Lebensdaten
frühestens 726 bis 753
Sterbeort
Saint-Jean-de-Maurienne
Beruf/Funktion
fränkischer Hausmeier ; Gegenspieler Pippins ; Sohn Karl Martells
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 133689131 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Gripho
  • Grifo
  • Gripho

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Zitierweise

Grifo, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd133689131.html [19.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Karl Martell ( 741);
    M Swanahild (Sonichild) ( n. 741) aus Bayern, kam 725 mit Karl Martell nach s. Bayernsieg in Begleitung ihrer Tante, der Agilolfingerin Beletrud, ins Frankenreich, Karl Martells Frau Chrotrud starb 725, Swanahild erscheint in e. Urk. als matrona (Ehefrau?), in den zu Anfang d. 9. Jh. geschriebenen u. einseitig zugunsten Pippins d. J. u. Karlmanns berichtenden Annales Mettenses priores als Konkubine Karl Martells, v. Pippin u. Karlmann 741 ins Kloster Chelles geschickt; Halb-Geschw. (v. Chrotrud) Pippin d. J. ( 768), Karlmann ( 754), Chiltrud ( 754, Hzg. Odilo v. Bayern, 748), Halb-B (v. unbek. Mutter) Remigius ( 771), Bischof v. Rouen, Hieronymus, Bernhard.

  • Leben

    Unmittelbar vor dem Tod Karl Martells hält sich G. mit seiner Mutter bei diesem auf. Sein Vater bedenkt ihn bei der Reichsteilung 741 mit einem Teil von Neustrien, Austrasien und Burgund, das heißt mit einem Gebiet aus der Mitte des Frankenreiches. Seine Halbbrüder Pippin und Karlmann vertreiben ihn und Swanahild und belagern sie in Laon. G. unterliegt und wird in Neuf-Château in den Ardennen in Haft gesetzt, 747 nach dem Eintritt Karlmanns ins Kloster aber von Pippin befreit. Dieser verleiht ihm Land, was G. offenbar nicht genügt; so schlägt er sich zu den jeweils gefährlichsten Feinden Pippins, 747 nach Sachsen, 748 nach Bayern, das er sich unterwirft. Er verdrängt damit seinen Neffen, den jungen Herzog Tassilo, wird aber von Pippin besiegt. Nach kurzer Versöhnungspause – Pippin hatte ihm 12 Grafschaften verliehen – nimmt G. seine Opposition wieder auf, geht zum Herzog Waifar von Aquitanien, dann zum Langobardenkönig Aistulf. Auf dem Weg nach Italien fällt er 753 im Kampf gegen Leute Pippins. – Vieles spricht dafür, daß Swanahild rechtmäßige Gemahlin Karl Martells war: im Gegensatz zu Remigius, Hieronymus und Bernhard wird G. bei der Reichsteilung berücksichtigt. Aber auch als außerehelicher Sohn oder Sproß einer Friedelehe – Swanahild entstammte ja edler Familie – konnte er als erbberechtigt gelten, da zu dieser Zeit das kirchliche Eherecht|noch nicht die Oberhand über das germanische gewonnen hatte. Seine Ansprüche wurden auch anerkannt: bis zu seinem Tod hatte er recht starken Anhang unter dem Adel, und selbst von Bonifatius wurde er nach dem Tode seines Vaters brieflich um Unterstützung der Mission in Thüringen gebeten. Zum Usurpator erklären ihn erst die späteren Annalen aus der Sicht eines fränkischen Einheitsreiches.

  • Literatur

    ADB IX;
    H. Hahn, Jbb. d. fränk. Reiches 741-52, 1863;
    T. Breysig, dass. 714-41, 1869;
    L. Oelsner, dass., Kg. Pippin, 1871;
    T. Sickel, Das Thronfolgerecht d. unehel. Karolinger, in: ZSRG 24, 1903, S. 110 ff.;
    E. Schumacher, Btrr. z. Gesch. G.s, d. Sohnes Karl Martells, Progr. Landau 1904;
    H. Meyer, Ehe u. Eheauffassung d. Germanen, in: Festschr. E. Heymann 1, 1940;
    H. L. Mikoletzky, Karl Martell u. G., in: Festschr. E. E. Stengel, 1952, S. 130 ff.

  • Autor/in

    Ingrid Heidrich
  • Empfohlene Zitierweise

    Heidrich, Ingrid, "Grifo" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 67-68 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd133689131.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Grifo, Sohn des Karl Martell und der Swanahild, durch seine Mutter Großneffe des Odilo von Baiern, erhob beim Tode seines Vaters 741 einen Aufruhr gegen seine Stiefbrüder Pippin und Karlmann, ward aber gefangen und zu Neufchateau in Lothringen gefangen gehalten. Nach Karlmanns Rücktritt gab Pippin ihn frei. Sofort nahm jener die alten Pläne wieder auf und fand Unterstützung bei den Sachsen. Pippin brach schnell verwüstend in Sachsen ein und stellte die Abhängigkeit der Sachsen wieder her, während G. nach Baiern floh (747—8). Dort hatte eben der Sohn des Odilo und der Chiltrudis, einer Schwester Pippins, Thassilo, die Regierung übernommen. In den unsicheren Anfängen dieses Regiments fand G. in dem Stammlande seiner Mutter eine Partei und nöthigte Pippin zu einem zweiten Feldzuge. Nach Niederschlagung der Unruhen in Baiern ward G. nach Neustrien verwiesen. Lemans war der Sitz, von dem aus er 12 Grafschaften als Herzog zu regieren hatte. Aber bei erster Gelegenheit floh G. erst nach Aquitanien zu Herzog Waifar und als Pippin seine Auslieferung forderte, zum Longobardenkönig Aistulph. Aus dem J. 753 wird uns die Ermordung Grifos gemeldet.

  • Autor/in

    Albrecht.
  • Empfohlene Zitierweise

    Albrecht, "Grifo" in: Allgemeine Deutsche Biographie 9 (1879), S. 671 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd133689131.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA