Lebensdaten
1855 bis 1913
Geburtsort
Woschczytz (Woszczyce, Kreis Pless, Oberschlesien)
Sterbeort
Bad Landeck
Beruf/Funktion
Kirchenhistoriker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 117454591 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Sdralek, Maximilian
  • Sdralek, Max
  • Sdralek, Maximilian

Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Sdralek, Max, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117454591.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Lukas, aus poln. Fam., Lehrer u. Organist in W.;
    M Amalie Drischel;
    B Julius ( 1919), Erzpriester in Patschkau.

  • Leben

    Nach dem Besuch der Gymnasien in Gleiwitz und Breslau nahm S. 1875 ein Theologiestudium an der Univ. Breslau auf, wechselte aber 1879 infolge des preuß. Kulturkampfs auf Anraten seines Lehrers Hugo Laemmer (1835–1918) nach Freiburg (Br.). Hier wurde er 1880 bei dem Kirchenhistoriker Franz Xaver Kraus (1840–1901) zum Dr. theol. promoviert (Hinkmars v. Reims kanonist. Gutachten über d. Ehescheidung d. Kg. Lothar II., 1881) und in St. Peter (Schwarzwald) zum Priester geweiht. Ein durch Kraus vermitteltes Forschungsstipendium des preuß. Kultusministeriums ermöglichte ihm Reisen durch Bayern und die Donaumonarchie zur Vorbereitung seiner Habilitationsschrift über den Pontifikat Nikolaus I. (De S. Nicolai PP. epistolarum codicibus quibusdam manuscriptis dissertatio, 1882). Seit 1882 Privatdozent für Kirchengeschichte und Kirchenrecht in Breslau, erhielt S. 1884 einen Ruf auf den Lehrstuhl für Kirchengeschichte an der Theol. Akademie in Münster (Rektor 1887/88), an der er als gründlicher, kritischer Forscher und hervorragender akademischer Lehrer seine literarisch fruchtbarsten Jahre verbrachte und in Verbindung mit Heinrich Schrörs (1882–1916) und Alois Knöpfler (1827–1914) 1891–1903 die „Kirchengeschichtlichen Studien“ herausgab. S., der unter dem „partikularistisch preußenfresserischen Ultramontanismus“ (Brief an F. X. Kraus) in Münster litt, erreichte 1896 seine Rückberufung nach Breslau (Rektor 1906/07, Dekan 1911), wo ihm neben der Professur für Kirchengeschichte 1900 das „Professorenkanonikat“ am Domstift verliehen wurde. Hier baute er das kirchengeschichtliche Seminar auf und begründete die Breslauer kirchengeschichtliche Schule, die sich der Methodik moderner historisch-kritischer Forschung streng verpflichtet wußte. Ihr gehörten in der Folge u. a. Joseph Wittig (1899–1998), Berthold Altaner (1885–1964), Kurt Engelbert (1886–1967), Franz Xaver Seppelt (1888–1956), Hubert Jedin (1900–80), Bernhard Panzram (1902–98) und Bernhard Stasiewski (1905–95) an. 1902–10 gab er die „Kirchengeschichtlichen Abhandlungen“ heraus, publizierte aber keine eigenen Schriften, vermutlich um angesichts der innerkirchlichen Modernismuskämpfe Konflikten mit dem kirchlichen Lehramt zu entgehen. Infolge eines Schlaganfalls 1909 war seine Lehrtätigkeit in den letzten Lebensjahren stark eingeschränkt.

  • Werke

    Die Streitschrr. Altmann's v. Passau u. Wezilo's v. Mainz, 1890;
    Wolfenbütteler Fragmente, Analekten z. KGesch. d. MA aus Wolfenbütteler Hss., 1891;
    Die Straßburger Diözesansynoden, 1894;
    Über d. Ursachen, welche d. Sieg d. Christentums im röm. Reich erklären (Rektoratsrede, Breslau 1906), 1907.

  • Literatur

    J. Wittig, in: Der Oberschlesier 3, 1921, S. 634–36 u. 659–62 (W, L);
    H. Jedin, Kirchenhist. aus Schlesien in d. Ferne, in: Archiv f. Schles. KGesch. 11, 1953, S. 243–59;
    H. Schiel, M. S., d. Begründer d. Breslauer KGesch.schule, im Bannkreis v. Franz Xaver Kraus, Mit 47 Briefen S.s an Kraus, ebd. 35, 1977, S. 239–84, 36, 1978, S. 159–203 (W, L);
    R. Bendel, M. S., Der Begr. d. Breslauer kirchenhist. Schule, ebd. 55, 1997, S. 11–37;
    E. Kleineidam, Die Kath.-Theol. Fak. d. Univ. Breslau 1811–1945, 1961, bes. S. 90–97 (P);
    E. Hegel, Gesch. d. Kath.Theol. Fak. Münster 1773–1964, 2 Bde., 1966/71, bes. I, S. 332 (P), 340 f., II, S. 534–36 (W, L);
    Ch. Weber, KGesch., Zensur u. Selbstzensur, 1984, S. 74–76;
    Schlesier d. 19. Jh.;
    Bed. Oberschlesier;
    Breslau-Lex.;
    Kosch, Lit.-Lex.3;
    RGG1+2;
    LThK1–3;
    BBKL IX (W, L).

  • Autor/in

    Manfred Weitlauff
  • Empfohlene Zitierweise

    Weitlauff, Manfred, "Sdralek, Max" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 103 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117454591.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA