Lebensdaten
erwähnt 1565, gestorben begraben 1575
Beruf/Funktion
Buchdrucker ; Verleger
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 13150309X | OGND | VIAF: 62682926
Namensvarianten
  • Gerlatz, Dietrich
  • Gerlach, Dietrich
  • Gerlatz, Dietrich
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Zitierweise

Gerlach, Dietrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd13150309X.html [12.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    Nürnberg 28.8.1565 Katharina verw. Schmid ( 1591), Besitzerin d. Offizin, Wwe d. Joh. vom Berg ( 1563), Drucker, Verleger u. Musiker (s. NDB II);
    Stief-T Katharina Schmid (in d. Offizin tätig) ( 1605, 1] Farbhändler Hans Braun, 2] Buchhändler Lamprecht de Nedem, 3] Alex. Phil. Dietrich [ 1599], Schriftsetzer in d. G.-Bergschen Offizin, ab 1597 nur noch Buchhändler [s. Benzing, Buchdrucker]), Veronika v. B. ( Joh. Kauffmann, Mag., Prediger); Stief-E Paul Kauffmann (1568–1632), seit 1589 in d. Offizin s. Gmm Katharina Gerlach tätig, Miterbe u. ab 1601 Alleinbes. d. Offizin (s. Benzing, Buchdrucker).

  • Leben

    G., über dessen Bildungsgang nichts bekannt ist, erwarb nach seiner Heirat 1565 in Nürnberg das Bürgerrecht. Als Drucker blieb er, wie zuvor Berg, mit Ulrich Neuber ( 1571) verbunden, bis dieser 1567 als Teilhaber ausschied und sich selbständig machte. Dann leitete G. die Offizin allein, aber zugleich im Namen der Erben Bergs. Hierin folgte ihm seine ungemein regsame und geschäftstüchtige Witwe. Nach deren Tod ging die Druckerei in den Besitz der Familien Dietrich und Kauffmann über. – Die Berg-Gerlach-Kauffmannsche Offizin muß als die leistungsfähigste Nürnberger Druckerei des 16. und frühen 17. Jahrhunderts gelten. G. und seine Frau Katharina brachten zwischen 1565 und 1591 neben Reisebeschreibungen, astronomischer und juristischer Literatur der Tradition des Unternehmens gemäß vor allem theologische Schriften heraus, insbesondere Predigtsammlungen sowie katechetische und exegetische Werke des mit ihnen verschwägerten Johann Mathesius. Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit verlagerte sich jedoch in den Bereich des Notendrucks, wo ihre Erzeugnisse zu überragender Bedeutung gelangten. Das musikalische Druck- und Verlagsprogramm G.s und seiner Witwe spiegelt den Einfluß der spätniederländischen Ausdruckspolyphonie und der italienischen Liedkunst auf die zeitgenössische deutsche Musik; es bevorzugt außer Werken der Deutschen Johann Knöfel, Gallus Dreßler und Jakob Meiland sowie der Niederländer Alexander Utendal und Jakob Regnart das Schaffen Orlando di Lassos und seines Schülers Leonhard Lechner und gipfelt in 9 von Friedrich Lindner herausgegebenen Sammeldrucken, die der italienischen „prima pratica“ das weiteste Einfallstor nach Deutschland geöffnet haben.

  • Werke

    Verz. d. Drucke b. E. Stevenson, Inventario dei libri stampati palatino-vaticani II, Libri tedeschi I u. II, Rom 1886-91;
    Teilverz. b. Benzing, Buchdrucker u. Schaal (s. L), letzteres zu ergänzen durch Dt. Lieder v. Ch. Hollander, Nürnberg 1574 f.

  • Literatur

    L (auch f. Fam.) ADB IX;
    P. Cohen, Die Nürnberger Musikdrucker im 16. Jh., Phil. Diss. Erlangen 1927;
    R. Wagner, Ergg. z. Gesch. d. Nürnberger Musikdrucker d. 16. Jh., in: Zs. f. Musikwiss. 12, 1929 f., S. 506-08;
    ders., Nachträge z. Gesch. d. Nürnberger Musikdrucker im 16. Jh., in: Mitt. d. Ver. f. Gesch. d. Stadt Nürnberg 30, 1931, S. 107-51, bes. S. 130 ff.;
    Eitner;
    Benzing, Buchdrucker;
    R. Schaal, in: MGG IV, Sp. 1800-02 (W, L);
    F. Krautwurst, Art. Nürnberg, ebd. IX, Sp. 1745–62, bes. Sp. 1753 f. - Zu U. Neuber:
    ADB 23;
    Benzing, Buchdrucker;
    Th. Wohnhaas, in: MGG IX, Sp. 1388 f.

  • Autor/in

    Franz Krautwurst
  • Empfohlene Zitierweise

    Krautwurst, Franz, "Gerlach, Dietrich" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 300 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd13150309X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Gerlach: Dietrich G., Buchdrucker und Buchhändler zu Nürnberg seit 1565. Sein Geburts- und Sterbejahr sind nicht zu ermitteln und ebenso weiß man in Betreff seiner Lebensverhältnisse nur das Wenige, daß er in dem genannten Jahre das Geschäft des Johann von Berg (Montanus 1563) übernahm, der, mit Ulrich Neuber associirt, seine Officin „auf dem neuen Bau neben der Kalchhütte“ errichtet und seinen Verlag neben populären Schriften auch durch eine große Zahl wissenschaftlicher Werke ausgezeichnet hatte. Daß aber dieses Jahr der Anfang von Gerlach's Verlagsthätigkeit gewesen war, erhellt daraus, daß seitdem Ulrich Neuber allein vorkommt und der frühere Verlag in dem Gerlach'schen Kataloge aufgeführt wird. Er starb schon Anfangs der siebenziger Jahre des 16. Jahrhunderts, worauf seine Wittwe die Handlung allein noch bis 1592 fortführte, dann aber die Erben. Das Insigne der Druckerei nebst Symbolen findet sich aus dem J. 1581 bei Roth-Scholtz: Insignia Typograph. Sect. XXXIV, 351. Während seit dem ersten Decennium des 16. Jahrhunderts Schriften von größerem litterarischen Werthe, wie die bei Sigismund und Johann Feyerabend in Frankfurt a./M. erschienenen prosaischen Ueberarbeitungen ganzer Cyclen der älteren epischen Gedichte: „Das Buch der Liebe“, „Das Heldenbuch“, hochdeutsche Uebersetzungen des R. Fuchs, ferner Werke neueren Ursprungs, wie „Der Theuerdank“, S. Brandt's „Narrenschiff“ etc. in größeren kostspieligeren Ausgaben bei Gelehrten und Gebildeten ihre Anziehungskraft geltend machten, zählt G. zu jener Reihe eben so verdienter Buchdrucker, die auf billigere Herstellung prosaischer älterer Volksbücher sowie einzelner kleiner Gedichte, sowol religiösen wie weltlichen Inhalts, ihre Thätigkeit beschränkten. Und da diese Schriften nicht selten auch mit Holzschnitten versehen waren und die Gedichte den allbekannten und beliebten Volksweisen sich anschmiegten, so konnte es nicht fehlen, daß sie auf solche Weise die sich immer mehr steigernde Leselust auch der mittleren und unteren Volksklassen befriedigten. In diesem Sinne wirkten seit der Mitte des Jahrhunderts von Nürnberg aus mit G. dessen Geschäftsgenossen Christoph und Friedrich Gutknecht (Weller, Repert. 464—65), Hans Gúldenmund, Kunigunde Herrgott, Wolfg. Heußler, Georg Wachter u. a.,|und von Augsburg aus Melchior und Narciß Ramminger, Hans Zimmermann und Heinr. Stayner (vgl. d. Art.), und es kann keinem Zweifel unterliegen, daß deren Pressen und Handel durch Unterstützung des hauptsächlich durch die Reformation hervorgerufenen Lesebedürfnisses und des ungestümen Dranges nach Belehrung, der zu jener Zeit im Mittelstande fast ohne Ausnahme sich äußerte, ein kräftiger Hebel der Volksbildung wurden. In Gerlach's Fußstapfen trat nach seinem Tode auch die Wittwe, welche neben ihrem Zunftgenossen Ulrich Neuber u. a. auch (zum Theil anonym) mehrere kleinere Schriften und Sprüche des H. Sachs im Druck ausgehen ließ. Ein solcher Spruch (Folioblatt mit Kupferstich von J. Amman und H. Sachsens Bildniß) erschien unter der Druckanzeige: „Gedruckt zu Nürnberg, durch Kath. Gerlächin, und Johanns vom Berg Erben"; vgl. Weller im Serapeum 1861, S. 160.

    • Literatur

      Goedeke, Grundriß, woselbst eine große Zahl populärer durch G. und seine Wittwe gedruckter Bücher verzeichnet ist. Kirchhoff, Z. Gesch. d. deutschen Buchhandels II, S. 21.

  • Autor/in

    J. Franck.
  • Empfohlene Zitierweise

    Franck, Jakob, "Gerlach, Dietrich" in: Allgemeine Deutsche Biographie 9 (1879), S. 8-9 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd13150309X.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA