Lebensdaten
1823 bis 1904
Geburtsort
Ober-Langendorf (Mähren)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Mediziner ; Professor der Augenheilkunde in Wien
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 117658014 | OGND | VIAF: 25385608
Namensvarianten
  • Stellwag von Carion, Karl
  • Carion, Carl Stellwag von
  • Carion, Karl Stellwag von
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Zitierweise

Stellwag von Carion, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117658014.html [29.10.2020].

CC0

  • Genealogie

    Aus seit 1565 in Buchheim b. Rothenburg /Tauber nachweisbarer Fam.;
    V Friedrich (1789–1864, österr. Adel 1828), hoch- u. dt.meister. Justitiar in Eulenberg, seit 1823 Justiz-Oberamtmann, k. k. Bez.richter in Freudenthal (Schlesien), S d. Alois (1753–1838, österr. Adel 1828), 1780 hoch- u. dt.meister. Rentmeister, Schloßhptm., Oberamtmann d. Herrschaft Eulenberg, u. d. Maria Anna Weigel (1754–92;
    M Wilhelmine Bittner (1802–64;
    Ur-Gvv Edmund Martin S. (1697–1764, Schloßhptm. in Eulenberg;
    Ur-Gmv Anna Theresia v. Carion (1721–93;
    13 Geschw u. a. B Friedrich (1820–54, Mag. pharm., August (1824–66 ⚔), k. k. Hptm., Alois (* 1826), Eisenbahnbaubeamter, Edmund (1831–82, Dr. iur., Advokat in Rothenburg/ Tauber, Victor (1837–63, k. k. Oberlt.;
    1864 Josepha Maria Hanusch (1831–91, aus Nachod (Böhmen); kinderlos;
    Gr-N Kurt Halleger (1901–63, Bühnenbildner, Maler (s. NDB VII).

  • Leben

    S. besuchte zunächst die Piaristen-Hauptschule in Freudenthal, später das Gymnasium in Olmütz. Seit 1841 studierte er in Prag, seit 1843 in Wien Medizin. Mit dem Ziel, Gerichtsmediziner zu werden, verfaßte S. 1847 eine Dissertation zum Thema „Die Körperverletzungen als Gegenstand der gerichtsärztlichen Begutachtung“, mit der er zum Dr. med. promoviert wurde (1848 Dr. chir., 1847 Diplom als Geburtshelfer). Nachdem sein Lehrer Jakob Kolletschka (1803–47) an einer Leicheninfektion verstorben war, wechselte S. als Hilfsarzt an die Augenklinik von Anton v. Rosas (1790–1855). 1848 erfolgte die Ernennung zum ersten Sekundararzt der Augenkrankenabteilung im Allgemeinen Krankenhaus Wien. Neben seiner ärztlichen Tätigkeit eignete sich S. fundierte Kenntnisse der Mathematik und der Optik an und widmete sich, gefördert von dem Pathologen Carl Wedl (1815–91), der wissenschaftlichen Untersuchung von Augenkrankheiten. 1851 endete seine Dienstzeit als Sekundararzt und S. betätigte sich ein halbes Jahr als praktischer Arzt und städtischer Armen-Augenarzt|in Brünn. 1854 habilitierte er sich mit dem ersten Band seines Werkes „Die Ophthalmologie vom naturwissenschaftlichen Standpuncte aus bearbeitet“ und wurde Privatdozent der Augenheilkunde an der Univ. Wien und an der Medizinisch-chirurgischen Josephs-Akademie sowie Leiter der Augenkrankenabteilung des Garnisonsspitals Nr. 1. Nachdem er sich nach dem Tod v. Rosas’ erfolglos um die Lehrkanzel für Augenheilkunde an der Univ. Wien bemüht hatte, wurde er dort 1857 zum ao. Professor der Augenheilkunde ernannt und erhielt 1858 zusätzlich den Lehrstuhl für Augenheilkunde an der Josephs-Akademie. 1857 nahm er als vom k. k. Kriegsministerium entsandter Vertreter der Feldärzte am ersten internationalen Ophthalmologenkongreß in Brüssel teil, wo er zum Vizepräsidenten gewählt wurde. Nach der Auflösung der Josephs-Akademie 1873 erfolgte seine Ernennung zum o. Professor der Augenheilkunde an der Univ. Wien, wo er sich erfolgreich für die Systemisierung einer zweiten Augenklinik einsetzte. 1883 wechselte er als Nachfolger von Ferdinand Arlt (1812–87) als Ordinarius an die 1. Augenklinik (1894 em.).

    S. war eher wissenschaftlich als praktisch orientiert. Seine Forschungen umfaßten Akkommodationsfehler des Auges, angeborene Augenanomalien, Tränenleitung, intraokularen Druck, Hornhautentzündungen und Bindehautschleimfluß, ferner Instrumente wie Augenspiegel und Augenleuchten. Sein „Lehrbuch der praktischen Augenheilkunde“ (1861/62, 51882, ital. 1864, engl. 1868, 1870 u. 1873, ungar. 1868) wurde zum Standardwerk, das mit den früheren Lehrbüchern von Georg Joseph Beer (1763–1821) und Ferdinand v. Arlt sowie dem 1889 erschienenen Lehrbuch von Ernst Fuchs (1851–1930) die Führungsrolle der Wiener Medizinischen Schule in der ophthalmologischen Didaktik im 19. Jh. begründete. Als „Stellwagsches Zeichen“ wird der von S. beschriebene, seltene und unvollständige Lidschlag bei der Basedowschen Krankheit bezeichnet. Zu seinen Schülern zählten Michael Borysikiewicz (1848–99), Emil Bock (1857–1916), Hugo Wintersteiner (1865–1918), und Eduard Konrad Zirm (1863–1944).

  • Auszeichnungen

    A Mitgl. d. k. k. Ges. d. Ärzte (1851);
    o. Mitgl. d. Mil.sanitätskomitees (1864); HR (1883);
    Mitgl. d. Leopoldina (1888);
    Rr.kreuz d. Leopold-Ordens (1894);
    Stellwaggasse in Wien XIX. Bez. (bis 1947).

  • Werke

    Die Ophthalmol. v. naturwiss. Standpuncte aus bearb., Bd. 1, 1853, Bd. 2, 1. u. 2. Abt., 1855, 3. u. 4. Abt., 1858;
    Über doppelte Brechung u. davon abhängige Polarisation d. Lichtes im menschl. Auge, in: Denkschr. d. Ak. d. Wiss. Wien, math.-nat. Kl. 5, 1853, S. 1–72;
    Theorie d. Augenspiegel ( . . . ) aus d. Grundsätzen d. Optik entwickelt, 1854;
    Die Accommodationsfehler d. Auges, 1855;
    Der intraokulare Druck u. d. Innervations-Verhältnisse d. Iris, 1868 (mit C. Wedl u. E. Hampel);
    Über gewisse Innervations-Störungen b. d. Basedow`schen Krankheit, in: Zs. d. k. k. Ges. d. Ärzte zu Wien 25, 1869, S. 25–54;
    Stammtafel d. Fam. S., nach amtl. Quellen bearb., 1879, 21903.

  • Literatur

    H. Wintersteiner, in: Klin. Mbll. f. Augenheilkde. 43, 1904, S. 98–105 (P);
    H. Lauber, in: Zs. f. Augenheilkde. 13, 1905, S. 187–90;
    S. Kirchenberger, Lb. hervorragender österr.-ungar. Mil.- u. Marineärzte, 1913, S. 198–202 (W-Verz., P);
    J. Hirschberg, Gesch. d. Augenheilkde., in: Th. Axenfeld u. A. Elschnig (Hg.), Hdb. d. gesamten Augenheilkde., 21918, S. 405–29 (W-Verz., P);
    L. Schönbauer, Das Med. Wien, Gesch., Werden, Würdigung, 21947, S. 413 f. (P);
    E. Lesky, Die Wiener Med. Schule im 19. Jh., 1965, S. 226–29 (P);
    dies., Meilensteine d. Wiener Med., 1981, S. 180 f.;
    D. Heid, Personalbibliogrr. d. Prof. u. Doz. d. Augenheilkde. an d. Univ. Wien, 1812–84, Diss. Erlangen-Nürnberg, 1972, S. 92–99 (W-Verz.);
    R. Fellner u. W. Höflechner, Die Augenheilkde. an d. Univ. Graz, 1973;
    H. Wyklicky, Zur Gesch. d. Augenheilkde. in Wien, 100 J. II. Univ.Augenklinik, 1984;
    H. Freyler, Die I. Univ.-Augenklinik in Wien v. Arlt bis heute, in: Spektrum d. Augenheilkde. 2/2A, 1988, S. 9–17 (P);
    F. Krogmann, ebd. 18, 2004, S. 312–16 (W-Verz., P);
    ders., Streifzug durch d. Gesch. d. Augenheilkde. in Wien, in: Mitt. d. Österr. Ges. f. Wiss.gesch. 18, 1998, S. 125–52, bes. S. 142 ff.;
    Wurzbach (W-Verz., Stammtafel);
    Pagel (P);
    BLÄ;
    Hist. Lex. Wien;
    ÖBL;
    zur Fam.:
    Geneal. Tb. d. Adeligen Häuser, 1882;
    Adelslex. 14, GHdA 131, 2003;
    Qu
    Med. Univ. Wien, Bibl.;
    Österr. Nat.bibl.;
    Österr. StA;
    Univ. Wien, Bibl., Archiv;
    Wiener Stadt- u. Landesarchiv.

  • Autor/in

    Bruno Bauer
  • Empfohlene Zitierweise

    Bauer, Bruno, "Stellwag von Carion, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 25 (2013), S. 238-239 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117658014.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA