Lebensdaten
um 1070 bis 1103
Sterbeort
an der Neiße
Beruf/Funktion
Markgraf von Meißen und der Lausitz ; Graf von Eilenburg
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137315244 | OGND | VIAF: 81522741
Namensvarianten
  • Heinrich I. Graf von Eilenburg
  • Heinrich I. von Eilenburg
  • Heinrich von Eilenburg
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Zitierweise

Heinrich I., Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137315244.html [13.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    Aus d. Hause Wettin;
    V Dedo II. ( 1075), Mgf. d. Ostmark (Lausitz) (s. ADB V);
    M Adela ( 1083, 1] Gf. Otto v. Weimar-Orlamünde, 1067, Mgf. v. Meißen), T d. Gf. Lambert II. v. Löwen ( n. 1062);
    wohl 1102 Gertrud ( 1117, 1) Gf. Dietrich v. Katlenburg, 1085, 2] Gf. Heinrich v. Northeim, 1101), T d. Mgf. Ekbert I. v. Meißen|( 1068, s. NDB II, in Art. Brunonen);
    S Mgf. Heinrich II. v. Meißen (1103/04-23, Adelheid, d. Mgf. Lothar-Udo v. Stade), unterstützte gemeinsam mit Heinrich v. Stade u. Ludwig v. Thüringen den Bischof Reinhard v. Halberstadt in seinem Kampf gegen Hzg. Lothar v. Sachsen;
    N Mgf. Konrad v. Meißen ( 1157).

  • Leben

    Nach dem Tod des Vaters erbte H. das Eigengut Eilenburg an der Mulde; die Mark Lausitz (Niederlausitz) wurde von König Heinrich IV. an seinen treuen Anhänger Herzog Wratislaw von Böhmen vergeben. Jedoch schon 1081 wird H. als Markgraf der Lausitz genannt, und 1089, nach der Ächtung und Absetzung des Markgrafen Ekbert II., der bald darauf ein ruhmloses Ende fand, erhielt er auch die Lehen über die Mark Meißen. Die Ehe mit der Schwester dieses letzten Brunonen brachte durch ihre Allode Braunschweig und Wolfenbüttel eine wesentliche Besitzvermehrung ein, doch schon 1103 ist H. im Kampf gegen die Slawen an der Neiße gefallen. Durch die Energie seiner Witwe Gertrud blieben die Marken dem nachgeborenen Sohn Heinrich II. erhalten, und es wurde eine Auflösung und Zerstreuung des Besitzes, wie sie die markgräflichen Dynastien der Ekkehardinger, der Grafen von Weimar und der Brunonen getroffen hatte, vermieden. Auf diesem Erbe konnte nach Heinrichs II. Tod 1123 sein Vetter Konrad aufbauen und die Anfänge zur Landesherrschaft der Wettiner begründen.

  • Literatur

    ADB XI;
    O. Posse, Die Markgrafen v. Meißen u. d. Haus Wettin bis zu Konrad d. Gr., 1881;
    R. Lehmann, Gesch. d. Niederlausitz, 1937, 21963;
    H. Helbig, Der Wettin. Ständestaat, 1955.

  • Autor/in

    Herbert Helbig
  • Empfohlene Zitierweise

    Helbig, Herbert, "Heinrich I." in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 372-373 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137315244.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Heinrich I. von Eilenburg, der erste Markgraf von Meißen aus dem später sich nach der Burg Wettin nennenden Geschlechte, Sohn des Markgrafen Dedo II. von der Ostmark, geb. 1069. Nach des letzteren Tode im J. 1075 verlieh jedoch Kaiser Heinrich IV. diese Mark nicht ihm, sondern dem Herzog Wratislaw von Böhmen, obgleich Dedo's Wittwe Adela ihren Sohn, wol als Geisel ihrer eigenen Treue, dem Kaiser übergeben hatte. Heinrich aber entfloh, wie Lambert erzählt, zugleich mit dem Sohne des Markgrafen Udo von Nordsachsen der Haft und der Aufsicht des Grafen Eberhard von Nellenburg nach Mainz und kehrte von da zu seiner Mutter zurück. Trotzdem belehnte ihn Kaiser Heinrich nach der Aechtung des Markgrafen Ekbert II. von Meißen zu Regensburg im J. 1088 mit dessen Mark, die er auch mit Erfolg gegen jenen behauptete. Um sich aber im Besitze derselben noch mehr zu befestigen, vermählte er sich 1102 mit Ekbert's, durch Heinrich's von Nordheim Tod zum zweitenmale verwittweten Schwester Gertrud, die ihm nicht nur die Allode des nordheimischen Hauses zubrachte sondern auch nach Heinrich's Tode, Aug. 1103 die Mark Meißen für ihren nachgeborenen Sohn Heinrich II. mit männlicher Energie gegen die Ansprüche und Angriffe von dessen Vettern, Konrad und Dedo von Wettin, welche das Kind für untergeschoben erklärten, behauptete. Im J. 1123 unterstützte H. im Verein mit seinen Verwandten, dem Markgrafen Heinrich von Stade und Ludwig von Thüringen, den Bischof Bukko von Halberstadt in dessen Fehde gegen den Herzog Lothar von Sachsen, bald darauf gerieth er aber selbst in eine Fehde mit seinem Vetter Konrad von Wettin, nahm denselben gefangen und hielt ihn in Haft, aus der jedoch Konrad durch Heinrich's|frühen Tod, der angeblich durch Gift herbeigeführt war, bald befreit wurde. Mit Heinrich erlosch 1123 das Geschlecht Dedo's von der Ostmark.

  • Autor/in

    Flathe.
  • Empfohlene Zitierweise

    Flathe, Heinrich Theodor, "Heinrich I." in: Allgemeine Deutsche Biographie 11 (1880), S. 543-544 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137315244.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA