Lebensdaten
1916 bis 1982
Geburtsort
Konradswaldau (Kreis Landeshut, Schlesien)
Sterbeort
Rosenheim
Beruf/Funktion
Kampfflieger
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118603655 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Rudel, Hans-Ulrich

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Zitierweise

Rudel, Hans-Ulrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118603655.html [11.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johannes ( 1952), Pfarrer;
    M Martha Mückner (1881–1960);
    1) 1942 N. N. Daemisch, 2) 1965 Ursula Bassfeld (* 1944);
    2 S aus 1), 1 S aus 2).

  • Leben

    Nach dem Abitur am Gymnasium in Lauban (Niederschlesien) trat R. 1936 als Offiziersanwärter in die Luftwaffe ein. 1939 zum Leutnant befördert, nahm er in einer Fernaufklärereinheit am Krieg gegen Polen, als Adjutant des Fliegerausbildungs-Rgt. 43 am Westfeldzug teil. Seine ersten Einsätze flog R. als Pilot eines Sturzkampfbombers im Rahmen des Stuka-Geschwaders 2 „Immelmann“ Ende Juni 1941 im Nordabschnitt der Ostfront, wobei er u. a. am 23.9.1941 in Kronstadt das sowjet. Schlachtschiff „Marat“ versenkte. Im Verlauf des Kriegs flog er 2 530 Einsätze, eine für militärische Frontflüge einmalige Zahl, wobei ihm u. a. die Zerstörung von 519 Panzern zugesprochen wurde. Die NS-Propaganda stilisierte R. als den erfolgreichsten dt. Kampfflieger des 2. Weltkriegs zur Legende. Am 8.2.1945 wurde der mittlerweile zum Oberst und Kommodore des Geschwaders „Immelmann“ aufgestiegene R. schwer verwundet. Am 8. Mai geriet er in amerik. Gefangenschaft, aus der er im April 1946 entlassen wurde.

    1948 emigrierte R., der auch nach 1945 aus seiner nationalsozialistischen Gesinnung kein Hehl machte, nach Argentinien, wo er Juan Perons Luftwaffenberater wurde und u. a. Josef Mengele traf. Nach dem Sturz Perons ging er 1955 nach Paraguay. Seit 1950 war R. für neonazistische Organisationen in Deutschland tätig und trat 1953 erfolglos als Spitzenkandidat für die rechtsradikale Dt. Reichspartei (DRP) im Bundestagswahlkampfan. Als er im Okt. 1976 in einer Bundeswehrkaserne eine Traditionsfeier besuchte, wurden die Luftwaffengeneräle Walter Krupinski und Karl-Heinz Franke von Verteidigungsminister Georg Leber in den Ruhestand versetzt, da sie die Anwesenheit R.s gebilligt und verteidigt hatten. Bei seinem Begräbnis kam es erneut zum Eklat, als zwei Phantom-Jäger der Bundesluftwaffe zur Ehrbezeugung das Grab überflogen.|

  • Auszeichnungen

    Rr.kreuz (1942) mit Eichenlaub (1943), Schwertern (1943), Brillanten (1944) u. Goldenem Eichenlaub (1945, R. als einziger Träger).

  • Werke

    Mein Kriegstageb., Aufzeichnungen e. Stukafliegers. 21987 (P);
    Von d. Stukas zu d. Anden, Am höchsten Vulkan d. Erde, 41983;
    Trotzdem, Kriegs- u. Nachkriegszeit. 31976;
    Es geht um d. Reich, 1952;
    Mein Leben in Krieg u. Frieden, 1994 (P).

  • Literatur

    G. Just, Stuka-Oberst H.-U. R., 121983 (P);
    ders. in: Der Schlesier v. 26.6.1989 (P) u. 18.6.1990 (P);
    P. Dudek u. H.-G. Jaschke, Entstehung u. Entwicklung d. Rechtsextremismus in d. Bundesrep., 2 Bde., 1984;
    Biogr. Lex. z. Dritten Reich;
    Personenlex. z. Dritten Reich.

  • Autor/in

    Sönke Neitzel
  • Empfohlene Zitierweise

    Neitzel, Sönke, "Rudel, Hans-Ulrich" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 160-161 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118603655.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA