Lebensdaten
1853 bis 1919
Geburtsort
Prenzlau
Sterbeort
Jagow (Uckermark)
Beruf/Funktion
Großadmiral
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117529079 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Holtzendorff, Henning von

Objekt/Werk(nachweise)

Verknüpfungen

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Zitierweise

Holtzendorff, Henning von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117529079.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Otto (1817–87), Vizepräsident des Appellationsgerichts, seit 1869 Dir. d. Dt. Grund-Kredit-Bank in Gotha, S d. Karl, auf Rittgarten usw., u. d. Henriette Fischer;
    M Eveline (1820–87), verw. v. Barby, Sängerin in Berlin, T d. Erich v. Ribbentrop (1777–1843), preuß. Wirkl. Geh. Kriegsrat u. Intendant d. VIII. Armeekorps, u. d. Charlotte v. Sydow;
    Ur-Gvv Ernst Gottfr. Fischer ( 1831), Mathematiker, Physiker (s. NDB V);
    B Arndt (1859–1935), Chef d. Ausrüstungswesens d. HAPAG (s. Rhdb.; Wenzel);
    Schw Sara ( August v. Janson, 1844–1917, preuß. Gen.-Lt., s. Priesdorff X, S. 76-78, P), Eva ( Kurt Zitelmann, 1844–1910, Oberkonsistorialrat), Martha ( Richard Frhr. v. Funck, 1841–1906, preuß. Gen. d. Inf. u. Gen.-Inspekteur d. Mil.-Erziehungs- u. Bildungswesens, s. BJ XI, Tl.);
    - Stettin 1887 Margarete verw. Klotz (1857–1941), T d. Theodor Zitelmann (1811–77), Justizrat u. Gen.landschaftssyndikus v. Pommern, u. d. Ernestine Giesebrecht; Schwager Konrad Zitelmann (1854–97), Schriftsteller (Ps. Telmann, s. ADB 45); 2 Adoptiv-T (N) (1907 preuß. Adel als „v. Holtzendorff“), u. a. Inge Zitelmann (* 1896), Schriftstellerin.

  • Leben

    H. trat 1869 in die Preußische Marine ein, nahm am Krieg 1870/71 in der Nordsee teil, hatte danach zahlreiche Auslandkommandos, unter anderem auf Korvette „Nymphe“ (Weltumsegelung), als Flaggleutnant des Admirals von Knorr in Kamerun, als Linienschiffskommandant im Boxerkrieg 1900 und als II Admiral des Kreuzergeschwaders in Ostasien während des russisch-Japanischen Krieges. Im Oberkommando der Marine (unter von Knorr) als Chef des Stabes der Ostseedivision und als Oberwerftdirektor in Danzig hat sich H. in hohen Landkommandostellen vielseitig bewährt; seine Haupttätigkeit lag bei den schwimmenden Verbänden. 1906-09 Chef des I. Geschwaders, wurde H. 1910 Chef der Hochseeflotte; sein Chef des Stabes war Scheer. Der für Großkampfschiffe damals noch gesperrte|Nord-Ostsee-Kanal zwang zur Verteilung der Geschwader auf Nord- und Ostsee; die von H. für den gemeinsamen Kriegsaufmarsch erarbeitete Belt-Kattegatt-Stellung verzichtete auf Flankenwirkung und war weder politisch noch militärisch glücklich. Gegenüber der von Tirpitz 1912 betriebenen Flottenvermehrung verlangte H. innere Festigung der bestehenden Verbände. Im Januar 1913 schied er aus dem aktiven Dienst.

    Die Verabschiedung des Chefs des Admiralstabs, G. Bachmann, der wegen der U-Boot-Kriegführung in unlösbare Differenzen zur politischen Führung geraten war, brachte im September 1915 H.s Reaktivierung als dessen Nachfolger. Scheers Flottenunternehmungen wurden von H. gedeckt, der Kaiser und Kabinettschef geschickt zu behandeln wußte. Daß er die Belange der Frontstellen nicht genügend wahrgenommen habe, war eine ungerechte Behauptung. Allerdings hat H. seine Dienststellung zugleich auch politisch verantwortlich verstanden. Anfangs in gutem Einvernehmen mit dem Reichskanzler von Bethmann Hollweg, setzte er, wenn auch nicht ohne Befürchtungen, zunehmend auf den unbeschränkten U-Boot-Krieg als ultima ratio seine Erwartungen. H., schon von tödlicher Krankheit gezeichnet, erhielt neben dem Pour le mérite – als einziger deutscher Admiralstabschef – den Rang eines Großadmirals, kurz bevor er am 27.8.1918 aus dem Dienst schied. Seine historische Bedeutung als Flottenchef wie als Admiralstabschef ist umstritten.

  • Literatur

    R. Scheer, Hochseeflotte, 1919;
    A. v. Tirpitz, Erinnerungen, 1919;
    ders., Dokumente, 2 Bde., 1924 f.;
    E. Ludendorff, Meine Kriegserinnerungen, 1920;
    ders., Urkk. d. Obersten Heeresleitung, 1920;
    Th. v. Bethmann Hollweg, Betrachtungen z. Weltkriege II, 1921;
    Der Krieg z. See 1914–18, Nordsee 4-7, Ostsee 3, U-Boots-Krieg 2-4, 1922 ff.;
    A. Hopman, Logbuch e. Seeoffz., 1924;
    ders., Kriegstagebuch e. Seeoffz., 1925;
    S. v. Janson, Erinnerungen a. d. Hause v. Holtzendorff, 1925;
    E. v. Mantey, in: Preuß.-dt. Feldmarschälle u. Großadmirale, 31938;
    W. Hubatsch, Der Admiralstab u. d. obersten Marinebehörden, 1958;
    G. A. v. Müller, Regierte d. Kaiser?, 1959;
    ders., Der Kaiser …, 1965;
    Mil.geschichtl. Mitt. 2, 1969.

  • Autor/in

    Walther Hubatsch
  • Empfohlene Zitierweise

    Hubatsch, Walther, "Holtzendorff, Henning von" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 557 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117529079.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA