Lebensdaten
unbekannt
Beruf/Funktion
baltische Familie
Konfession
lutherisch,russisch-orthodox
Normdaten
GND: 11876182X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schroeder (bis 1788)
  • Schroeder, von
  • Schroeder (bis 1788)
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Zitierweise

Schroeder, von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11876182X.html [21.11.2018].

CC0

  • Leben

    Die Stammreihe des aus Ostpreußen stammenden Geschlechts beginnt mit Heinrich S. ( 1692), Bürger und Kürschnermeister in Königsberg. Seine Enkel Heinrich S. (1693–1755), Pastor in Serrahn und Dobbin, und Johann S. (1706-82), Seidenkramer und Ältester der Großen Gilde in Riga, begründeten die beiden Linien (Burtneck bzw. Rammenhof).

    Heinrichs Sohn Johann Friedrich (1728–1801), auf Wilkenhof, wurde dank seiner Mutter Christine (1705–57), einer Brauers- und Kaufmannstochter aus Rostock, Kaufmann und Reeder sowie ksl. russ. Kollegienassessor in Riga und Kapitän der dortigen Bürgerkompanie; 1793 wurde er in den Reichsadelsstand erhoben. Johann Friedrichs Sohn Theodor Heinrich (1757–1831, s. Dt.balt. Biogr. Lex.) führte die väterlichen Geschäfte fort (Johann Friedrich Schroeder u. Sohn) und vergrößerte den Grundbesitz beträchtlich; 1818 erwarb er eine Zuckersiederei in Allasch (Livland) und gründete 1821 eine Ölmühle in Muckenholm bei Riga. Johann Friedrich (1800–82), Kaufmann und kgl. niederländ. Konsul in Riga, wurde 1848 bei der Livländ. Ritterschaft immatrikuliert. Sein Bruder Georg Wilhelm (1807–87) gründete eine eigene Handelsgesellschaft.

    Während die Linie Burtneck 1917 ausstarb, blüht die Linie Rammenhof weiter. Johanns Sohn Johann Friedrich (1744–91), zunächst Seidenkramer in Riga, dann Arrendator auf Kirchholm (b. Riga), wurde 1788 in den Reichsadelsstand erhoben. Sein Sohn Johann Karl (1771–1840), Propst des Kreises Wolmar, hatte sieben Söhne: Alexander (1798–1869) trat in den russ. Staatsdienst ein und konvertierte zum orth. Glauben; Moritz (* 1800), August (* 1802) und Theodor (1812–39, ⚔) wurden russ. Offiziere; Karl (1814–52) und Ernst (1830–94). beide Dr. med., wurden Ärzte, letzterer bei der russ. Flotte im Rang eines Wirkl. Staatsrats. Julius (1808–88, s. ADB 32; Dt.balt. Biogr. Lex.) studierte in Dorpat Theologie und Mathematik; seit 1836 unterrichtete er an der Petri-Pauli-Kirchenschule und der Kommerzakademie in Moskau, seit 1841 am Gymnasium in Dorpat. Er hatte sechs Söhne: Julius (1843–95, s. Dt.balt. Biogr. Lex.; Pogg. III, IV) wurde nach dem Chemiestudium in Dorpat und Heidelberg Professor der Chemie an der Forstakademie Tharandt sowie Mitbegründer und Lehrer der Dt. Gerberschule in Freiberg (Sachsen), Georg (1848–1922, s. Dt.balt. Biogr. Lex.; Pogg. IV), Dr. phil., wurde Realschullehrer in Basel. Woldemar (1850–98, s. Dt.balt. Biogr. Lex.; Drüll I), Dr. sc. nat. et med., seit 1890 Professor für experimentelle Pharmakologie in Heidelberg (korr. Mitgl. d. Bayer. Ak. d. Wiss.), war mit Elisabeth (1873–1940), Tochter des Marburger Pathologen Emil Mannkopff (1836–1918) verheiratet. Leopold (1851–1920, s. u.), Dr. phil., D. theol. h. c., lehrte seit 1894 Indologie in Innsbruck, seit 1899 in Wien (1912/13 Dekan; russ. Staatsrat, k. u. k. HR, Mitgl. d. Ak. d. Wiss. in Wien), und trat auch als Lyriker und Dramatiker hervor. Theodor (1853–1903) und Christoph (1855–1915, beide s. Dt.balt. Biogr. Lex.), beide Dr. med., waren als Ärzte tätig; während ersterer Direktor der Augenheilanstalt in St. Petersburg wurde (russ. Wirkl. Staatsrat, Mitgl. u. Vizepräs. d. Ver. St. Petersburger Ärzte u. d. dt. Ärztl. Ver.) und 1888-92 die St. Petersburger Medizinische Wochenschrift redigierte, wurde letzterer später Pastor. Von den Söhnen des Julius ( 1895) leitete Paul (1877–1908, s. Dt.balt. Biogr. Lex.), Dr. phil., als Chemiker eine Tanninfabrik in Valdivia (Chile), Felix (1878–1945), Dr. iur. et phil., stand der Reichsbahndirektion Dresden vor; dessen gleichnamiger Sohn (* 1912, s. L), Dr. phil., verfaßte eine Familiengeschichte. Georgs Sohn Walther (1897–1963, s. Kosch, Lit.-Lex.3) studierte Philosophie, Jura und Architektur in Basel, bereiste ganz Europa und lebte als Erzähler und Lyriker bevorzugt in Buenos Aires.

  • Literatur

    Felix v. Schroeder, Die Fam. Schröder – v. Schroeder aus Königsberg i. Pr., 2 Bde., 1983/89;
    GHdA 128 (Adels-Lex. 13), 2002. 129 (Adelige Häuser B 24), 2002.

  • Autor/in

    Franz Menges
  • Familienmitglieder

  • Empfohlene Zitierweise

    Menges, Franz, "Schroeder, von" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 551 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11876182X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA