Lebensdaten
1900 bis 1988
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Lyrikerin ; Erzählerin ; Publizistin
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118606190 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schaefer, Oda Emma Johanna
  • Kraus, Oda Emma Johanna (geborene)
  • Lange, Oda (verheiratete)
  • mehr

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Zitierweise

Schaefer, Oda (Pseudonym), Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118606190.html [21.07.2019].

CC0

  • Genealogie

    Aus balt. Künstler- u. Pastorenfam.;
    V Eberhard Kraus (1857–1918, Freitod), Schriftst., Redakteur (s. Dt.balt. Biogr. Lex.; Kosch, Lit.-Lex.3), S d. Hugo, Pastor in Neugut (Kurland), u. d. Sally v. Kügelgen ( 1869, s. W);
    M Alice Baertels (1863–1941/42 ?);
    Urur-Gvv Gerhard v. Kügelgen (1772–1820, Helene Zoege v. Manteuffel, 1774–1842, Malerin, s. Dt.balt. Biogr. Lex.), Maler (s. NDB 13); vermutl. Gr-Ov Wilhelm v. Kügelgen (1802–67), Maler, Schriftst. (s. NDB 13);
    B Wolfgang Kraus (1887–1952), Journalist (s. Kosch, Lit.-Lex.3);
    1) Berlin 1923 1926 Albert Schaefer-Ast (1890–1951), Maler, Graphiker (s. L), S e. Färbers u. Wirkers in Wuppertal, 2) Berlin 1933 Horst Lange (Ps. Konrad Ostendorfer) (1904–71), aus Liegnitz (Schlesien), Schriftst. in M., Lyrikpreis d. Zs. „Die Kolonne“|1932, Ehrengabe d. Bayer. Ak. d. Künste 1958, Ostdt. Lit.preis d. Künstlergilde, Esslingen, 1960, Lit.preis d. Bayer. Ak. d. Künste 1963, Tukan-Stipendium d. Stadt München 1965, o. Mitgl. d. Dt. Ak. f. Sprache u. Dichtung, Darmstadt, u. d. Ak. d. Wiss. u. Lit., Mainz, Mitgl. d. PEN-Zentrums d. BRD (s. W, L);
    1 S Peter Schaefer (1924–44 vermißt).

  • Leben

    S. lebte zunächst in Königsberg, seit 1906 in Berlin, wo sie das Lyzeum besuchte. Nach dem Freitod des Vaters ließ sie sich an der privaten Kunstgewerbeschule Adolf Propp in Berlin zur Graphikerin ausbilden. Die Boheme-Ehe mit Albert Schaefer-Ast währte nur kurz; mit Mutter und Sohn ging S. 1926 nach Liegnitz und arbeitete als Feuilletonistin am „Liegnitzer Tagblatt“, das ihr Bruder Wolfgang Kraus leitete. 1931 kehrte sie mit Horst Lange nach Berlin zurück und verdiente den Lebensunterhalt für sich und den angehenden Romancier mit Arbeiten u. a. für das „Berliner Tageblatt“, die „Frankfurter Zeitung“ und „Die Dame“. Zum Freundeskreis zählten V. O. Stomps, Friedo Lampe, Ernst Kreuder. Günter Eich und Martin Raschke. Die Literaturzeitschrift „Die Kolonne“ brachte 1932 S.s erstes Gedicht; der erste selbständige Lyrikband, „Die Windharfe“, erschien 1939. Zum NS-Regime hielt sie Distanz. Angebliche Arbeiten zu einem Film, dessen Realisierung nie geplant war, führten das Ehepaar S.-Lange mit Hilfe des UfA-Regisseurs Wolfgang Liebeneiner aus dem zerstörten Berlin nach Mittenwald. In der Nachkriegszeit arbeitete S. u. a. für „Die Neue Zeitung“ in München, schrieb Mode- und kulturelle Feuilletons und arbeitete für den Rundfunk. 1957 gab sie die Anthologie „Unter dem sapphischen Mond, Dt. Frauenlyrik seit 1900“ heraus. Unter Berücksichtigung des restaurativen Frauenbilds der 50er Jahre konstruierte S. im Nachwort aus den Gedichten von Frauen mit unterschiedlichen politischen Standpunkten und Schicksalen eine spezifisch weibliche Lyrik der Intensität des Gefühls. Ein Prozeß, den S. wegen des Vorwurfs, in ihrem Essay „Und fragst Du mich, was mit der Liebe sei … “ (1968) seien Elemente der NS-Ideologie enthalten, gegen die Zeitschrift „Twen“ (H. 7, 1968) führte, endete mit einem Vergleich.

    Stand ihre frühe Lyrik unter dem Vorzeichen naturmagischer Beschwörung, so setzte sich S. nach dem Tod des Sohns und einer schweren Kriegsverletzung des Ehemanns intensiv mit Tod und Verfall auseinander. Doch fehlen auch in der Nachkriegslyrik sensibel beobachtete und formal meisterliche Naturgedichte nicht. Mit ihrer poésie pure erzielte S. kleine, aber kontinuierliche Auflagen. Ihre Modefeuilletons fügen sich bei aller Anpassung an journalistische Erfordernisse zu einer großen Studie über die Frau in der Geschichte zusammen. - Lyrikpreis d. Mainzer Ak. d. Wiss. (1950); Ehrengabe d. Bayer. Ak. d. Schönen Künste (1952); Preis d. Stiftung z. Förderung d. Schrifttums (1955); Förderpreis f. Lit. d. Stadt München (1959); BVK 1. Kl. (1964); Ehrengabe d. Ostdt. Künstlergilde (1968); Essay-Förderpreis (1970); Goldmedaille „München leuchtet“ (1970); Schwabinger Kunstpreis f. Lit. (1973); Lit.preis d. Kulturkritik im BDI (1975); Gründungsmitgl. d. Ak. f. Sprache u. Dichtung, Darmstadt (1949–66) u. d. PEN-Zentrums d. BRD (1949).

  • Werke

    Weitere W Kranz d. Jahres (Gedichte), 1948;
    Katzenspaziergang ‚Poetisches Feuilleton, 1956;
    Grasmelodie, Neue Gedichte, 1959;
    Mein Leben, meine Arbeit. Ein Selbstporträt, in: Wirkendes Wort 16, 1961, S. 45 f.;
    Die Boutique, Von d. kl. Dingen d. Mode (Ill.: C. Aumann), 1963;
    Ladies only oder Von d. Kunst, Dame zu sein, 1963;
    Auch wenn Du träumst, gehen d. Uhren, Lebenserinnerungen, 1970, 41980;
    Der grüne Ton, Späte u. frühe Gedichte, 1973;
    Die Haut d. Welt, Erzz. u. Augenblicke, 1976;
    Die leuchtenden Feste hinter d. Trauer, Erinnerungen, 1977;
    Horst Lange, ein Lb., in: Horst Lange, Tagebücher aus d. 2. Weltkrieg, hg. v. H. D. Schäfer, 1979, S. 261-89;
    Wiederkehr, Gedichte, hg. v. W. Fritzsche, 1985;
    Hg. u. a.:
    Sally v. Kügelgen. Stilles Tageb. e. balt. Fräuleins 1855/56, 1936;
    Schwabing, Spinnete u. erot., enorme u. neurot. Moritaten u. Verse v. Scharfrichtern u. Schlawinern aus d. Münchner Künstlerviertel Wahnmoching, 1958;
    |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Monacensia, Stadtbibl. München (P).

  • Literatur

    V. O. Stomps, in: Dt. Rdsch. 85, 1959, S. 331-34;
    J. Eggebrecht, in. Welt u. Wort 26, 1971, S. 72 f.;
    E. Horst, Gegen d. Dunkelheit d. Welt, O. S., in: ders., Geh e. Wort weiter, 1984, S. 130-34;
    U. Leuschner, Wunder u. Sachlichkeit, O. S. u. d. Frauen d. „Kolonne“, in: E. Ziegler (Hg.), Der Traum vom Schreiben, Schriftstellerinnen in München 1860-1960, 2000, S. 137-58 (P);
    dies., in: Lit. in Bayern 63, März 2001, S. 77-80;
    L. Marhoff, Zw. Abwehr u. Anpassung, Strategien d. Realitätsverarbeitung in d. Texten nichtfaschist. junger Autorinnen v. 1930-1945, 2002;
    Ostdt. Gedenktage 1985 (P);
    Kunisch;
    KLL;
    Kosch, Lit.-Lex.3 (W, L);
    Killy;
    Munzinger;
    Kürschner, Lit.-Kal., Nekr. 1971-1998;
    Lit. in Nazi-Dtld.;
    zu Albert Schäfer-Ast:
    A. S.-A. 1890-1951, Kat. d. Ak. d. Künste zu Berlin, 1952;
    Vollmer;
    Biogr. Hdb. SBZ/DDR;
    zu Horst Lange:
    NDB 13;
    Kunisch;
    Kosch, Lit.-Lex.3;
    Killy;
    Munzinger;
    Kürschner, Lit.-Kal., Nekr. 1971-1998.

  • Autor/in

    Ulrike Leuschner
  • Empfohlene Zitierweise

    Leuschner, Ulrike, "Schaefer, Oda" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 510-511 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118606190.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA