Lebensdaten
1866 bis 1940
Geburtsort
Berlin
Beruf/Funktion
Schauspielerin
Konfession
jüdisch?
Normdaten
GND: 116862319 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kuh, Else (verheiratete)
  • Lehmann, Else
  • Kuh, Else (verheiratete)
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Zitierweise

Lehmann, Else, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116862319.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Albert, Dir. d. Versicherungs-Ges. „Germania“;
    M Thekla Simony;
    Oskar Kuh (1858–1930), Journalist u. Ztg.bes. („Montagsbl. aus Böhmen“) in P., Vorsitzender d. Verbandes d. dt. Journalisten in Böhmen u. Mitgl. d. Dt. Fortschrittspartei, S d. David Kuh (1819–79, s. NDB 13).

  • Leben

    L. wurde in einer belg. Klosterschule erzogen, erhielt nach ihrer Rückkehr in Berlin ihre schauspielerische Ausbildung durch den Regisseur des Deutschen Theaters, Franz Kierschner, und begann ihre Bühnenlaufbahn 1885 als Page in „Lohengrin“ im Stadttheater Bremen. Dort entließ man L. nach einem Jahr, da man sie für untalentiert hielt. Sie gastierte daraufhin mit einem Teil des Ensembles des Wallnertheaters (unter Th. Lebrun) in der Provinz, anfangs als Soubrette. Nach kurzer Tätigkeit in Trier, Metz und Sondershausen wurde L. 1888 an das Wallnertheater ihrer Heimatstadt engagiert. Dieses Volkstheater wußte erst ihre eigentliche Begabung zu würdigen. Otto Brahm verpflichtete L. für die Rolle der Helene Krause in der Uraufführung von Gerhart|Hauptmanns „Vor Sonnenaufgang“ an der „Freien Bühne“ (20.10.1889). Nach diesem Erfolg engagierte sie Adolf L'Arronge 1891 an sein Deutsches Theater. Hier wurde L. die kongeniale Partnerin von R. Bertens, R. Rittner und O. Sauer. Sie war die erste Luise Hilse in „Die Weber“ (1893), Hanne Schäl in „Fuhrmann Henschel“ (1898), Rose Bernd (1903), Frau John in „Die Ratten“ (1911), Frau Vockerat in „Einsame Menschen“ (1920). L.s berühmteste Rolle war jedoch die der Mutter Wolffen in „Der Biberpelz“ (Uraufführung 21.9.1893). In Ibsens „John Gabriel Borkman“ artikulierte sie die Klage der Ella Rentheim um ihr betrogenes Liebesleben. L. konnte lachen und weinen zugleich und fand den richtigen Ton für die Irene Herms in Schnitzlers „Der einsame Weg“. Ihre Rose Bernd (Uraufführung 31.10.1903) brachte sie in die Nähe antiker Heldinnen, ihr Humor als Mutter Wolffen erinnerte an Komödien Shakespeares. Ihre Kunst war volkstümlich, aber nie billig; sie war eine Darstellerin aus dem Instinkt mit Selbstkontrolle und Disziplin; nie verletzte sie den Geist des Ensembles. L. sprach eine vorbildliche Prosa, Verse lagen ihr weniger. Zum Leidwesen aller wurde sie früh schwerhörig, verließ die Bühne und ging zu ihrem Mann nach Prag. – Das europ. Theater halte zu dieser Zeit zwei große Frauendarstellerinnen: Eleonora Duse, die Aristokratin, und L., die führende Schauspielerin des Naturalismus in Deutschland. Ihre Darstellungskunst entwickelte sich in der Zusammenarbeit mit Otto Brahm und Max Reinhardt. Die Erfüllung ihres Wirkens auf dem Theater fand L. in der Gestaltung der Frauen Hauptmanns und Ibsens.

  • Literatur

    Ph. Stein, in: Bühne u. Welt, 4. Jg., 1901/02;
    J. Bab u. Handl, Dt. Schauspieler, 1908;
    H. Kienzel, in: Hamburger Korrespondenzen v. 23.7.1910;
    K. F. Nowak, in: Hilfe 17, 1911;
    J. Bab, Schauspieler u. Schauspielkunst, 1926;
    ders., Kränze dem Mimen, 1954;
    W. Henze, Otto Brahm u. d. Dt. Theater in Berlin, Diss. Erlangen 1933;
    H. Ihering, Von Josef Kainz bis Paula Wessely, 1942;
    ders., Der Kampf ums Theater, 1974;
    J. Weno, Der Theaterstil d. Naturalismus, Diss. FU Berlin 1951 (ungedr.);
    A. Polgar, Ja u. Nein, 1956;
    G. Wahnrau, Berlin, Stadt d. Theater, 1957;
    B. Zeller, G. Hauptmann, Ausst.kat. Marbach, 1962;
    A. Kerr, Die Welt im Drama, 1964;
    Dt. Bühnenjb. 1941;
    Kosch, Theater-Lex.

  • Autor/in

    Rolf Badenhausen
  • Empfohlene Zitierweise

    Badenhausen, Rolf, "Lehmann, Else" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 75 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116862319.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA