Lebensdaten
gestorben 1113
Beruf/Funktion
Pfalzgraf von Lothringen
Konfession
-
Normdaten
GND: 138441197 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Siegfrid Graf von Ballenstedt
  • Sigfrid Graf von Ballenstedt
  • Siegfrid Graf von Ballenstedt
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Zitierweise

Sigfrid Graf von Ballenstedt, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd138441197.html [22.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Adalbert ( 1077/83), Gf. v. B., S d. Eriko, Gf. v. B.;
    M Adelheid ( 2] Hermann [II.], Pfalzgf. v. L., 1085, s. ADB XII, 3] Heinrich [II.], Gf. v. Laach, Pfalzgf. v. L., 1095, s. NDB VIII), T d. Otto v. Weimar-Orlamünde, Mgf. v. Meißen ( 1067), u. d. Adela ( 1083);
    Om Heinrich I., Gf. v. Eilenburg, Mgf. v. Meißen ( 1103, s. NDB VIII);
    B Otto (d. Reiche), Gf. v. B., 1111/12 Hzg. v. Sachsen ( 1123);
    – ⚭ Gertrud ( um 1154), T d. Heinrich (d. Fetten), Gf. v. Northeim, 1099/1100 Mgf. v. Friesland ( 1101, s. LexMA), u. d. Gertrud v. Braunschweig ( 1117);
    2 S Si(e)gfri(e)d ( 1124/25), Wilhelm ( 1140), Pfalzgf. b. Ehrin, Gf. v. Weimar-Orlamünde; Gvv d. Ehefrau Otto v. Northeim, Hzg. v. Bayern ( 1083, s. NDB 19); Schwägerin Richenza (um 1087/89–1141, Lothar v. Supplinburg, seit 1106 Hzg. v. Sachsen, 1125 Kg., 1133 Ks., 1137, s. NDB 15), Ksn. (s. NDB 21);
    N Albrecht (d. Bär), Mgf. v. Brandenburg ( 1170, s. NDB I).

  • Leben

    S. war über seine Eltern verwandtschaftlich eng mit dem selbstbewußten ostsächs. Adel verbunden, der in den letzten Jahrzehnten des 11. und am Beginn des 12. Jh. in anhaltenden Konflikten mit dem salischen Königtum lag. Umso bemerkenswerter ist, daß er nach dem Tod seines Vaters auf Seiten Kg. Heinrichs IV. im Rheinland erscheint. Die niederrhein. Verbindungen seiner Mutter brachten ihm Eigenbesitz in Löwen-Brabant und einen Anspruch auf die lothring. Pfalzgrafschaft ein. Diese hatte zuvor der Gemahl seiner Mutter, Pfalzgf. Heinrich v. Laach, innegehabt.

    S., der schon 1097 als Hochvogt des Erzstifts Trier nachweisbar ist, konnte die Pfalzgrafschaft am Ende des 11. Jh. für sich gewinnen. Zuerst 1099 in diesem Amt nachweisbar, setzte er sich, unterstützt von Heinrich IV., gegen seinen Konkurrenten Gf. Heinrich v. Limburg durch. Bis zu seinem Tod brachen zwischen ihm und dem Limburger immer wieder Konflikte auf. Dem Kaiser aber hielt S. die Treue, auch als nach dem Aufstand seines Sohnes, Heinrichs V., fast das ganze Reich von diesem abgefallen war. Nach dem Tod Heinrichs IV. 1106 gewann S. zum Hof des letzten Saliers, Heinrichs V., jedoch keinen Zugang mehr.

    Im Ringen um die lothring. Pfalzgrafschaft scheint sich deren Schwerpunkt auf den Moselraum verlagert zu haben, Spuren eines eigenständigen Herrschaftsaufbaus sind im Trierer Raum faßbar. 1109 kulminierte eine Auseinandersetzung mit dem Limburger in einer spektakulären Gefangennahme: S. geriet in die Hände Kg. Heinrichs V., der ihn dem Bischof von Würzburg zur Haft übergab. S. habe den König ermorden und sich|gegen dessen Herrschaft erheben wollen, was durch Heinrich v. Limburg verraten worden sei, schrieb der Verfasser der Kaiserchronik. Unüblich lange – bis 1112, nach dem Italienzug des nunmehrigen Kaisers – blieb S. in Haft. Nach einer kurzzeitigen Versöhnung beanspruchte er 1113 das Erbe der Grafen von Weimar-Orlamünde, dem Adelsgeschlecht, aus dem seine Mutter stammte, und geriet damit wiederum in Konflikt mit Heinrich V. Gegen den Versuch des Saliers, das Weimar-Orlamünder Erbe beim Reich zu behalten, erhob sich jedoch eine breite Opposition – der sächs. Adel solidarisierte sich mit S. noch über dessen weitreichende Verwandtschaftskreise hinaus. Als die sächs. Großen Anfang März 1113 in Warnstedt (b. Quedlinburg) zu Beratungen zusammenkamen, wurde die Versammlung von dem ksl. Heerführer Hoyer von Mansfeld überfallen; S. trug schwere Verwundungen davon, die wenige Tage später zu seinem Tod führten.

  • Quellen

    Qu Anonyme Ks.chronik f. Heinrich V., in: Frutolfi et Ekkehardi chronica necnon anonymi chronica imperatorum, ed. F.-J. Schmale u. I. Schmale-Ott, 1972, S. 234, 253 u. 261.

  • Literatur

    ADB 34;
    H. Peper, Gf. S. v. B., Pfalzgf. b. Rhein, Ein treuer Vasall Heinrichs IV., in: Anhaltin. Gesch.bll. 10/11, 1934/35, S. 1–37;
    R. Gerstner, Die Gesch. d. lothring. u. rhein. Pfalzgfsch., 1941, S. 54, 56–58;
    L. Fenske, Adelsopposition u. kirchl. Reformbewegung im östl. Sachsen, 1977;
    M. Schaab, Gesch. d. Kurpfalz, 1. Bd., 1988;
    L. Partenheimer, Albrecht d. Bär, Gründer d. Mark Brandenburg u. d. Fst. Anhalt, 22003;
    Jörg R. Müller, Vir religiosus ac strenuus, Albero v. Montreuil, Ebf. v. Trier (1132–1152), 2006, S. 324–27.

  • Autor/in

    Jürgen Dendorfer
  • Empfohlene Zitierweise

    Dendorfer, Jürgen, "Sigfrid Graf von Ballenstedt" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 345-346 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138441197.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA