Lebensdaten
um 1485 bis 1523
Geburtsort
Kaisersberg (Elsaß)
Sterbeort
Hagenau
Beruf/Funktion
Humanist ; Philologe ; Buchdrucker ; Dichter ; Freund Ulrich von Huttens
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 103142908 | OGND | VIAF: 107637903
Namensvarianten
  • Anxst, Wolfgang (?)
  • Angst, Wolfgang
  • Anxst, Wolfgang (?)
  • mehr

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Zitierweise

Angst, Wolfgang, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd103142908.html [09.08.2020].

CC0

  • Leben

    Im Gründungssemester, Sommer 1506, wurde A. an der Universität Frankfurt/Oder immatrikuliert und erwarb am 17.2.1507 den Bakkalar. Mit ihm schloß U. von Hutten, der ihn in seinen „Querelen“ (1510) quondam meus nennt und seine plautinische Eloquenz rühmt, Freundschaft fürs Leben. 1507 war A. als Korrektor von Klassikerdrucken bei der Druckgesellschaft der Buchführer N. Lamperter (aus Basel) und B. Murrer zu Frankfurt/Oder tätig. Mit Februar 1510 besorgte er in Straßburg für M. Schürer eine Ausgabe der „Tusculanae Quaestiones“, von November 1514 bis März 1515 für H. Gran in Hagenau eine Ausgabe des „Opus concionatorium“ des Sancius de Porta. Die Vermutung liegt nahe, daß der Reuchlinist A. die Drucklegung der Erstausgabe der „Epistolae obscurorum virorum“ bei Gran, der als Drucker scholastischer Werke unverdächtig war, vermittelte; jedenfalls stand A. über Hutten mit Crotus Rubianus in Beziehung und sandte das Werk sofort nach Erscheinen am 19.10.1515 an Erasmus. Der Tätigkeit und Person A.s in Hagenau wird in dem im Frühjahr 1517 zu Köln erschienenen zweiten Teil des Werkes, und zwar in der von Hutten verfaßten Reise des Magisters Schlauraff an die deutschen Universitäten (Vers 124-31) näher gedacht. 1516 weilte A. in Straßburg, von November 1517 bis September 1518 in Basel, wo er für J. Froben an den Adagien u. a. Schriften des Erasmus tätig war. Seit Herbst 1518 arbeitete A. für Schöffer in Mainz, veranlaßt und unterstützt von seinem Freunde Hutten, gemeinsam mit N. Karbach an der von Hutten ermöglichten Herausgabe und Drucklegung des in der Mainzer Domkapitelbibliothek neuaufgefundenen „um 2 Bücher vermehrten… T. Livius“, einer textkritisch und typographisch auffallenden Leistung, die im Frühjahr 1519 mit einer Dedikationsvorrede Huttens an Erzbischof Albrecht von Mainz, einer Zuschrift des Erasmus vom 23.2.1518 und Beiworten von Karbach und A. erschien. Erasmus und Karbach bringen darin das Märchen von der Erfindung der Buchdruckerkunst durch J. Fust. In dem im April 1519 bei Schöffer in Mainz aufgelegten Buch Huttens „De Guaiaci medicina et morbo Gallico“ entschuldigt sich A. am Schluß wegen der Inkorrektheit des Druckes. Das letzte überlieferte Lebenszeichen von A., der nach Huttens Urteil (1519) einer der geschicktesten humanistischen Korrektoren Deutschlands war, stammt vom Frühjahr 1523, bis zu welcher Zeit A. wieder in Hagenau wirkte.

  • Literatur

    ADB I; Ersch-Gruber IV, 1820;
    Ch. Schmidt, Hist. littéraire de l'Alsace II, Paris 1879, S. 154 bis 156;
    P. S. Allen, Opus Epistolarum Desiderii Erasmi Rotterdami II, 1910, S. XIX u. 152;

    R. Wackernagel, Humanismus u. Ref. in Basel, 1924, S. 184;

    H. Grimm, Ulrichs v. Hutten Univ.jahre u. Jugenddichtungen, 1938, S. 175;

    A. Hartmann, Die Amerbachkorrespondenz I, Basel 1942, S. 460;
    eigene Archivstudien.

  • Autor/in

    Heinrich Grimm
  • Empfohlene Zitierweise

    Grimm, Heinrich, "Angst, Wolfgang" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 296 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd103142908.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Angst: Wolfgang A., vielleicht auch richtiger Anxst, war zu Kaisersberg (Caesaris Mons) im Elsaß geboren, das Geburtsjahr läßt sich nicht mit voller Gewißheit feststellen, wurde mit Ulrich von Hutten in dessen Jugendjahren bekannt und lebte mit demselben in der innigsten Freundschaft, sowie er auch|ein Freund Reuchlin's, Erasmus' etc. war. Er war gelehrter Buchdrucker, Philolog und Dichter, denn wir finden ihn 1515 in einer Druckerei in Hagenau im Elsaß wahrscheinlich in der Buchdruckerei von Thomas Anshelmus aus Baden, wenn auch nicht als Buchdrucker, doch als gelehrter Arbeiter beschäftigt, wie dieses aus der Erwähnung im zweiten Buche der „Briefe der dunkelen Männer“, dessen erste Ausgabe wahrscheinlich im J. 1517 erschien, hervorgeht. In demselben Jahre ging er nach Basel, wo er in der Buchdruckerei von Johann Froben den Druck (Correctur) einiger Werke von Erasmus besorgte, aber schon in dem nächsten Jahre sehen wir ihn in Mainz, wo er in der Johann Schöfferischen Officin in Verbindung mit Niclas Carbach die sogenannte Hutten'sche Ausgabe des Livius veranstaltete. Ebenso wurde daselbst die Schrift von Hutten über den Guajak (de Guajaci Medicina et morbo Gallico) gedruckt. Er hatte großen Antheil an der Herausgabe der berühmten „Briefe der dunkelen Männer“ (Epistolae obscurorum virorum), ja man schreibt ihm die Autorschaft des ersten Buches derselben zu, wenn man ihn nicht für den Erfinder selbst halten will; ebenso soll er unter dem Namen: Eleutherius Byzenus den „Thriumphus Capnionis“, und endlich noch die viel bitterere Schrift: „Monachus“ verfaßt haben. Wann und wo er gestorben, läßt sich nicht ermitteln, doch wollen Einige seine Spur bis 1524 mit Gewißheit verfolgen können.

  • Autor/in

    Kelchner.
  • Empfohlene Zitierweise

    Kelchner, Ernst, "Angst, Wolfgang" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 461-462 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd103142908.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA