Lebensdaten
1799 bis 1878
Geburtsort
Braunau (Böhmen)
Sterbeort
Vöslau Bezirk Baden (Niederösterreich)
Beruf/Funktion
Textilindustrieller
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 136696201 | OGND | VIAF: 80997508
Namensvarianten
  • Liebieg, Franz (bis 1872)
  • Liebieg, Franz Ritter von
  • Liebieg, Franz (bis 1872)
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Zitierweise

Liebieg, Franz Ritter von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136696201.html [28.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Franz L. (1769-1811), Tuchmachermeister u. Kaufm. in B., S d. Josef Benedikt Adam (1744–79), Tuchhändler u. Kontributionseinnehmer in B., u. d. Josefa Margarethe Weisser;
    M Maria Magdalena (1771–1818), T d. Chirurgen Franz|Waniček in Reichenau a. d. Kneschna u. d. Anna Maria Keřik;
    B Johann (s. 2);
    - 1826 Theresia ( 1880), T d. Amtsverwalters Karl Czoernig u. d. Theresia Ludwig; Schwager Karl Frhr. Czoernig v. Czoernhausen (1804–89), Präs. d. Statist. Verwaltungskomm. in Wien (s. ÖBL);
    5 S, 2 T, u. a. Franz Frhr. (1827–86), Textilindustrieller, seit 1858 Gesellschafter, seit 1873 alleiniger Leiter d. Unternehmens, Vizepräs. d. Handelskammer Reichenberg, Dir. d. Ersten österr. Sparkasse in Wien, seit 1866 Abg. d. böhm. Landtags, 1869/70 u. 1873-80 Mitgl. d. Reichsrats (s. ÖBL), Ferdinand (1836–73), Textilindustrieller, seit 1858 Gesellschafter, Ludwig (1846–1909), seit 1867 Gesellschafter, seit 1886 Alleininhaber d. Unternehmens ( Anna Knoll, 1855–1926, seit 1909 Leiterin d. Unternehmens, seit 1916 Frfr.);
    N Heinrich (s. 3);
    Groß-N Theodor (s. 4).

  • Leben

    Nach dem frühen Tode des Vaters war L. seit 1813 Lehrling bei verschiedenen Prager Kaufleuten und arbeitete anschließend in der Prager Fabrikniederlage des Franz Wünsche aus Hirschberg (Schlesien). Seit 1825 leitete er in Reichenberg die dort von seinem Bruder Johann gegründete Stoffhandlung. Nach seinem Ausscheiden aus dieser Firma (1831) eröffnete er ein Schnittwarengeschäft und errichtete später eine Textildruckerei. 1843 gründete er in Dörfel b. Reichenberg die Firma „Franz Liebieg“ und begann mit der Schafwolltuchproduktion in großem Umfang. Wenig später nahm er auch die Erzeugung von Tisch- und Bettdecken auf. Er exportierte seine Produkte u. a. nach Nordeuropa, in die Levante und nach Mittel- und Südamerika. 1850 errichtete L. in Bunzendorf b. Friedland eine Streichgarnspinnerei, 1863 begann er in Dörfel mit der Erzeugung von Kunstwolle. Seit 1858 waren seine Söhne Franz und Ferdinand in der Firma tätig. Das seit 1872 „Franz Liebieg & Comp.“ firmierende Unternehmen hatte Niederlassungen in Wien, Prag und Budapest und erhielt zahlreiche Preise auf Industrieausstellungen, u. a. in Leipzig, München, Paris, London und Amsterdam. L. war 1867-71 Landtagsabgeordneter. 1865 übernahm zunächst sein Sohn Ferdinand, sodann sein Sohn Franz die Leitung des Unternehmens. Sie vergrößerten es erheblich und schufen vorbildliche Einrichtungen der sozialen Betreuung für die fast 3 000 Arbeiter. 1886-1909 war L.s dritter Sohn Ludwig alleiniger Inhaber der Firma Franz Liebieg, die anschließend von dessen Frau Anna geleitet und 1920 in eine AG umgewandelt wurde. Anna Liebieg war seit 1924 Vizepräsidentin des Verwaltungsrates. Nach ihrem Tode (1926) wurde das Unternehmen aufgelöst.

  • Literatur

    Reichsraths-Alm. f. d. Session 1873/74, 1873;
    f. d. Session 1879/80, 1879;
    Wiener Ztg. v. 13.12.1886;
    Reichenberger Ztg. Jg. 20, Nr. 217 v. 15.9.1978, S. 2805 f.;
    Industrie-Compass (Prag) 1925, S. 1554;
    - s. a. L z. 1) u. 2).

  • Portraits

    Sudetendt. Bildarchiv, München.

  • Autor/in

    Udo B. Wiesinger
  • Empfohlene Zitierweise

    Wiesinger, Udo B., "Liebieg, Franz Ritter von" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 492 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136696201.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA