Lebensdaten
1775 bis 1826
Geburtsort
Horst bei Essen-Steele
Sterbeort
Essen
Beruf/Funktion
Mechaniker ; Maschinenindustrieller
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118679570 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Dinnendahl, Franz

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Zitierweise

Dinnendahl, Franz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118679570.html [19.04.2019].

CC0

  • Genealogie

    Aus altem Bauerngeschlecht, das seit dem 16. Jh. „im Dinnendahl“ (Altendorf/Ruhr) seßhaft ist;
    V Joh. Bernh. (1744–95), Mühlenpächter in Horst, S des Joh. Christoph (1707–67), Kötter-Hofbesitzer in Altendorf/Ruhr, u. der Anna Maria Gertrud Palm;
    M Christina Maria König (1749–1805), T des Joh. Bernh. Kersebaum gen. König vom alten Königshof (Essen-Heisingen) u. der Sophia Marg. König;
    B Joh. s. (2);
    1799 Elis. Küpershege;
    7 K, u. a. Joh. Heinr. (* 1802), seit 1840 technischer Dir. der Prinz Rudolf-Hütte Dülmen, Röttger Wilhelm (* 1804); Enkelin (Tochter des Röttger Wilh.) Kunigunde ( Dr. Küster, Bes. der D.-Hütte in Essen-Huttrop).

  • Leben

    Nach Dorfschulbesuch wurdeD. Bergknappe, Tischler und Zimmergeselle. Bei außergewöhnlicher Begabung für Mechanik erbaute er als 20jähriger eine Wasserhaltungsmaschine eigener Konstruktion und eine Fördermaschine (beide Handbetrieb) für die Zeche Wohlgemut und besorgte schließlich Aufstellung und Ingangsetzung einer in Schlesien erbauten atmosphärischen Dampfmaschine (Feuermaschine). 1801-03 hat D. - ebenfalls für die Zeche Wohlgemut - seine erste Dampfmaschine (Newcomen-Prinzip) erbaut, der 1804 eine Wasserhaltungsmaschine (Watt-Boulton-Prinzip) für ein Bleibergwerk bei Aachen folgte. Ein Meisterstück D.s war die 1808 für die Tiefbauzeche Sälzer-Neuak (Essen) gelieferte Wasserhaltungs- und Fördermaschine (nach Umbau 1820-60 in Betrieb, dann in Reserve, bis 1891 zum Ventilatorenbetrieb benutzt und dann abgebaut!). Lieferant der großen Gußstücke war die Sterkrader Hüttengewerkschaft Jacobi, Haniel und Huyssen (Gutehoffnungshütte Oberhausen). 1807 siedelte D. mit seiner Werkstatt von Altendorf/Ruhr nach Essen über. Nach dem Brande 1821 verlegte er den Betrieb seiner Maschinenfabrik zur Steeler Eisenschmelze an der Ruhr, die er 1820 mit seinem Bruder Johann wie eine zweite in Mülheim/Ruhr gründete, nachdem die Gutehoffnungshütte selbst zum Maschinenbau übergegangen war und F. Harkort in Wetter/Ruhr seine „Mechanische Werkstätte“ eingerichtet hatte. Diese Konkurrenz, Geldknappheit, Verluste in bergbaulichen Unternehmungen brachten den genialen Kunstwerker in finanzielle Schwierigkeiten. Sein kühnes Planen und Unternehmen war nicht Selbstzweck; er bemühte sich, „dem Staate und dem Publikum nützlich zu werden“. D. war wie seine Zeitgenossen Fried. Krupp und F. Harkort kein rechnender, auf Gewinn bedachter Kaufmann. Dieses Trifolium ruhrländischer Wirtschaftspioniere in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts wurde die drückende Schuldenlast nicht los bis zu seinem Lebensende. Als charakteristisch für die Vielseitigkeit und Regsamkeit D.s, der Bauernwagen, Göpel, Scheunen, Maschinen baute und auf „bergmännische praktische Einrichtungen oder Vorrichtungen“ über und unter Tage sich wohl verstand, seien an Einzelleistungen hervorgehoben: 1808 Trockenlegung des Geländes beim Bau des Weseler Forts Napoleon (später Fort Blücher), 1820 das kühne Projekt der Austrocknung des Haarlemer Meers und 1818 ein Aufruf an sämtliche Gewerkschaften des Essen-Werdenschen Bergamts zur Vereinigung, um wirkungsvoller die bergrechtlichen und bergbaulichen Interessen der Grubenbesitzer gegenüber der „höheren und höchsten Behörde“ (Direktionsprinzip der preußischen Bergordnung) vertreten zu können.

  • Portraits

    Pastell v. Menninger, 1819;
    Bronze-Relief v. Schellbach, 1904.

  • Autor/in

    Karl Mews
  • Empfohlene Zitierweise

    Mews, Karl, "Dinnendahl, Franz" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 732 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118679570.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA