Zirm, Eduard

Lebensdaten
1863 – 1944
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Olmütz (Mähren)
Beruf/Funktion
Augenarzt ; Arzt
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 127853499 | OGND | VIAF: 10219195
Namensvarianten

  • Zirm, Eduard Konrad
  • Zirm, Eduard
  • Zirm, Eduard Konrad
  • Zirm, E.
  • Zirm, Eduard Conrad

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Zitierweise

Zirm, Eduard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd127853499.html [03.03.2026].

CC0

  • Zirm, Eduard Konrad

    | Augenarzt, * 18.3.1863 Wien, † 5.3.1944 Olmütz (Mähren), ⚰ Graz, Sankt-Peter-Stadtfriedhof. (katholisch)

  • Genealogie

    V Konrad, Kaufm. in W., 1863 Prokurist d. Baumwollwarenfabr. W. Ullmann in Mittel-Langenau (Prostřední Lánov);
    M Aloisa (Ludowika Luise), T d. Wenzel Ullmann, Fabrikbes., u. d. Anna Fischmann;
    Schw Natalia ( 1870), Adele;
    1) Elisabeth Franziska Maria (* 1856), aus Bischofteinitz (Böhmen), T d. Franz Herbig, 1872 k. k. Bez.hptm. u. Vorsteher d. Bez.ger. in Rokytzan (Rokycany, Böhmen), u. d. Elisabeth Ziegler, 2) Irene N. N.;
    K u. a. S Konrad L., Dr. med. Dr. rer. nat., 1955 Geschäftsführer d. Lannacher Heilmittel Ges. m. b. H. in Lannach (Steiermark), Eduard, Dr. iur., 1955 Fabrikdir., Vorstandsmitgl. d. Steir. Ziegelwerke in Graz, T Hedwig Elisabeth Adele (1897–1990), in Mödling;
    E Mathias (* 1943) Dr. med., Leiter d. Augenzentrums Zirm in W., Prof. f. Augenheilkde. u. Optometrie, 2001 Ehrenmedaille f. Wiss. u. Kunst d. Österr. Albert-Schweitzer-Ges., Bernd, Dr., Primarius d. Landeskrankenhauses Bad Radkersburg.

  • Biographie

    Z., der nach dem Tod des Vaters durch das Erteilen von Nachhilfestunden zum Lebensunterhalt der Familie beitrug, absolvierte 1881 das Schotten-Gymnasium in Wien. Neben seinen naturwissenschaftlichen Neigungen zeigte er künstlerische Begabung; doch statt sich an der Akademie der Künste einzuschreiben, studierte er Medizin an der Univ. Wien. 1884–87 war er Demonstrator der Anatomie unter Carl v. Langer (1819–87). Obwohl Schüler des Physiologen Ernst Wilhelm v. Brücke (1819–92), war Theodor Billroth (1829–1894) sein Vorbild und Förderer. 1887 zum Dr. med. promoviert, wurde Z. Assistent an der I. Wiener Augenklinik unter Carl Stellwag v. Carion (1823–1904), der sein Interesse für Hornhauterkrankungen weckte. Z. siedelte 1892 nach Olmütz über, etablierte am Landeskrankenhaus eine Augenabteilung und wurde 1894 deren Primararzt. 1902 verfügte die Regierung den Bau eines eigenen Gebäudes für die Augenklinik, die 1905 fertiggestellt wurde. Z. stand nun einer der größten und modernsten Augenkliniken Europas vor. 1928 gab er die Leitung der Klinik ab und widmete sich bis 1935 seiner Privatpraxis.

    Am 7.12.1905 vollbrachte Z. die erste erfolgreiche Keratoplastik (Hornhautverpflanzung).

    Dem Patienten, der aufgrund einer Kalkverätzung fast vollständig erblindet war, wurde das Spendermaterial in beide Augen transplantiert. Da die Hornhautverpflanzung nur in einem Auge dauerhaft erfolgreich war, konnte der Patient bis zu seinem Lebensende einäugig wieder sehen. Nach Fehlversuchen früherer Kollegen basierte Z.s Erfolg auf der Übertragung lebenden Gewebes, was auch zur Grundlage für alle späteren Organverpflanzungen am menschlichen Körper wurde. Über seinen Erfolg berichtete Z. 1906 in den Klinischen Monatsblättern und vor der Gesellschaft der Ärzte in Wien. Neben medizinischen und philosophischen Arbeiten verfaßte er zahlreiche Gedichte und Dramen und war musikalisch tätig.

  • Auszeichnungen

    |Gedenktafel, Olmütz (2005).

  • Werke

    |Ueber d. Anwendung d. schrägen Blepharotomie, in: Wiener klin. Wschr. 3, 1890, H. 14, S. 261–63;
    Eine neue Behandlung d. Hypopyonkeratitis, ebd. 8, 1895, H. 44, S. 771–75;
    Zur Behandlung d. Hypopyon-Keratitis, ebd. 12, 1899, H. 9, S. 222–24;
    Eine eigenthüml. oberflächl. Neubildung d. Cornea, in: Albrecht v. Graefes Archiv f. Ophthalmol. 37, 1891, H. 3, S. 253–60;
    Ein Btr. z. Anatomie d. entzündl. Glaukoms, ebd. 41, 1895, H. 4, S. 115–33;
    Eine erfolgreiche totale Keratoplastik, ebd. 64, 1906, H. 3, S. 580–93;
    Die Welt als Fühlen, e. naturphil. Stud. f. Fachleute u. Laien, 1937.

  • Literatur

    |Mähr. Tagbl. v. 8.3.1944, S. 3 u. v. 9.3.1944, S. 6;
    E. Lesky, in: Wiener klin. Wschr. 75, 1963, H. 11, S. 199–201;
    R. Zimprich, in: Mähr.-Schles. Heimat 8, 1963, S. 45–47;
    Vor genau 80 J., Blindheit besiegt, in: Volksstimme v. 10.12.1985;
    Vor 80 J. gelang d. erste Organtransplantation, in: Neue Abendztg. v. 17.12.1985;
    H. Fanta, Klin. Monatsbl. f. Augenheilkde. 189, 1986, S. 64–66 (P);
    H. Wyklicky, Über E. K. Z. (1863 bis 1944) u. d. Gesch. d. Keratoplastik, ebd., S. 501;
    Ärzteztg. v. 7.12.2005, 100 J. Organverpflanzungen (Internet);
    P. Hrabčíková u. J. R ̌ ehák, 100 let od první úspe˘šné transplantace rohovky, in: C ̌ eská a Slovenská Oftalmol. 62, 2006, S. 427–29 (P);
    www.drzirm.org (Internet);
    L. Eisenberg, Das geistige Wien, II, 1893, S. 578;
    Qu Taufbuch d. Pfarre St. Stephan Wien I.

  • Autor/in

    Frank Krogmann
  • Zitierweise

    Krogmann, Frank, "Zirm, Eduard Konrad" in: Neue Deutsche Biographie 28 (2024), S. 735 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd127853499.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA