die 1920er Jahre in Erzfragen als Berater tätig. 1900–05 war er Gemeindeverordneter von Hamborn.

  • Auszeichnungen

    A Verdienstkreuz f. Kriegshilfe (1920).

  • Werke

    Rezz. in: Stahl u. Eisen 30, 1910, S. 2054 f., 32, 1912, S. 845 f.

  • Literatur

    30 J. Thomasverfahren in Dtld., in: Stahl u. Eisen 29, 1909, S. 1479;
    H. Dickmann, Die Einf. d. Thomasverfahrens in Dtld. im J. 1879, ebd. 74, 1954, S. 1260 f.;
    Nachruf:
    Stahl u. Eisen 58, 1938, S. 420 (P);
    W. Treue, Die Feuer verlöschen nie, Bd. 1, August Thyssen-Hütte 1890–1926, 1966, S. 49 f., 126 f.;
    A. Gatti, De la vigne à la mine, La mine et les mineurs de Marange 1859–1931, 2000, S. 134, 136 u. 142;
    G. Bartling, Die Rolle d. Bauerngeschl. S. in d. Entwicklung Bad Oeynhausens, in: Btrr. z. Heimatkde. d. Städte Löhne u. Bad Oeynhausen, H. 19, 2004, S. 69–83.

  • Quellen

    ThyssenKrupp Konzernarchiv, StadtA Bad Oeynhausen.

  • Autor/in

    Manfred Rasch
  • Zitierweise

    Rasch, Manfred, "Sültenmeyer, Fritz" in: Neue Deutsche Biographie 25 (2013), S. 674-675 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd1084219751.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA