Lebensdaten
erwähnt 1012, gestorben 1023
Sterbeort
Vadderode
Beruf/Funktion
Erzbischof von Magdeburg
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 136648819 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Gero von Magdeburg
  • Gero
  • Gero von Magdeburg
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Zitierweise

Gero, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136648819.html [20.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    Aus vornehmem ostsächs. Geschl.;
    V Gero v. Wodenswegen;
    M Eilika.

  • Leben

    G. hatte der Hofkapelle Heinrichs II. angehört und war Domherr zu Hildesheim gewesen, als er am 22.9.1012 gegen den vom Domkapitel erwählten Kandidaten auf Wunsch des Königs auf den Magdeburger Erzbischofsstuhl erhoben wurde. Im Oktober erhielt er vom Papst das Pallium. Nach der Schwenkung der Politik Heinrichs II., der sich jetzt mit den heidnischen Liutizen gegen die christlichen Polen verbündete, suchte G. vor allem den Frieden mit Polen, um die Mission fortführen zu können. So gelang ihm nach längeren Verhandlungen im Auftrage des Königs 1018 der Abschluß des Friedens zu Bautzen, der diesem Ziel dienen sollte. Mit dem Bistum Merseburg erzielte G. einen Ausgleich durch Rückgabe eines Teiles der diesem früher vom Erzstift abgenommenen Güter. Dagegen geriet er mit den Markgrafen der Nordmark, den Markgrafen von Meißen und dem Bischof Arnulf von Halberstadt in kriegerische Auseinandersetzungen, ohne daß die Gründe dafür näher bekannt wären. Die Domburg seiner Bischofsresidenz ließ er mit einer Mauer umgeben und legte in ihr als Nebenstifter des Domes die Stifter Sankt Marien und Sankt Sebastian an, die vielleicht den ins Auge gefaßten Missionsaufgaben dienen sollten. Auch der Bau seiner Kathedralkirche und des durch Feuer zerstörten Klosters Berge wurde von ihm gefördert.

  • Literatur

    ADB IX;
    F. W. Hoffmann, Gesch. d. Stadt Magdeburg, hrsg. v. G. Hertel u. F. Hülße, I, 1885, S. 49-52;
    A. Brackmann, Magdeburg als Hauptstadt d. dt. Ostens, 1937.

  • Autor/in

    Berent Schwineköper
  • Empfohlene Zitierweise

    Schwineköper, Berent, "Gero" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 312 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136648819.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Gero: Erzbischof von Magdeburg, 22. Octbr. 1023, entstammte einer angesehenen Familie der Diöcese Magdeburg; sein Vater wird Dedo von Gutenwegen (de Wodeneswege) genannt; ein Bruder seiner Mutter Eilika, des Namens Konrad, hatte im Magdeburger Klerus und im Vertrauen Kaiser Ottos III. eine hervorragende Stellung eingenommen. Der junge G. trat in die Kapelle König Heinrichs II. und wurde von diesem nach dem Tode Walthard's am 22. Septbr. 1012 auf den erzbischöflichen Stuhl von Magdeburg erhoben, nachdem sein von den Wahlberechtigten aufgestellter Gegencandidat die königliche Bestätigung nicht erhalten hatte. Im October erhielt G. vom Papste das Pallium. Hauptsächlich hinsichtlich der Verwickelungen, welche zwischen Heinrich II. und Boleslav von Polen bestanden, griff G. in die Politik des Reiches bestimmend ein, wie das die Lage seines Erzstiftes von selbst mit sich brachte. Nachdem er im November 1014 wie wir annehmen, sich zwar mit Recht, aber doch vergebens im Rathe des Kaisers der Freigebung Meckos, des Sohnes des Polenherzogs widersetzt hatte, gehörte er auf dem polnischen Feldzuge von 1015 zu den Führern der Nachhut, die auf dem Rückzuge von den Polen überfallen wurde und trotz der Tapferkeit der magdeburgischen Schaar eine schwere Niederlage erlitt; G. selbst entkam nur mit Mühe zum Kaiser. Im Anfang des J. 1017 war G. nebst anderen Fürsten zu Verhandlungen mit Boleslav beauftragt, die indeß erfolglos blieben; darauf nahm er im Juli an dem Feldzuge des Kaisers nach Polen Theil und vermittelte nach dessen ungünstigem Ausgang im Januar 1018 den Frieden mit Boleslav zu Bautzen. Mit den benachbarten sächsischen Großen, geistlichen wie weltlichen Standes lag G. vielfach in Fehde, so 1016—18 mit dem Markgrafen Bernhard von der Nordmark, um dieselbe Zeit mit dem Markgrafen von Meißen; im Novbr. 1022 gerieth er auch mit dem Bischof Arnulf von Halberstadt aus uns unbekannter Veranlassung in Gegenwart des Kaisers in heftigen Zwist; dagegen hatte er sich mit dem Bischof Thietmar von Merseburg schon im J. 1015 über die zwischen den beiden Hochstiften streitigen Güter verglichen. In Magdeburg hat er sich während seines Episcopats durch verschiedene Kirchbauten, insbesondere für das St. Johanniskloster, und durch die Vollendung der von Otto I. begonnenen Ummauerung der Stadt einen Namen gemacht. G. starb am 22. Octbr. 1023; sein Nachfolger war der Würzburger Domherr Hunfried.

    • Literatur

      Thietmar von Merseburg, Ann. Magdeburgenses und Quedlinburgenses, vgl. v. Mulverstedt, Magdeb. Regesten Bd. I. Hirsch, Jahrbücher Heinrichs II., Bd. II. und III.

  • Autor/in

    Breßlau.
  • Empfohlene Zitierweise

    Breßlau, Harry, "Gero" in: Allgemeine Deutsche Biographie 9 (1879), S. 40 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136648819.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA