Lebensdaten
1829 bis 1909
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Herischdorf (Riesengebirge)
Beruf/Funktion
preußischer General ; Militärschriftsteller
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 124614612 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schlichting, Wilhelm Lorenz Sigismund Franz von
  • Schlichting, Sigismund W. von
  • Schlichting, Sigismund von
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Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Schlichting, Sigismund von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd124614612.html [26.09.2017].

CC0

  • Genealogie

    Aus schles. Adelsfam.; V Eduard (1794–1874), preuß. Gen. d. Inf., Dir. d. Kriegsak. (s. Priesdorff VI, S. 189 f., Nr. 1814), S d. Christoph Friedrich (1745–99), Kpt. im Inf.-Rgt. Gf. Kunheim, u. d. Charlotte Sophie Christine v. Kowalski (* 1764); M Emilie (1803–87), T d. Adolf Friedrich Sigismund v. Warburg, auf Quadenschönfeld, u. d. Wilhelmine Luft; Ur-Gvv Georg Lorenz Simon v. Kowalski (1717–96), preuß. Gen. (s. Priesdorff II, S. 95 f., Nr. 616); B Ulrich Ernst (1832–67), preuß. Offz.; Schw Alexandrine (1827–98), Ehrenstiftsdame in Schönfließ; – Breslau 1860 Maria (1838–1923), aus Waldenburg, T d. Leopold Karl Gf. v. Zieten (1802–70), preuß. Geh. Reg.rat, u. d. Ernestine Gfn. Schaffgotsch (1805–46); 2 S Sigismund Lorenz (1863–1911, ermordet in Konstantinopel), preuß. Offz., osman. Oberst, Joachim (1866–1952), preuß. Oberst, Kdt. d. 16. Kav.brig., 2 T Hedwig (1861–1924), Oherin am Krankenhaus Eppendorf b. Hamburg, Emilie (Emy) (1864–1928, ⚭ Richard Frhr. v. Funck, 1841–1906, preuß. Frhr. 1892, preuß. Gen. d. Inf., Gen.Inspekteur d. Mil.-Erziehungs- u. Bildungswesens, s. NDB IX*; BJ XI, Tl., 1] Martha v. Holtzendorff, 1855–84).

  • Leben

    Erzogen im Kadettenkorps, kam S. 1847 zur Truppe, wo er im Posener Aufstand 1848 das Gefecht von Miloslaw, 1866 das Gefecht von Trautenau und die Schlacht von Königgrätz sowie 1870/71 Ausfallgefechte bei der Belagerung von Paris mitmachte. Bis 1887 (1880 Gen.major, 1884 Gen.lt.) diente er entweder als Kommandeur (1874–78 d. Garde-Grenadier-Rgt. Nr. 3 Charlottenburg, 1884/85 d. 15. Div. Köln, 1885-87 d. 1. Garde-Div. Berlin) oder als Generalstabschef (1872–74 d. VII. Armeekommandos Münster, 1878-84 d. Gardekorps Berlin). S.s militärwissenschaftliche Laufbahn begann 1869 mit seiner Berufung in die Kriegsgeschichtliche Abteilung des Großen Generalstabs aufgrund seines Universitätsbesuchs in Bonn und Göttingen 1856–59. Seine ersten Arbeiten waren Analysen der russ. und ital. Feldmanöver, zu denen S. 1875/76 als Beobachter abgeordnet war. Als Regimentskommandeur erprobte er neue, an die gesteigerte Feuerkraft angepaßte Kampfformen, die nach anfänglicher Ablehnung durch die Truppe mit der Einführung des Magazingewehrs M 1871/84 allgemein übernommen wurden; S. wurde 1883/84 Mitglied der Studienkommission der Kriegsakademie. 1884-87 konnte er die moderne Taktik auf Divisionsebene erproben und publizieren. 1887/88 wirkte S. an der Neufassung des Felddienst- und des Exerzierreglements maßgeblich mit. Unter heftigen Diskussionen mit den schematischen „Normaltaktikern“, v. a. General Wilhelm v. Scherff (1834–1911), setzte S. die Prinzipien „Feuer und Bewegung“ gegen den „Massenstoß“ durch, an dem die Kriegsgeschichtliche Abteilung und die Lehrer der „Applikatorischen Kriegsgeschichte“ festhielten. In zahlreichen Schriften konterte S. mit Beispielen für bewegliche Anpassung an die Lage und Ausnutzung technischer Mittel, namentlich durch Moltke; nach 1900 setzte sich seine Anschauung auch bei der im Generalstab erarbeiteten Musterkriegsgeschichte „Die Kriege Friedrichs des Großen“ durch. S.s Wirken wurde honoriert mit dem Generalkommando über das XIV. Armeekommando Karlsruhe, vom Kaiser 1893 als Musterkorps der Armee bezeichnet, und der Beförderung zum General der Infanterie (1889).

  • Auszeichnungen

    E. K. II. (1871); Kronen-Orden I. Kl. (1887); Roter Adler-Orden mit Eichenlaub I. Kl. (1889) u. Großkr. (1891); Großkr. d. württ. Kronenordens (1892); Schwarzer Adler-Orden (1896); bad. Treue-Orden (1896).

  • Werke

    Studien z. Kompagnie-Kolonnengefecht, 1884; Ein Operationstag in fünf Übungsritten, 1885; Über d. Dienstj. 1885/86 – Solche Angriffe sind verboten, 1886; Der Kampf um e. vorbereitete Stellung, 1886; Über Truppenführung aus d. J. 1887, 1888; Das Manöver d. XIV. Armee-Korps 1889, 1889; Takt. u. strateg. Grundsätze d. Gegenwart, 3 Bde., 1897-99; Moltke u. Benedek, 1900; Moltkes Vermächtnis, 1901.

  • Literatur

    E. v. Gayl, Gen. v. S. u. sein Lebenswerk, 1913 (P); H. Delbrück, Gen. v. S. u. sein Lebenswerk (Rez.), in: Preuß. Jbb. 151, 1913, S. 342-47; J. Hoffmann, Die Kriegslehre d. Gen. v. S., in: Mil.geschichtl. Mitt. 1, 1969, S. 5-36; D. J. Hughes, S., Schlieffen, and the Prussian theory of war in 1914, in: Journal of military hist. 59, 1995, S. 257-77; St. Leistenschneider, Auftragstaktik im preuß.-dt. Heer 1871 bis 1914, 2002; BJ 14, Tl.; Priesdorff VIII, S. 444-52, Nr. 2685 (P); – zur Fam.:GHdA 29 (Adelige Häuser A VI), 1962.

  • Autor

    Wolfgang Petter
  • Empfohlene Zitierweise

    Petter, Wolfgang, "Schlichting, Sigismund von" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 76 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd124614612.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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