Lebensdaten
1917 bis 2006
Geburtsort
Rheydt bei Mönchengladbach
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Dokumentarfilmer ; Publizist
Konfession
-
Normdaten
GND: 11861407X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Sielmann, Heinz
  • Zīlmanis, Heincs

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Zitierweise

Sielmann, Heinz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11861407X.html [18.02.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Paul (* 1875), aus Groß Schwignainen (Kr. Sensburg, Ostpr.), Dr. phil., Chemiker in e. Kabelwerk in R., seit 1924 in Königsberg (Preußen), wo er e. Elektro- u. Baustoffhandlung gründete (s. W), S d. Carl, Hptm., u. d. Marie Neumann;
    M Anais Faver;
    Hamburg 1951 Inge Witt (* 1930), aus Hamburg, Mitarb. v. S., gründete 1994 mit S. d. Heinz Sielmann Stiftung in D., 1994 stellv., seit 2006 Vors. d. Stiftungsrats, Verdienstkreuz 1. Kl. d. Niedersächs. Verdienstordens, 2004; Brandenburger Naturschutzpreis, 2004; Ehrenring in Gold d. Stadt Duderstadt, 2005; Ehrenbrief u. Ehrennadel d. Freistaats Thüringen, 2007;
    1 S Stephan (1954–78 verunglückt in Kenia).

  • Leben

    S. besuchte ein Gymnasium in Königsberg, wo er auch das Abitur ablegte. 1937 half er bei der Vogelberingung an der Vogelwarte Rossitten in Ostpreußen, wo er den „Vogelprofessor“ Johannes Thienemann (1863–1938) kennenlernte und dem Tierfilmer Horst Siewert (1902–43) begegnete. 1938 führte er sein Erstlingswerk, den Film „Vögel über Haff und Wiesen“, bei der Jahrestagung der Dt. Ornithologischen Gesellschaft in Berlin vor. Im Verlauf seiner weiteren Karriere als Kameramann, Tierfilmer, Produzent, Regisseur, Autor und Naturschützer spielten die Vögel eine Hauptrolle. Nach Siewerts frühem Tod konnte S. durch Vermittlung des Zoologen und Ornithologen Erwin Stresemann (1889–1972) Siewerts Dreharbeiten an einem Naturfilm auf Kreta fortsetzen. Er entging dadurch dem Kriegsdienst und gelangte 1947 über die British Film Division zum „Institut für Film und Bild“ in Hamburg und 1950 zum „Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht“ (FWU) in München. 1948/49 entstand der erste Kinofilm „Lied der Wildbahn“, seit den frühen 1950er Jahren arbeitete S. eng mit dem MPI für Verhaltensphysiologie in Buldern und Seewiesen zusammen, v. a. mit Konrad Lorenz (1903–89) und Irenäus Eibl-Eibesfeldt (* 1928). 1960 gründete S. die „Heinz Sielmann Filmproduktion“, mit der er bis an sein Lebensende mehr als 250 wissenschaftliche und populäre Filme drehte, die ihn schließlich weltberühmt machten (die Produktionsfirma besteht bis heute). Prominente Beispiele sind der herausragende Specht-Film „Zimmerleute des Waldes“ (1954) und die 1960 begonnene Serie „Expeditionen ins Tierreich“ mit über 150 Folgen im dt. Fernsehen bis 1991, 1958 der Film „Herrscher des Urwalds“ mit atemberaubenden Gorilla-Aufnahmen, 1963 „Galapagos, Trauminseln im Pazifik“ oder 1969 „Lockende Wildnis“ über die Natur Nordamerikas. S. war in Deutschland jahrzehntelang der populärste Vertreter des Tierfilms und der Filmdokumentation für den Naturschutz. 1994 gründete er zusammen mit seiner Frau die „Heinz Sielmann Stiftung“, die Naturoasen erhält oder neu gestaltet sowie Menschen an die Natur heranführt.

  • Auszeichnungen

    Ehrenmitgl. d. Dt. Ornithol. Ges. (1965), d. Schutzgemeinschaft Dt. Wald (1996), The Order of Alexander the Great (1997) u. d. Ver. Sächs. Ornithologen (2003); Cherry Kearton Medaille d. Royal Geographic Society, London (1966); Christopher Award (1972); Franz v. Assisi-Medaille (1978); Award of Honour, Wild Screen, Bristol (1984); Dr. Fritz Steiniger-Preis d. Ges. Dt. Tierfotografen (1988); Kulturpreis d. Ostpreuß. Landsmannschaft (1988); Ehrenpreis d. Dt. Tierschutzbundes (1991); Gr. BVK (1993, mit Stern 1997); Hon.-Prof. (Univ. München 1994); Orden „Goldene Arche“ (1993); Urania-Medaille (2001); Verdienstkreuz 1. Kl. d. Niedersächs. Verdienstordens (2004); – zahlr. Filmpreise u. Ehrungen, u. a. Goldene Kamera (1982); Bambi (1983 u. 1990); Ehrenpreis d. Dt. Bundesstiftung Umwelt (2005); – H. S. Ehrenpreis d. H. S. Stiftung (seit 1994).

  • Werke

    W Schrr. Lockende Wildnis, Im Reich d. Drachen u. Zaubervögel, 1970, 21973;
    Mein Weg zu d. Tieren, 1971, 41978;
    Mein Leben f. d. Wildnis, 1991;
    Mein Leben, Abenteuer Natur, 1995;
    zu Paul:
    Einwirkung v. Schwefelwasserstoff auf Aldehyde, Diss. Königsberg 1904.

  • Literatur

    FAZ v. 21. 6. 2002 (P);
    SZ v. 9. 10. 2006 (P);
    P. Berthold, in: Vogelwarte 45, 2007, S. 66–68;
    K. Gedeon, in: Ornithol. Mitt. 58, 2006, S. 385 f.;
    C. Hinkelmann, in: Gefiederte Welt, 2006, S. 356 f., ders., Ein großer Vogelfreund, H. S. z. 90. Geb.tag, ebd., 2007, S. 282–84;
    Kürschner, Gel.-Kal. 2007;
    Munzinger.

  • Autor/in

    Peter Berthold
  • Empfohlene Zitierweise

    Berthold, Peter, "Sielmann, Heinz" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 368 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11861407X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA