Lebensdaten
1798 bis 1882
Geburtsort
Hals bei Passau
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Verleger
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 121114341 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Pustet, Friedrich
  • Pustet, Fr., sen.

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen im NDB Artikel
Personen in der GND - familiäre Beziehungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Pustet, Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd121114341.html [09.12.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Anton Puchstett (1756–1803), aus H., Buchbinder u. Buchhändler in R;
    M Anna ( 1849), T d. Simon Scheuröcker, Bierfahrer in H., u. d. Barbara N. N;
    München 1830 Therese (1809–86), T d. Johann Martin Anton v. Schmid (1783–1856), aus Stadtamhof b. Regensburg, Apotheker in M., u. d. Maria Freiin v. Grießenbeck (1775–1829);
    6 S, 4 T, u. a. Friedrich (s. 2), Clemens (1833–98), Papierfabr., Karl (1839–1910), Verleger.

  • Leben

    P., der eine entbehrungsreiche Jugend hatte, verlegte seine 1820/22 gegründete Buchhandlung und Druckerei 1826 von Passau nach Regensburg, wo er aus kleinen Anfängen einen der bedeutendsten kath. Verlage des 19. Jh. mit den Schwerpunkten Theologie, Liturgie, Kirchenmusik, Philosophie, Geschichte und Belletristik aufbaute. Seit 1846 druckte er in vorzüglicher typographischer Gestaltung Formularien für den Gottesdienst, Missale, Breviere etc., die in der Folge von Rom als Musterausgaben (editio typica) für andere liturgische Typographen anerkannt wurden. Seit 1850 folgte in Zusammenarbeit mit dem Musikforscher Karl Proske (1794–1861) die Edition der Werke polyphoner Meister in der Reihe der „Musica divina“, wodurch der Verlag eine herausragende Position innerhalb der kirchenmusikalischen Reform erlangte. Gleichzeitig betätigte sich P. in den Regensburger Gemeindegremien und durch Gründung des „Regensburger Morgenblattes“ 1848 in der Kommunalpolitik. 1854 übernahm er auch den Verlag des bekannten „Sulzbacher Kalenders“ samt Buchhandlung und zog 1860 nach Sulzbach. Zwei Jahre später veräußerte er seine Sulzbacher Erwerbungen wieder und ließ sich in München nieder, wo er 1864 den Kgl. Bayer. Zentral-Schulbücher-Verlag erwarb und rasch zu großer Blüte brachte. P. zählt zu den bedeutenden Verlegerpersönlichkeiten des 19. Jh.

  • Autor/in

    Dieter Albrecht
  • Empfohlene Zitierweise

    Albrecht, Dieter, "Pustet, Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 15 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd121114341.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Pustet: Friedrich P. wurde am 24. Februar 1798 in dem kleinen Marktflecken Hals bei Passau geboren, als Sohn eines Buchbinders, der mit seiner zahlreichen Familie in den ärmlichsten Verhältnissen lebte. Während des Krieges wurde das elterliche Anwesen von den Franzosen niedergebrannt, der Vater starb, und die bedrängte Mutter schickte den kaum Elfjährigen fort, damit er sich sein Brot selbst verdiene. Nach vielfachem vergeblichem Bemühen fand er dann 1809 bei dem Buchbinder Eggensberger in Stadtamhof bei Regensburg als Lehrling Aufnahme. Doch auch hier war seines Bleibens nicht lange, denn schon wenige Monate später wurde auch das Haus seines Lehrherrn in Brand geschossen und der junge P. kehrte nun wieder nach der Vaterstadt zurück. Mehrere Jahre brachte er nun zu Hause als Buchbinder zu, endlich aber gelang es ihm, in Passau eine kleine Leihbibliothek zu begründen, der später eine Buchhandlung angefügt wurde. Im J. 1819 legte er durch Anschaffung einer Handpresse den Grund zu einer Druckerei. Obgleich das Geschäft mehr und mehr aufzublühen begann, sah er sich doch 1826 durch Familienverhältnisse genöthigt, dasselbe zu verlassen. Er errichtete nun in Regensburg eine bescheidene Buchhandlung, die ihm so viel einbrachte, daß er schon ein Jahr später an die Gründung einer eigenen Druckerei denken konnte. Von nun ab gediehen seine Geschäfte in der glücklichsten Weise; Buchhandlung und Druckerei wurden vergrößert, dazu 1833 ein eigenes Gebäude erworben, bald darauf die erste Schnellpresse aufgestellt, und bei dem immer größer weidenden Bedarf an Papier der schon länger gehegte Plan einer eigenen Papiermühle 1836 in Allinz, nahe bei Regensburg, zur Ausführung gebracht. Turch eisernen Fleiß und unentwegtes Streben gelang es P-, sowol Druckerei und Buchhandlung, als auch das Verlagsgeschäft, in welchem vorzugsweise die katholisch-religiöse Litteratur gepflegt wurde, zur bewunderungswürdigsten Höhe zu bringen. Besonders die seit 1859 als Specialität von der Firma betriebene liturgische Abtheilung des Verlages erlangte mit der Zeit eine Bedeutung, die von der ganzen katholischen Welt anerkannt ward, und die ihm den Titel eines „Typographen des heil. Apostol. Stuhles und der Congregationen der heil. Riten und Indulgenzen“ einbrachte. Im J. 1854 erwarb P. die durch ihren Kalenderverlag bekannte J. E. v. Seidel'sche Buchhandlung in Sulzbach, und trat dann 1860 seine Besitzungen in Regensburg seinen drei Söhnen ab. Als ihm die Geschäftsverhältnisse in Sulzbach zu kleinlich wurden, übernahm er 1864 den königl. baier. Central-Schulbücherverlag in München, den er während der folgenden zehn Jahre in der ersprießlichsten Weise betrieb, auch durch eine große Druckerei erweiterte. Nachdem er sich auf Andrängen seiner Familie 1874 endlich ins Privatleben zurückgezogen hatte, starb er am 6. März 1882 im Alter von 84 Jahren. Das von ihm begründete Geschäft, eines der ersten auf dem von ihm gepflegten Gebiete, wird unter seinem Namen von den Söhnen weitergeführt.

  • Autor/in

    J. Braun.
  • Empfohlene Zitierweise

    , "Pustet, Friedrich" in: Allgemeine Deutsche Biographie 26 (1888), S. 735-736 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd121114341.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA