Lebensdaten
1868 bis 1939
Geburtsort
Lennep bei Remscheid
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Bankier
Konfession
-
Normdaten
GND: 122606981 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schlitter, Oscar

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Zitierweise

Schlitter, Oscar, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd122606981.html [24.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus ursprüngl. im Zillertal (Tirol) ansässiger Fam., d. aus konfessionellen Gründen auswanderte;
    V Albert, Soldat, Posthalter in L., Eisenbahnpostkondukteur, seit 1869 in Düsseldorf;
    M Elise Güldner;
    1904 Anna, T d. Otto Bandhauer, Dir. d. Westdt. Vers. Aktien-Bank in Essen;
    1 S Oscar (1904–70, ⚭ Daisy Freiin v. Freyberg, Ps. Daisy D'Ora, * 1913, Filmschausp., Miss Germany 1931, gründete 1945 auf Schloß Offenstetten d. „Cabrini-Heim“ f. Kriegswaisen, Vorstandsmitgl., E d. Julius Frhr. v. Freyberg, 1832–1912, ksl. Bez.präs. d. Unterelsaß, s. NDB V; NDBA XII), Dipl., 1932-36 Attaché u. Vizekonsul in New York, 1936-39 in London, 1939 Legationsrat in B., 1943 in Lugano, 1952/53 Botschaftsrat in Madrid, 1953/54 in London, 1964-69 Botschafter in Athen (s. Munzinger), 1 T.

  • Leben

    S. verbrachte die Schulzeit in Düsseldorf und absolvierte im Anschluß daran eine kaufmännische Lehre. 1887 trat er in die „Bergisch Märkische Bank“ ein, zunächst als Korrespondent, später in der Wertpapierabteilung. 1894 wechselte er zur „Essener Credit-Anstalt“ über, die führende Industriebank des Reviers; 1901 rückte er in deren Vorstand auf. 1906 trat er auf Vermittlung von Carl Klönne (1850–1915) als stellv. Mitglied in den Vorstand der „Dt. Bank“ ein, 1908 kehrte er allerdings für vier Jahre zurück zur Berg. Märk. Bank, die inzwischen eng mit der Dt. Bank verbunden war. Dank seiner hervorragenden Kenntnisse der westdt. Industrie leitete er das industrielle Finanzierungsgeschäft der Berg. Märk. Bank. Seit 1912 wieder im Vorstand der Dt. Bank, bereitete er den Zusammenschluß der Berg. Märk. Bank mit der Dt. Bank vor (1914). Dies war die bisher größte Fusion im dt. Aktienwesen und zugleich der Auftakt für weitere Bankenzusammenschlüsse, die das Filialnetz der Großbanken vergrößerten und erstmals zu einer wirklichen Präsenz in der Fläche führten. In den folgenden Jahren war S. an der Weiterentwicklung der industriellen Konzentration in Westdeutschland maßgeblich beteiligt, so u. a. bei der Schaffung der finanziellen Voraussetzungen zur Gründung der „Vereinigten Stahlwerke“ und zur Neuordnung des Stummkonzerns.

    Mit dem Ausbau des Industriegeschäfts der Bank übernahm S. auch Aufsichtsratsmandate für Unternehmen aus dem Kalibergbau, dem Maschinenbau und der Elektroindustrie, darunter den Aufsichtsratsvorsitz bei den Dt. Kaliwerken, der Demag und bei Mannesmann. Sein Engagement galt auch dem Versicherungsgewerbe. Innerhalb der „Nordstern“-Versicherungsgruppe war als Transaktion v. a. die Übertragung der „Vaterländischen“ und „Rhenania“ auf „Nordstern“ von Bedeutung (1929), eine Maßnahme, die nach dem Zusammenbruch der „Frankfurter Versicherungs-AG“ wesentlich zur Wiederherstellung des Vertrauens in die dt. Versicherungswirtschaft beitrug.

    Nach der Fusion der Dt. Bank mit der „Disconto-Gesellschaft“ im Okt. 1929, an deren Zustandekommen S. maßgeblich beteiligt war, blieb er noch drei Jahre im Vorstand des vereinigten Instituts und wechselte Mitte 1932 in den Aufsichtsrat über, dessen Vorsitz er 1933-39 – jährlich alternierend mit Franz Urbig (1864–1944) – übernahm. Überlegungen im Aug. 1939, S. als Vorstandsmitglied zu reaktivieren, wurden nicht realisiert. Durch seine engen Kontakte zum westdt. Industrierevier – in der Nachfolge von Carl Klönne – half S. der Dt. Bank, diese zentrale Wirtschaftsregion zu erschließen.

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Berliner „Mittwochsges.“ (1932); Dr. phil. h.c. (Köln).

  • Literatur

    M. Müller-Jabusch, O. S., 1938 (Überarb. Neuaufl. 1955);
    E. W. Schmidt, Die Männer d. Dt. Bank u. Disconto-Ges., 1957 (P);
    L. Gall, G. D. Feldman, H. James, C.-L. Holtfrerich u. H. E. Büschgen, Die Dt. Bank 1870-1995, 1995 (P); Rhdb. (P);|

  • Quellen

    Qu Hist. Inst. d. Dt. Bank (Personenslg., SG1/73).

  • Portraits

    Ölgem. v. F. A. Pfuhle, 1937 (Frankfurt/M., Hist. Inst. d. Dt. Bank)

  • Autor/in

    Manfred Pohl
  • Empfohlene Zitierweise

    Pohl, Manfred, "Schlitter, Oscar" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 94 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd122606981.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA