Lebensdaten
1835 bis 1918
Geburtsort
Allenstein (Ostpreußen)
Sterbeort
Breslau
Beruf/Funktion
katholischer Theologe
Konfession
evangelisch,katholisch
Normdaten
GND: 116644044 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Laemmer, Hugo
  • Laemmer, Eduard Ludwig Hugo
  • Lämmer, Hugo

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Zitierweise

Laemmer, Hugo, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116644044.html [16.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Eduard, Gerichtsaktuar in A., aus luth. Salzburger Emigrantenfam.;
    M Karolina, T d. Bgm. Anton Ehlert in A., aus kath. Ermländer Fam.

  • Leben

    L. legte 1852 am Altstädtischen Gymnasium in Königsberg die Reifeprüfung ab. Er studierte anschließend Philosophie und ev. Theologie in Königsberg, seit 1853 in Leipzig. 1854 verfaßte er die Preisschrift über die Logos-Lehre des Klemens von Alexandrien und wurde im selben Jahr zum Dr. phil. promoviert. 1855 siedelte er nach Berlin über. 1856 stellte die dortige Theol. Fakultät das Preisthema: Die vortridentinische kath. Theologie der Reformationszeit. L. wurde auf Grund seiner Arbeit, die eine Auszeichnung erhielt, zum Lic. theol. promoviert. 1856/57 wirkte er als Religionslehrer in Berlin. Ostern 1857 erfolgte seine Habilitation an der Theol. Fakultät in Berlin für „Historische Theologie“. In seiner Antrittsvorlesung erörterte er die „Widerlegung der Confessio Augustana“. Nach einer Studienreise in Italien trat er 1858 zum kathol. Glauben über. Die Gründe dafür hat er in seiner Schrift „Misericordias Domini“ (1861) dargelegt. L. studierte kath. Theologie, trat in das Priesterseminar in Braunsberg ein und empfing 1859 die Priesterweihe. Im selben Jahr wurde er in Breslau auch zum Dr. theol. promoviert. Er reiste sodann nach Rom und machte in den Archiven und Bibliotheken wertvolle Quellenfunde. Pius IX. ermöglichte ihm den Zutritt zum Vatikanischen Archiv, wo er u. a. die Nuntiaturberichte aus Deutschland und unbekannte Quellen über Baronius entdeckte. 1861 wurde er zum Subregens am Priesterseminar in Braunsberg ernannt. 1863 weilte er wieder in Rom und arbeitete als Consultor der Kongregation für die Oriental. Riten, erstellte u. a. Gutachten über die griech. Konzilsakten von Florenz und die byzantin. Unionstheologie des Mittelalters, den Handschriftennachlaß von Leo Allatius und schrieb ein Kompendium über das oriental. Kirchenrecht. Seit Mitte 1863 wirkte L. in Braunsberg wieder als Subregens und seit Ostern 1864 als Professor für Moraltheologie am Lyzeum Hosianum in Braunsberg. Bereits im Sept. 1864 erfolgte seine Ernennung zum o. Professor in Breslau, die Widerspruch auslöste. Sie bedeutete für die Theol. Fakultät einen geistigen Neubeginn. Im Okt. 1864 wurde er als Domherr in Breslau installiert. 1864-82 las L. Dogmatik, 1871 übernahm er auch die Vorlesungen über Kirchengeschichte und vertrat 1884-1916 das Kirchenrecht. Den Lehrstuhl für Kirchengeschichte machte er 1896 für seinen Schüler M. Sdralek frei.

    L. gehört zu den anregenden Theologen und Kirchenhistorikern seiner Zeit. Trotz seiner über 50jährigen Lehrtätigkeit in Breslau hat er keine Schule begründet. Sein umfangreiches Schriftenverzeichnis legt jedoch Zeugnis von seinem erfolgreichen wissenschaftlichen Wirken ab. Verschiedene Arbeiten von ihm sind noch heute von Bedeutung.

  • Werke

    Weitere W u. a. Papst Nikolaus I. u. d. byzantin. Staatskirche s. Zeit, 1857;
    Die vortridentin. kath. Theol. d. Ref.za., 1858 (bisher unersetzter Versuch e. Gesamtdarst.);
    Mon. Vaticana historiam ecclesiasticam saeculi XVI illustrantia, 1861;
    Analecta Romana, 1861;
    Zur KG d. 16. u. 17. Jh., 1863;
    Meletematum Romanorum mantissa, 1875;
    De Caesaris Baronii litterarum commercio diatriba, 1903.

  • Literatur

    Divus Thomas 5, 1918, S. 387-91 (P);
    Archiv f. Kath. Kirchenrecht 98, 1918, S. 613-18;
    J. Schweter, Prälat Dr. H. L., 1926 (W-Verz., P);
    E. Kleineidam, Die kath.-theol. Fak. d. Univ. Breslau, 1961, S. 74 ff. (P);
    K. Engelbert, Gesch. d. Breslauer Domkapitels, 1964, S. 100-08;
    H. Schiel, Archiv f. Schles. KG 34, 1976, S. 133 ff.;
    J. Overath, ebd. 35, 1977, S. 227 ff.;
    H. Jedin, Die Erforschung|d. kirchl. Ref.gesch., 1975, S. 10;
    ders., Caesar Baronius, 1978, S. 10;
    J. H. Reinkens, Briefe an seinen Bruder Wilhelm, hrsg. v. H. J. Sieben, 1979, II, S. 922 ff., 951 f., III, S. 1611–14, S. 1725 ff.;
    Kosch, Kath. Dtld.;
    LThK VI.

  • Autor/in

    Remigius Bäumer
  • Empfohlene Zitierweise

    Bäumer, Remigius, "Laemmer, Hugo" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 402 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116644044.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA