Lebensdaten
1801 bis 1876
Geburtsort
Braunschweig
Sterbeort
Trier
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116534176 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Krevel, Ludwig

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Zitierweise

Krevel, Ludwig, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116534176.html [14.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Hilarius (1776–1846), Maler, Kupferstecher u. Lithograph in B. u. Kassel, seit ca. 1826 in Köln (s. ThB), S d. Weinhändlers Caspar in Bonn;
    M Joh. Henriette (* 1768), T d. Bleichers Joh. Heinrich Räke (Recke) in B.

  • Leben

    Seinen ersten Unterricht erhält K. bei seinem Vater. 1824-30 studiert er in Paris; sein dortiger Lehrer ist unbekannt. Hier macht er sich von der minutiös zeichnenden Art seines Vaters frei: Er sucht die malerische Erscheinung, nicht mehr den Umriß. Nach seinem Studium läßt er sich in Köln nieder, unternimmt jedoch viele Reisen zu seinen Auftraggebern. Im Saarland malt er u. a. 5 Bilder für die Familie Kraemer, das Bildnis der Mimi Schmittborn, 2 Bilder der Caroline Cramer, die Kinder der Familie v. Stumm und die Brüder Schmidt. Von den in Köln entstandenen Bildern sind seine bekanntesten die Porträts des Tabakhändlers Bogen und dessen Frau sowie der Kinder Merkens. – K. porträtiert das zu Ansehen und Reichtum gekommene Bürgertum. Da aber seine Bilder meistens in den Familien der Auftraggeber bleiben, gerät er bald in Vergessenheit, obwohl er zu den besten Porträtmalern seiner Zeit gehört. Viermal stellt er sich selbst dar, das erstemal mit 14, das zweitemal mit 18 Jahren, das drittemal in seinem Pariser Atelier, wo es ihm schon auf rein malerische Werte, auf Licht und Farbe ankommt. Das vierte Selbstbildnis, dunkler und schwerer in den Farben, zeigt ihn als alternden, vielleicht schon von Krankheit gezeichneten Mann. K. tritt auch mit Genrebildern („Emmy“, 1836 v. J. Woelffle|lithographiert) und religiösen Darstellungen (hl. Sebastian, St. Albanskirche, Köln) hervor. Das Licht konzentriert sich auf die Gesichter und Hände, die Hintergründe sind in den frühen Bildern neutral gehalten. Später erscheinen die Dargestellten bevorzugt vor einem freien Landschaftsausschnitt, der zugleich auf ihre Wirkungsstätte und ihre Lebensumstände hinweist. Jedes Porträt ist bei K. ein zeitgebundenes Dokument in bezug auf Kleidung, Umwelt-, Kultur- und Gesellschaftsgeschichte: Vor allem in den Damenbildnissen klingt viel vom Porträt des 18. Jh. nach. Unübertrefflich malt K. das seidige Schimmern der Gewänder. Auf vielen Bildnissen vor freiem Landschaftshintergrund erweist er sich auch als begabter Landschaftsmaler. In den letzten Lebensjahren wird seine Palette blasser; die glanzvollsten Bilder sind jene, die er zwischen dem 30. und 45. Lebensjahr gemalt hat. K. gehört zu der kleinen Gruppe in Paris geschulter Künstler des Rheinlands an der Wende von der Romantik zum bürgerlichen Realismus.

  • Literatur

    ADB 17;
    Kat. d. Ausstellung L. K. im Städt. Mus. Trier, 1956;
    W. Dieck, Saarländ. Bildnisse d. Malers L. K., in: Saarbrücker Hh. 5, 1957, S. 8-16;
    ders., L. K., ein Bildnismaler d. 19. Jh., in: Wallraf-Richartz-Jb. 20, 1958, S. 275-90;
    Mus.-führer d. Städt. Mus. Trier 1960;
    ThB.

  • Autor/in

    Ingeborg Decker-Staab
  • Empfohlene Zitierweise

    Decker-Staab, Ingeborg, "Krevel, Ludwig" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 32 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116534176.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Krevel: Ludwig K., Maler, geb. am 19. September 1801 zu Braunschweig, am 14. Mai 1876 zu Trier. Von seinem Vater, dem 1846 zu Köln verstorbenen Maler Joh. Hilarius K., empfing er die erste Anleitung; eine höhere Ausbildung erlangte sein ausgezeichnetes Talent während eines sechsjährigen Aufenthaltes in Paris (1824—1830), wo sich ihm vor den Musterbildern älterer klassischer Meister der richtige Weg offenbarte, den er in der zu seinem Lieblingsfache gewählten Bildnißmalerei einzuschlagen habe. Von Paris kam K. nach Köln und hat hier — obwol ihn nicht selten auswärtige Aufträge in die mehr oder minder entfernten Umgegenden abberiefen — lange Jahre seinen Wohnsitz gehabt und rüstig geschaffen. Ein Werk allgemeiner und gerechtester Bewunderung war das Bildniß des Professors Eduard D'Alton aus Bonn, welches K. um 1834 malte, worin er nicht nur als tüchtiger Techniker mit markigem Pinsel die äußere Erscheinung des Abgebildeten naturtreu und gleichsam athmend darstellte, sondern auch das geistige Leben desselben in genialer Weise entwickelte. 1836 gelangte es zur Berliner Kunstausstellung und nahm unter den dort vorgekommenen Bildnissen entschieden den ersten Rang ein. Auch Graf Raczynski (Gesch. der neueren deutschen Kunst. I. 273) fällt ein sehr günstiges Urtheil darüber.|Vortrefflich gelang dem Künstler auch das Bildniß des 1875 gestorbenen Kölner Kunstfreundes und Sammlers Chr. Rhaban Ruhl, das er um 1846 gemalt hat. K., der sich auf die Behandlung der Stoffe und des Putzwerks meisterlich verstand, ist auch im Genrefache mit Erfolg aufgetreten. Ein schönes Bild, ein junges Mädchen mit seinem Papagei, erwarb der Mannheimer Kunstverein und ließ es 1836 von Woelffle für seine Mitglieder lithographiren. Das Blatt erhielt die Benennung „Emmy“. Als einen Versuch in der Historienmalerei führte K. ein kleines Altarbild für die St. Albanskirche in Köln aus, den heiligen Sebastian, von Pfeilen durchbohrt, darstellend. Um 1868 hat er Köln verlassen und sich zu Verwandten nach Trier begeben. Irrig hat Füßli (Die Städte am Rhein. II. 369) den Maler schon im J. 1836 ins Grab steigen lassen.

  • Autor/in

    J. J. Merlo.
  • Empfohlene Zitierweise

    Merlo, J. J., "Krevel, Ludwig" in: Allgemeine Deutsche Biographie 17 (1883), S. 149-150 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116534176.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA