Lebensdaten
1480 bis um 1545
Geburtsort
Dornheim bei Arnstadt (Thüringen)
Sterbeort
Halberstadt
Beruf/Funktion
Humanist ; katholischer Theologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 10100706X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Jäger, Johannes (eigentlich)
  • Venator, Johannes (bis 1509)
  • Venatoris, Johannes (bis 1509)
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Zitierweise

Crotus Rubianus, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd10100706X.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Bäuerlicher Herkunft.

  • Leben

    Ostern 1498 an der Universität Erfurt eingetragen, wurde er 1500 dort Baccalaureus und, gefördert durch Johann Sömmering, Maternus Pistoris und den ihn früh ins Griechische einführenden Nik. Marschalk, 1507 Magister artium. Bald zum Erfurter Verkehrskreis der reformerisch gesonnenen Bamberger Domkanoniker Andreas und Jakob von Fuchs gehörend, fand C. die bildungsmäßig treffliche Unterstützung von Mutianus Rufus und bewies im Erfurter Poetenkreis der Eberbachs und Eoban Hesses mit kleinen Dichtungen (1507 Preisgedicht auf die Universität Erfurt, 1509 Bucolicon) ein auffallendes stilistisches Talent. Seit etwa 1503 zu Erfurt Mentor Ulrich von Huttens, mit dem er das Wintersemester 1505 in Köln verbrachte, danach 1506 in Erfurt Erzieher zweier Grafen von Henneberg, übernahm er im Spätherbst 1510 die Stiftsschulleitung der Reichsabtei Fulda, mit deren Koadjutor und (seit 1513) Fürstabt Hartmann Burggraf von Kirchberg er auch als lateinischer Sekretär am Reichstag zu Köln im Juli und August 1512 und im Juli 1515 am Kongreß zu Wien teilnahm. Streit zwischen Fürstabt und Kapitel veranlaßte ihn, im Herbst 1516 Fulda zu verlassen, wo er im Frühjahr 1515 die von ihm herrührenden 38 im verderbten Latein der Bursen und Konvente abgefaßten „Dunkelmännerbriefe“ des Erstbandes geschrieben hatte. Nach Aufenthalten in Mainz und Bamberg ging C. als Studienleiter zweier jüngerer Herren von Fuchs um Ostern 1517 nach Bologna (Promotion zum D. theol.), wo er wieder mit Hutten zusammentraf.

    Durch fast dreijährige italienische Erlebnisse für Luther gestimmt, kehrte C. nach Bamberg zurück und stieß dort Ostern 1520 erneut auf Hutten. Von einer „humanistischen Verschwörung“, wie dies F. W. Kampschulte behauptet, kann bei diesem Zusammentreffen keine Rede sein, da zu einer solchen der zwar spottlustige, aber quietistisch zurückhaltende und mehr epikureisch veranlagte C. sicherlich kein Zeug hatte. Für das Wintersemester 1520 wurde er zum Universitätsrektor in Erfurt gewählt; er empfing in dieser Eigenschaft feierlich seinen ehemaligen Studienfreund Luther auf dessen Durchreise nach Worms (6.4.1521). Die vier Briefe C. an Luther haben oft eine irrtümliche Auslegung erfahren; so menschlich zugeneigt er auch Luther war, bedeutet ihr Inhalt doch keineswegs eine Billigung der religiösen Ziele Luthers, zu denen er kein inneres Verhältnis besaß. Beachtliche Unterrichtsreformen im Sinne des Humanismus hat der sehr zögernde C. während seines Erfurter Rektorats nicht vorgenommen. Verärgert durch studentische Unruhen, Pöbelexzesse und Beschränktheit der Prädikanten wandte er Erfurt den Rücken und kehrte nach Fulda|zurück. 1524 trat C. als Rat in den Dienst Albrechts von Preußen, dem er literarisch im Kampf gegen den Deutschen Orden beistand („Christliche Verantwortung“), doch 1530 löste er, unzufrieden mit der religiösen Entwicklung, sein Königsberger Dienstverhältnis auf; er wollte bei der alten Kirche bleiben und „alle Novität vorüberwehen lassen wie einen sauren Rauch“. Kardinal Albrecht von Mainz übernahm ihn als Rat und Kanonikus an der Stiftskirche zu Halle; 1531 schrieb er für diesen seine antilutherische Apologie, mit der er öffentliche Rechenschaft von seiner Überzeugung ablegen wollte. Auf Gegenangriffe antwortete der in sich gekehrte Mann nicht weiter; Luther bezeichnete ihn als „Kröte und des Kardinals zu Mainz Tellerlecker“, von seinen alten Freunden bis auf Eoban Hesse ward er als Fahnenflüchtiger preisgegeben. Etwa 1537 dürfte C. von der unruhigen Salzpfännerstadt Halle als Domherr nach Halberstadt übergesiedelt sein. Trotz mancher Aufforderung (zum Beispiel von G. Wizel) sah er von jeder weiteren literarischen Betätigung ab.

    Bis um 1720, als Olearius den C. wieder ausgrub, blieb sein Name weithin unbekannt. Erst mit Böckings Huttenwerk begann - nicht zuletzt durch die Wiederveröffentlichung der übertriebenen „Enthüllungen“ seines Fuldaer Schülers Justus Menius über C. geheime antirömische literarische Tätigkeit vor 1520 (Ad Apologiam Ioannis Croti Rubeani Responsio, 1532) - die starke Überschätzung der Beteiligung C. an der anonymen Flugschriftenliteratur; weder die „Triaden“ noch das „Conciliabulum Theologistarum“, die „Oratio pro Hutteno et Luthero“, die Dialoge des „Abydenus Corallus“ und andere entstammen seiner Feder. Als sicher von ihm herrührend ist die „Oratio funebris in laudem Ioannis Cerdonis“ anzusehen; auch werden sich noch weitere Stücke ermitteln lassen, darunter gemeinsame Arbeiten mit Hutten, wenn auch viel verloren ging oder aus Vorsicht vernichtet wurde. Der wirklich große Wurf seines Lebens, die bedeutende künstlerische Tat dieses kultivierten, aber im Grunde rhetorisch reflektierenden, scharfen, doch beschaulichen Beobachters und spöttisch frivolen Meisters der mimischen Satire bleiben die bis ins 18. Jahrhundert mehr als fünfundzwanzigmal aufgelegten „Dunkelmännerbriefe“ (Erstteil), durch die C. mit dem unter der Flagge Reuchlins gegen den überalterten Scholastizismus geführten Schlag ein Jahrhunderte lang wirkendes Fanal und Mahnmal für die Freiheit der Forschung und Lehre, des Denkens und der Wissenschaften aufrichtete, ohne echte Glaubensbelange zu verletzen. C. hat als eine der stärksten satirischen Begabungen der deutschen und als ein nachhaltiger Anreger der europäischen Literatur zu gelten. Der ganz von der erasmischen Gedankenwelt umfangene, zu den ersten deutschen Humanisten zu rechnende C. vermochte mit seiner über die Grenzen des elementaren Empfindens hinaus differenzierten geistigen Struktur nicht mehr zu den einfachen Grundlagen des Lebens zurückzufinden.

  • Werke

    Epistolae obscurorum virorum ad venerabilem virum Magistrum Ortuinum Gratium …, o. O. u. J. [Hagenau Okt. 1515] (mit fingiertem Druckort Venedig, b. Aldus Minutius, 1. T. ohne Verf.-angabe);
    Oratio fvnebris in laudem Ioannis Cerdonis sive Vade mecum cum tardesvrgerii et dormisecvre epistolis et carminibus …, o. O. u. J. [wohl Erfurt, Ende 1518];
    Apologia qua respondetur temeretati calumniatorum, non uerentium confictis criminibus in populare odium protrahere Reverendissimum in Christo patrem et dominum, do Albertum …, Leipzig 1531;
    Zahlr. lit. Briefe etc., in: Hutteni Opera, hrsg. v. E. Böcking, 1858-76;
    E. Krause, Der Briefwechsel d. Mutianus Rufus, 1885 u. in dessen Helius Eobanus Hessus, I, 1879, und K. Gillert, Der Briefwechsel d. Conradus Mutianus, 1890 (die Briefdatierungen bedürfen starker Berichtigungen).

  • Literatur

    ADB IV;
    J. Doellinger, Die Ref., ihre innere Entwicklung u. ihre Wirkungen, 1846, I, S. 138 ff.;
    W. Reindell, Luther, C. u. Hutten, Eine quellenmäß. Darst. d. Verhältnisses Luthers z. Humanismus, 1890;
    G. Knod, Dt. Studenten in Bologna, 1899, S. 463, Nr. 3040 (L);
    P. Redlich, Kardinal Albrecht u. d. Neue Stift zu Halle, 1900, S. 55, 69;
    G. Bauch, Die Univ. Erfurt im Zeitalter d. Frühhumanismus, 1904;
    W. Brecht, Die Verf. d. Epistolae obscurorum virorum, 1904;
    P. Merker, Der Verf. d. Eccius dedolatus u. anderer Ref. dialoge, Mit e. Beitr. z. Verf. frage d. Epistolae obscurorum virorum, 1923;
    A. Bömer, Epistolae obscurorum virorum, 2 Bde., 1924;
    P. Kalkoff, Humanismus u. Ref. in Erfurt, 1926;
    ders., Die C.-Legende u. d. dt. Triaden, in: Archiv f. Ref.Gesch. 23, 1926, S. 113-49;
    C. Diesch, C. R. im Dienste d. Hzgs. Albrecht, in: Königsberger Btrr., Festgabe z. 400- jähr. Jubelfeier d. Staats- u. Univ.Bibl., 1929, S. 45 bis 61;
    P. G. Thielen, Die Kultur am Hofe Hzg. Albrechts v. Preußen, 1953, S. 126, 137, 165, 219;
    RGG;
    Enc. Catt. (L).

  • Autor/in

    Heinrich Grimm
  • Empfohlene Zitierweise

    Grimm, Heinrich, "Crotus Rubianus" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 424-425 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd10100706X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Crotus Rubianus (eigentlich Johannes Jäger), Humanist (geb. um 1480 im Dorfe Dornheim bei Arnstadt in Thüringen, um 1539), kam mit 18 Jahren an die Universität Erfurt, wo er 1500 Baccalaureus wurde. Anfänglich den Scholastikern getreu, wandte er sich bald zur „militia Palladia“, in der er lange Zeit einer der entschlossensten und kühnsten Kämpen war. In jenen Tagen schloß sich C. am entschiedensten an seinen Jugendfreund Ulrich v. Hutten und den jungen Luther an; dem ersteren war er zu dessen Entweichung aus Fulda behilflich gewesen und ihm nach Köln nachgeeilt. 1507 wurde C. Magister und verblieb allein in Erfurt, da Luther Augustiner geworden, Hutten aber seine Wanderung angetreten hatte. Doch bald erscheint C. in der Genossenschaft des Mutianus Rufus, die er durch Scherze und Humor erheiterte. 1508 wurde er Lehrer der Grafen von Henneberg, kehrte aber wieder nach Erfurt zurück, von wo ihn indessen die bekannten Unruhen vertrieben; 1510 übersiedelte er nach Fulda, um der Klosterschule vorzustehen. Damals wol wird er Priester geworden sein, was er aber bald darauf bedauerte; nach wie vor blieb er ein Feind und Verhöhner der Theologasten und Philosophasten, Freund und Correspondent Hutten's und Mutian's. In diesem Briefwechsel fand er den einzigen Trost für die Widerwärtigkeiten jenes ihm verhaßten Lebens unter unwissenden Mönchen, deren rohe Sitten er verachtete. In dieser Stimmung traf ihn der Reuchlin'sche Streit. Es versteht sich von selbst, daß er wie der ganze Mutianische Kreis, mit feurigem Eifer auf Seite Reuchlin's stand und sich in der herbsten Weise gegen die Kölner aussprach. Aber dabei blieb er nicht stehen, in das Lager der Gegner selbst begab er sich, ein ganzes Jahr verbrachte er in Köln und Mainz; es wird nicht zu viel gesagt sein, wenn man|behauptet, er habe dort Studien für seine spätere Arbeit gegen die Dunkelmänner gemacht. Denn nach Kampschulte's Untersuchungen kann kaum ein Zweifel darüber sein, daß neben Hutten C. wol der bedeutendste Mitarbeiter, wenn nicht der Urheber der unsterblichen „Epistolae obscurorum virorum“ gewesen ist. C. eilte hierauf zu den Erfurter Freunden, von hier aber bald wieder als Lehrer in der Familie Fuchs fort nach Italien, wohin es auch ihn schon lange zog; drei Jahre hat er in Bologna verweilt; von den Gelehrten geehrt, beschäftigte er sich daselbst mit mannigfachen Studien. Dabei achtete er gar wohl auf die Berichte aus der Heimath; die Nachricht von Luther's Auftreten interessirte ihn aber nicht, da der Streit des Philosophen Pomponatius mit den Mönchen, in dem er eine Wiederholung der Reuchlin'schen Angelegenheit sah, ihn vollauf beschäftigte. Doch bald gewann er einen tieferen Einblick in Luther's Schriften und begeisterte sich für sie und ihren Verfasser in derselben Weise, wie früher für Reuchlin, ja sein Eifer führte ihn zu ernsten Studien der Theologie, in der er damals den Doctorgrad erwarb. Sogar in Rom wagte es C. für Luther einzustehen und für seine Schriften Propaganda zu machen. 1520 kehrte er nach Deutschland zurück mit der ausgesprochenen Absicht, daselbst für Luther's Sache zu wirken. Und in der That auf seiner Wanderschaft gewann er dieser neue Freunde und verband sich enger mit den alten, so mit Hutten und den Erfurtern, die ihn zum Rector der Universität wählten. Gewiß ward Crotus' Feuereifer durch die gleichgestimmten Freunde nur erhöht, eifrig arbeitete er für Luther in Wort und Schrift, seine Briefe an ihn athmen Bewunderung und drängen den „Evangelisten“, wie er ihn nennt, vorwärts auf der beschrittenen Bahn. C. war es, der Luther in feierlichster Weise in Erfurt empfing und ihn zum Wormser Reichstage ein Stück Weges geleitete. Aber dies war wol auch der Höhepunkt seines Enthusiasmus, nicht lange und auch C. erscheint unter den Schwankenden, denen die rohen Pöbelexcesse und die Beschränktheit der Prädicanten Bedenken erregten. Wie bei Erasmus, Zasius, Mutian, Pirkheimer, B. Rhenanus, Amerbach etc. begann auch bei ihm ein innerer Proceß, der ihn nach einer Reihe von Jahren zur katholischen Kirche zurückführte. Anfänglich freilich erhielt sich der Verkehr mit den Wittenbergern; Melanchthon besucht u. A. 1524 C. zu Fulda und wird von ihm freundlich aufgenommen, auch die Correspondenz mit Luther, der C. sogar nach Wittenberg ziehen wollte, dauert fort, aber die innere Scheidung vollzog sich um so sicherer. Uebrigens wurde er 1524 jenen Kreisen entrückt, da er einem Rufe an den Hof Albrechts von Brandenburg nach Königsberg folgte, für den er sogar — freilich widerwillig und gegen seine Ueberzeugung — jene Vertheidigungsschrift gegen den deutschen Orden verfaßte. Aber in seinen interessanten Briefen an Camerarius macht er dem Unmuthe gegen die Rohheit der Prädicanten und seinem Aerger über die Verunglimpfung des großen Erasmus Luft. Immer unbehaglicher wurde ihm der Aufenthalt in dem auch seiner Gesundheit unzuträglichen Königsberg, immer stärker die Sehnsucht nach der Heimath, in die er 1530 zurückkehrte. Hier wandte er sich schon 1531 zur alten Lehre zurück und wurde vom Kurfürst Albrecht von Mainz zum Canonicus in Halle ernannt. Dieser Schritt, den er wol nur unternommen hatte, um sich eine ruhige Muße für seine Studien zu verschaffen, erregte bei den Protestanten einen ebenso großen Sturm, als lauten Jubel bei den Katholiken. Luther betrachtete den ehemaligen Freund als Apostaten, nannte ihn einen Epicuräer und betitelte ihn fortan Dr. Kröte. Auch fehlte es nicht an bitterbösen Angriffen, denen C. um 1531 seine „Apologia“ entgegensetzte. Justus Menius aber schrieb wol auf Luther's Veranlassung eine, freilich anonyme, heftige Schrift, in der er C. als Heuchler hinstellte, der um der Salzpfannen Halle's willen sein Vorleben, seine Freunde und seine bessere Ueberzeugung verrathen habe, und in der er dem C. Hutten's|zürnenden Geist vorführte. C. antwortete auf alle dergleichen Angriffe — so schmerzhaft sie sein mochten — nicht mehr, trotzdem sein jüngerer Freund Georg Wicel alles mögliche that, um ihn zu Erwiderungen zu drängen. Es wäre ihm doch zu hart geschehen, gegen sein bisheriges Lebenswerk selbst zu Felde ziehen zu müssen, andererseits verhehlte er es sich am wenigsten, daß auch in der alten Kirche nicht alles zum besten bestellt sei. Die dummen Mönche, deren Abgeschmacktheit und Hohlheit er in unvergleichlicher Weise für alle Zeiten gebrandmarkt, sie waren nun seine Collegen, unter ihrer Beschränktheit, unter ihrem Bildungshasse hatte er täglich zu leiden. Alle Heiterkeit und allen Ruhm in seinem Leben hatte er im Kampfe gegen sie gewonnen, die, von denen er sich losgesagt, hatten sein Dasein schön gemacht, die, zu denen er nun zurückgekehrt, verstanden ihn nicht. Freudlos verläuft nun der Rest seiner Tage, verstört durch Krankheiten wie durch stete Angriffe aus dem evangelischen Lager. In den Kreisen der Litteratur fand er fortan so wenig Beachtung, daß weder über die letzten Jahre, noch über den Ausgang des C., ja nicht einmal über Zeit und Ort seines Sterbens Nachrichten vorliegen. Wir wissen nur so viel, daß das Jahr 1539 das letzte ist, in dem er genannt wird. Geistig gestorben war er seinen Freunden schon früher.

    • Literatur

      Apologetische Darstellung: G. Kampschulte, De Joanne Croto Rubiano Commentatio, Bonnae 1862 und dessen Geschichte der Universität Erfurt; eingehende objective Darstellung mit mildem Urtheile in Strauß' Hutten. E. Einert, Johann Jäger aus Dornheim. Festschr. z. 10. Nov. herausgeg. vom Verein f. Thüring. Gesch. u. Altertumskunde. Jena 1883.

  • Autor/in

    Horawitz.
  • Empfohlene Zitierweise

    Horawitz, Adalbert, "Crotus Rubianus" in: Allgemeine Deutsche Biographie 4 (1876), S. 612-614 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd10100706X.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA