Lebensdaten
1557 bis 1631
Geburtsort
Wismar
Sterbeort
Schloß Nykøbing/Falster
Beruf/Funktion
Herzogin von Schleswig-Holstein ; Königin von Dänemark
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 124970826 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Sophie von Dänemark
  • Sophia
  • Sophia von Mecklenburg (geborene)
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Zitierweise

Sophie, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd124970826.html [16.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus d. Haus Mecklenburg (s. NDB 16);
    V Ulrich III., Hzg. v. M. (1527/28–1603, s. ADB 39), S d. Albrecht VII., Hzg. v. M. (1488–1547, s. NDB I), u. d. Anna v. Brandenburg (1507–67);
    M Elisabeth v. Dänemark (1524–86), T d. Friedrich I., Kg. v. Dänemark (1471–1533, s. NDB V), u. d. Sophia v. Pommern (1498–1568);
    Kopenhagen 1572 Friedrich II., Kg. v. Dänemark u. Norwegen, Hzg. v. Schleswig-Holstein (1534–88, s. NDB V), S d. Christian III., Kg. v. Dänemark (1503–59, s. NDB III), u. d. Dorothea v. Sachsen-Lauenburg (1511–71);
    3 S Christian IV., Kg. v. Dänemark (1577–1648, s. NDB III), Ulrich, Bf. v. Schleswig u. Schwerin (1578–1624), Hans (Johann) (1583–1602), 4 T Elisabeth (1573–1626, ⚭ Heinrich Julius, Hzg. v. Braunschweig-Wolfenbüttel, 1564–1613, s. NDB VIII), Anna (1574–1619, ⚭ Jakob I. [James VI.], Kg. v. England, Schottland u. Irland, 1566–1625, s. Oxford DNB), Kgn. v. England, Schottland u. Irland (s. Dansk. Leks.; Oxford DNB), Augusta (1580–1639, ⚭ Johann Adolf Hzg. v. Schleswig-Holstein-Gottorf, 1575–1616, Bf. v. Lübeck, Ebf. v. Bremen, s. NDB X), Hedwig (1581–1641, ⚭ Christian II., Kf. v. Sachsen, s. NDB III);
    E Sophie Hedwig, Gfn. v. Nassau-Dietz (1592–1642, s. NDB 24), Elisabeth Stuart (1596–1662, s. NDB IV, ⚭ Friedrich V., Kf. v. d. Pfalz, als Friedrich I. Kg. v. Böhmen, 1596–1632, s. NDB V), Pfalzgräfin b. Rhein, Kgn. v. Böhmen (s. Oxford DNB), Friedrich III., Hzg. v. Schleswig-Holstein-Gottorf (1597–1659, s. NDB V), Christian, Hzg. v. Braunschweig-Wolfenbüttel (1599–1626), Administrator v. Halberstadt (s. NDB III), Friedrich III., Kg. v. Dänemark (1609–70), Karl I., Kg. v. England u. Schottland (1600–49, s. Oxford DNB);
    Ur-E Sophie v. der Pfalz (1630–1714), Kfn. v. Hannover, Hzgn. v. Braunschweig-Lüneburg (s. NDB 24).

  • Leben

    Als einzigem Kind Hzg. Ulrichs von Mecklenburg wurde S. an dessen kultiviertem Hof eine sorgfältige Erziehung zuteil. Mit 14 Jahren 1572 mit Friedrich II. von Dänemark vermählt, führte das königliche Paar trotz des erheblichen Altersunterschieds eine harmonische Ehe, aus der sieben Kinder entsprossen. Aufgrund des engen Verhältnisses zu ihren Eltern hielt S. Zeit ihres Lebens intensiven Kontakt nach Mecklenburg und ließ alle Kinder über Jahre am Güstrower Hof erziehen. Wirkte S. zu Lebzeiten ihres Gemahls im Hintergrund, so kämpfte die selbstbewußte Fürstin nach seinem Tod 1588 gegen den Reichsrat um die Aufrechterhaltung ihres Einflusses. In dem Konflikt um die alleinige Vormundschaft über ihren ältesten Sohn Christian und die Versorgung der nachgeborenen Kinder wurde S. zu einem Kompromiß mit dem Reichsrat genötigt. Dennoch setzte sie für ihre Töchter eine Versorgung durch, welche diese zu erstrangigen Partien machte und S. zur Stammmutter der bedeutendsten prot. Dynastien werden ließ. 1590 erhielt sie die vormundschaftliche Regierung im kgl. Anteil Schleswig-Holsteins. Hier kollidierte S.s restriktive Ständepolitik und ihr Streben, die nachgeborenen Söhne aus dem kgl. Anteil der Herzogtümer zu versorgen, bald mit den Interessen des Statthalters Heinrich Rantzau (1526–98). Die auf Rantzaus Betreiben und mit Unterstützung des Reichsrats für die Herzogtümer erfolgte Mündigkeitserklärung ihres ältesten Sohnes durch Ks. Rudolf II. (1552–1612) beendete 1593 S.s energische, auf die Stärkung der landesherrlichen Position zielende Regierung in Schleswig-Holstein. Politisch isoliert und vom Hof verwiesen, mußte sie sich 1594 auf ihr Leibgedinge Lolland und Falster zurückziehen. Hier entfaltete S. ihr bereits in den Herzogtümern offenbar gewordenes wirtschaftliches Talent zu voller Geltung. Von ihrer Residenz Nykøbing aus arbeitete sie, gestützt auf meckl. Verwalter, intensiv daran, die Einkünfte aus ihren Besitzungen zu steigern. S. erwirtschaftete aus ihren gutswirtschaftlich verwalteten Besitzungen durch Getreidehandel und Pferdeexport ein enormes Vermögen und avancierte zu einer der reichsten Frauen Europas. Gleich den großen Finanziers ihrer Zeit betätigte sich die Königinmutter als Großgläubiger prot. Fürsten. Zu ihrem Millionen Gulden zählenden Barvermögen kamen umfangreiche von fürstl. Gläubigern verpfändete Besitzungen im Norden des Reichs, welche S. während zahlreicher Reisen inspizierte. Durch intensive Korrespondenz mit prot. Reichsfürsten sowie ihrer meckl. Verwandtschaft, die sie auch während deren Vertreibung durch Wallenstein (1583–1634) unterstützte, hielt sich die Königinwitwe über die aktuellen politischen Entwicklungen in Europa und im Reich auf dem laufenden. Die durch S. betriebene Versorgung ihres zweitgeborenen Sohns Ulrich mit dem Stift Schwerin markiert den Beginn einer Entwicklung die, durch Christian IV. fortgesetzt, zu erheblichen Spannungen unter den norddt. Reichständen führte. Die kostspieligen militärischen Aktivitäten Christians IV. in den Auseinandersetzungen in Nordeuropa und im Reich wurde ebenso wie jene vieler prot. Reichsfürsten erst durch den finanziellen Rückhalt an S. ermöglicht. Als sie 1631 hochbetagt starb, hatte ihr auf wirtschaftlichem Erfolg, intensiven Beziehungen zu den prot. Reichsständen und der Nähe zu ihrem Sohn Christian IV. beruhender Einfluß auf weite Teile des prot. Lagers weitreichende Folgen gezeitigt.

  • Quellen

    Qu Landeshauptarchiv Schwerin (2.12–1/19 Acta debitorum ducum; 2.12–1/22 Litterae familiares; Reichsarchiv Kopenhagen (Münchensamlingen,|Frederik II.s dronning Sophie 1570–1632, Frederiks II.s svigervar hertug Ulrik af Mecklenburg); C. Janus, Sermo funebris in exequiis Sophiae reginae, 1632; Kong Frederik II's Kalenderoptegnelser fra Aarene, 1583, 1584 og 1587, hg. v. O. Carøe, in: Historisk Tidsskrift, 4. R., Bd. 3, 1872–73, S. 538–77; Breve fra Sophie til hendes Fader, in: Personalhistorisk Tidsskrift 3, 1892, S. 1–9; Aktstykker og Oplysninger til Rigsrådets og Staendermødernes historie i Kristian IV's tid, Bd. 1 u. 2, hg. v. K. Erslev, 1883–88; Kong Christian den fjerdes egenhaendige breve, Bd. 1 u. 2, hg. v. C. F. Bricka u. J. A. Fridericia, 1887–91; Frederiks II.'s Enke Dronning Sophies kopibøger 1588–1617, hg. v. S. Thomsen, 1937.

  • Literatur

    E. C. Werlauff, S. v. Meckl., Kgn. v. Dänemark u. Norwegen, in: Jbb. d. Ver. f. Meckl. Gesch. u. Altertumskde. 9, 1844, S. 111–65;
    M. Mackeprang, Dronning Sofie og livegedinget, Et stykke dansk landbrugshistorie fra tiden omkring 1600, in: Historisk Tidsskrift, 7. R., Bd. 3, 1900–02, S. 527–55;
    D. Schäfer, Vom Reg.antritt Friedrich II. bis z. Tode Christians IV., 1902;
    H. Hjeholt, Falsters Historie, Bd. 1, 1934, S. 115–212;
    U. Lange, Die pol. Privilegien d. schleswig-holstein. Stände 1588–1675, 1980, S. 41–58;
    H. Hannes, Auf den Spuren d. Greifengeschl. in Dänemark, in: Balt. Studien 120, 1988, S. 48–91;
    P. Lauring, Dronninger og andre kvinder i Danmarkshistorien, 1991, S. 41–46;
    Dansk Biografisk Leks.;
    Biogr. Lex. Meckl. 1, 1995 (P);
    Dansk Kvindebiografisk Leks.

  • Portraits

    Öl/Lwd. v. H. Knieper, 1572, R. Petersen, 1578 u. P. Isaaczs, 1610–15, u. J. van Doort, 1610;
    Bronzebüste v. J. G. van der Schardt, 1578 (alle Rosenborg);
    Medaillen v. H. Raadt, 1586, 1587, 1589, 1591, u. J. Preus, 1616.

  • Autor/in

    Sebastian Joost
  • Empfohlene Zitierweise

    Joost, Sebastian, "Sophie" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 590-591 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd124970826.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA