Lebensdaten
1872 bis 1929
Geburtsort
Wetterburg (Waldeck)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Schauspieler
Konfession
-
Normdaten
GND: 117263923 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Steinrück, Albert

Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Steinrück, Albert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117263923.html [19.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V N. N., Forstbeamter, Mühlenbes.;
    M N. N.;
    5 B (1 früh †) u. a. Otto (* 1868), Teilh. d. Eisenwarenhandlung Gebr. Steinrück in Düsseldorf, Mitgl. d. Ind.- u. Handelskammer ebd., Stadtverordneter ebd. (DVP), Handelsger.rat (s. Wenzel), Hermann Adolph Theodor August (* 1869), Beamter v. Fried. Krupp in Essen, Bernhard Friedrich Gustav Max (* 1870), 1 Schw Elise Adelheid Luise Hermine (* 1874);
    1) 1908 Elisabeth (Elise, Liesl) (1885–1920, jüd.), aus Wien, Schausp., früh erkrankt an Lungentuberkulose, sammelte im Sanatorium in Partenkirchen e. Kreis v. Künstlern um sich (s. L), T d. Rudolf Gussmann (1842–1921, 2) 1921 Elisabeth (Lissy) (1897–1993, T d. Alfred Sohn-Rethel (1875–1959, Maler in Paris u. B., Mitgl. d. „Freien Vereinigung Düsseldorfer Künstler“ (s. ThB; Vollmer), u. d. Else Rethel (1853–|1933);
    2 T aus 2) Barbara (1922–2003, Ursula (1924–96; Schwager d. 1. Ehefrau Arthur Schnitzler (1862–1931, Schriftst. (s. NDB 23); Schwager Alfred Sohn-Rethel (1899–1960, Soziol. (s. NDB 24).

  • Leben

    Aufgewachsen in einem Forsthaus des Fst. Waldeck, studierte S. nach dem Schulabschluß kurzzeitig an der Düsseldorfer Kunstakademie. Seit 1890 arbeitete er als Schauspieler zunächst am Thalia-Theater in Mühlhausen, dann am Lobe-Theater in Breslau und am Offenburger Theater. 1901 holte ihn Raphael Löwenfeld nach Berlin an die alten Schillerbühnen (Wallner- und Charlottenburger Theater), wo er im selben Jahr erstmals den „Marquis von Keith“ in Frank Wedekinds Hochstaplerkomödie spielte, zeitlebens eine seiner Glanzrollen. 1906 kam S. zum Ensemble Max Reinhardts ans Deutsche Theater (mit Kammerspielen) und 1908 ans Münchner Hof- und Nationaltheater als erster Charakterdarsteller; damit begann seine eigentliche Karriere. Beeindruckend in seiner wuchtigen Erscheinung, wurde er für seine Bühnenpräsenz in Uraufführungen wie Wedekinds „Frühlings Erwachen“ (1906), Schnitzlers „Das weite Land“ (1912), Büchners „Woyzeck“ und Shaws „Pygmalion“ (1913) gerühmt. Wedekind und Strindberg verdankten S. ihre großen Erfolge, mit Wedekind und Max Halbe war er auch privat befreundet. Nach dem 1. Weltkrieg spielte S. wieder in Berlin am Staatstheater, am Deutschen Theater und an der Piscatorbühne, u. a. in Wedekinds „Franziska“ (1919), Barlachs „Sündflut“ (1925) und Shaws „Frau Warrens Gewerbe“. 1927 brillierte er am Deutschen Theater mit dem „Hexer“ von Edgar Wallace und gab Gastspiele in Hamburg und Wien. Seit 1919 trat S. auch in Stummfilmen auf, drehte mit Regisseuren wie Reinhold Schünzel, Franz Seitz, Arzén v. Cserépy, Karl Grune, Ewald André Dupont, Georg Wilhelm Pabst, Manfred Noa, Paul Czinner und Joe May. Nach seiner ersten Hauptrolle mit Rosa Valetti in Schünzels „Das Mädchen aus der Ackerstraße“ (1919) gelang ihm 1920 mit Rabbi Loew in „Der Golem, wie er in die Welt kam“ (Regie: Paul Wegener u. Carl Boese) der Durchbruch zu einem der meistbeschäftigten Mimen des dt. Stummfilms. Nach dem Tod seiner ersten Frau kehrte S. 1921 endgültig nach Berlin zurück. In Cserépys zwei „Fridericus Rex“-Filmen (1921) verkörperte er den gestrengen Soldatenkönig. Zu seinen bekannten Stummfilmrollen gehören u. a. diejenigen in Duponts „Geier-Wally“ (1921), Pabsts „Der Schatz“ (1923), Franz Ecksteins „Hedda Gabler“ (1924), Alexander Rasumnys „Überflüssige Menschen“ (1926) und Mays „Asphalt“ (1928). Schon schwerkrank, übernahm er in Czinners Verfilmung der Novelle „Fräulein Else“ (1929) seines Schwagers Arthur Schnitzler die Rolle des Kunsthändlers. Insgesamt wirkte S. in über 80 Spielfilmen mit. Nach seinem frühen Tod infolge einer Leberzirrhose hielt Heinrich Mann am 28. 3. 1929 die Gedenkrede im Berliner Staatstheater. Als Benefiz-Veranstaltung inszenierte Leopold Jessner den „Marquis von Keith“ mit der gesamten Berliner Theater- und Filmprominenz als Gästen des „Marquis“ (Heinrich George, Eleonore v. Mendelssohn, Tilla Durieux, Conrad Veith, Max Pallenberg, Elisabeth Bergner, Fritzi Massary, Hermann Vallentin, Werner Krauss, Rosa Valetti, Fritz Kortner, Ernst Deutsch); S.s Gemälde und Zeichnungen wurden bei diesem Anlaß erfolgreich zugunsten der Familie versteigert. 1930 zeigte Franz Rapp (1885–1951) eine Gedächtnisausstellung im Münchner Theatermuseum (mit Originalbriefen, Gemälden und Totenmaske).

  • Werke

    weitere Stummfilmrollen u. a. in: Katharina d. Gr., 1920 (Regie: R. Schünzel);
    Monna Vanna, 1922 (R. R. Eichberg);
    Helena (2 T.), 1924 (R: M. Noa);
    Dekameron-Nächte, 1924 (R: H. Wilcox);
    Venus im Frack, 1927 (R: R. Land);
    Am Rande der Welt, 1927 (R: K. Grune);
    Die Sandgräfin, 1927 (R: H. Steinhoff);
    Das letzte Fort, 1928 (R: K. Bernhard);
    Qu
    Münchner Theatermus. (W-Verz., P);
    StadtA München (Ztg.ausschnitte)

  • Literatur

    | Die Schuld der Lavinia Morland, in: Der Film, Nr. 47, 1920, u. Film-Kurier v. 13. 11. 1920;
    G. Herzberg, „Asphalt“, ebd. v. 12. 3. 1929;
    A. S. als Maler, in: Bayer. Kurier 42 v. 11. 2. 1930;
    Telegrammztg. 30 v. 13. 2. 1930;
    R. Geck, So war das, 1936, S. 191 f.;
    H. Ihering, Von Josef Kainz bis Paula Wessely, 1942, S. 87–93 u. 113 f. (P);
    H. Eulenburg, Der Guckkasten, Schausp.-Bildnisse, 1948, S. 242–45 (P);
    P. Fechter, An der Wende d. Zeit, 1949, S. 436–40;
    M. Heymann, Eine Sternstunde d. Dt. Theaters, Die A. S.-Gedächtnisfeier im Staatstheater am Berliner Gendarmenmarkt 1929, 2006;
    R. Wagner, Wie ein weites Land, Arthur Schnitzler u. seine Zeit, 2006;
    DBJ XI, Tl.;
    ThB;
    H. Holba u. a. (Hg.), Reclams Dt. Filmlex., 1984 (Filmogr.);
    B. Ruland, Das war Berlin, Die goldenen Jahre 1918–1933, 1972, Neuaufl. 1985;
    K.-M. Bock (Hg.), Lex. Filmschausp. Internat., 1995;
    R. Sucher, Theaterlex., 21999;
    K. Weniger (Hg.), Das Gr. Personenlex. d. Films, 7 Bde., 2001 (Filmogr.);
    Berliner Biogr. Lex.;
    Kosch, Theater-Lex.;
    CineGraph (W-Verz.);
    zu Elisabeth:
    R. Wagner, Die Schwägerin, E. S., geb. Gussmann, Olga Schnitzlers Schwester, in: Modern Austrian Literature, Riverside, Cal., Vol. X, No. 3–4, 1977, S. 169–78.

  • Portraits

    Werk- u. Szenenfotos (Fotoslg., Dt. Kinemathek, Mus. f. Film u. Fernsehen, Berlin);
    Ölgem. v. Carl Hofer, 1920er J. (Berliner Schiller-Theater);
    Totenmaske im Dt. Theatermus., München.

  • Autor/in

    Brigitte Bruns
  • Empfohlene Zitierweise

    Bruns, Brigitte, "Steinrück, Albert" in: Neue Deutsche Biographie 25 (2013), S. 225-226 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117263923.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA