Lebensdaten
unbekannt
Beruf/Funktion
Bierbrauer
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 1082104000 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Mauritz

Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Zitierweise

Mauritz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd1082104000.html [14.11.2018].

CC0

  • Leben

    Mitglieder der Familie waren außer im Braugewerbe auch als Gewerken im Duisburg-Essener Raum tätig und an Banken und Industrieunternehmen beteiligt. Heinrich Carl (1805–61) war Kohlenhändler und Reeder in Uerdingen. Er betrieb zunächst gemeinsam mit seinen Brüdern Wilhelm (1801–56) und Jean Franz (1802–38) eine vom Vater übernommene Firma, gründete aber 1856 ein eigenes Kohlenhandels- und Schiffahrtsunternehmen (H. C. Mauritz). Er war Grubenvorstand und Verwaltungsrat des Rhein-Ruhr-Kanals. Sein Sohn Heinrich (1832–94), war zunächst Gesellschafter der Firma H. C. Mauritz. 1868 gründete er gemeinsam mit seinem Bruder Friedrich (1834–1900) sowie dessen Schwiegervater Laurenz Fischer (1807–1902) und einem Vetter, dem Ingenieur und Braumeister Heinrich Herberz, die Firma Dortmunder Bierbrauerei Herberz & Co. KG, die aufgrund der günstigen wirtschaftlichen Entwicklung der aufstrebenden Industriestadt Dortmund alsbald hohe Gewinne abwarf. Nach dem frühzeitigen Ausscheiden von Herberz (1870) übernahm Heinrich Mauritz die Leitung der Brauerei, die 1872 wegen der steigenden Kapitalerfordernisse in eine AG (Dortmunder Actien- Brauerei vormals Herberz & Co./DAB) umgewandelt wurde. Friedrich, der 1882-90 die Firma H. C. Mauritz leitete, gehörte bis zu seinem Tode dem Aufsichtsrat der Brauerei an. Zwei weitere Brüder, Jakob (1846–1925), der 1872-76 Direktor der DAB gewesen war, und Julius (1839–94), leiteten gemeinsam seit 1890 die Stammfirma in Uerdingen, bis deren Geschäfte durch die Gründung des Rhein.-westfäl. Kohlensyndikats zum Erliegen kamen. Heinrichs Sohn Theodor (1862–1944), Dr. iur., war Vorsitzender des Aufsichtsrats der DAB (s. Rhdb., P). Friedrichs Sohn Alfred (1867–1938), Chemiker, Dr. phil., gehörte seit 1892 dem Vorstand der Brauerei an und wurde später dessen Vorsitzender. Er wirkte wesentlich beim technischen Ausbau des Unternehmens mit und erwarb zahlreiche Betriebe hinzu. 1897 schuf er die Mauritz-Fischer-Stiftung als Pensions- und Unterstützungskasse. Seit 1933 war er Vorsitzender des Aufsichtsrats. In dieser Zeit erreichte der Bierausstoß 800 000 Hektoliter bei einer Belegschaft von 750 Personen. Alfred Mauritz war Mitglied zahlreicher weiterer Aufsichtsräte von Industrieunternehmen und Präsidialmitglied des Deutschen Brauerbundes (s. L). Sein Sohn Friedrich (1897–1966) gehörte 1929-64 dem Vorstand der DAB an. Seit deren Gründung nahmen 15 Mitglieder der Familie Mauritz in leitenden Positionen Einfluß auf die Entwicklung des Unternehmens.

  • Literatur

    A. Mauritz, Chronik d. Fam. Mauritz, 1907;
    Dortmunder Actien-Brauerei 1868-1928. bearb. v. H. C. Mauritz, 1928;
    B. Gerstein, Gesch. Dortmunder Brauereien, in: Ruhrwirtsch., Mitt. d. IHK Dortmund, 1964. H. 5;
    100 J. Dortmunder Actien-Brauerei, 1968;
    J. W. Mauritz, Nachkommen v. H. C. Mauritz u. Bernhardine Faber, 1983;
    Wenzel. – Zu Alfred Mauritz:
    Nekr. aus d. Rhein.-Westfäl. Wirtsch.leben 1937/38, 1940;
    Rhdb.

  • Autor/in

    Barbara Gerstein
  • Empfohlene Zitierweise

    Gerstein, Barbara, "Mauritz" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 445 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd1082104000.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA