Lebensdaten
1779 bis 1845
Geburtsort
Schwäbisch Hall
Sterbeort
Gotha
Beruf/Funktion
Bergmann ; Salinendirektor ; Salinentechniker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 12490341X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Glenck, Karl Christian Friedrich
  • Glenck, Friedrich
  • Glenck, Karl Christian Friedrich
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Zitierweise

Glenck, Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd12490341X.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johs. Gg. (1751–1802), hohenloh. Baurat, seit 1781 Salinendir. in Sch. H., Kammerdir. u. Bergrat, S d. Joh. Christoph, Bäckermeister, dann Hospitalger.buchhalter in Sch.H., u. d. Bäckers-T Barbara Glock;
    M Elisabeth (1754–1822), T d. Pfarrers Joh. Gg. Frdr. Hartmann Mayer in Kupferzell u. d. Anna Charl. Hirschmann;
    Stief-V Karl Chrstn. v. Langsdorf ( 1834), Prof. d. Geol. u. Salzwerkskde. in Heidelberg;
    Weißbach 1803 Charl. Eleonore Maria (* 1782), T d. Pfarrers Gg. Christoph Burger in Obersteinach u. d. Maria Magd. Fürer;
    12 K (5 früh †), u. a. Georg, Salinendir. in Heinrichshall u. Ernsthall, August (* 1812), Salinendir. in Heinrichshall, Otto Frhr. v. G. (sachsen-coburg. u. gotha. Adel u. Frhr. 1888) (1821-91), Gen.-Dir. d. Saline z. Schweizerhalle (s. Biogr. Lex. d. Aargaus, 1958);
    Ur-E Hermann Frhr. v. G. (1883-1952), Komponist (s. Riemann).

  • Leben

    Der Beruf des Vaters und dessen vielseitige geologische und mineralogische Tätigkeit, sowie der des Stiefvaters, waren nicht ohne Einfluß auf den Lebenslauf des jungen G.. Nach Besuch der Karlsschule zu Stuttgart begann er 1791 in Erlangen mit dem Studium der Rechtswissenschaft, Geologie und Mineralogie und besuchte 1799 und 1800 die Bergakademie zu Freiberg. Dann wurde er Privatsekretär des Fürsten Friedrich Ludwig von Hohenlohe-Ingelfingen, General der Infanterie und Gouverneur von Schlesien in Breslau, und dessen ständiger Begleiter. 1803 erfolgte seine Ernennung zum Fürstlich Hohenloheschen Justiz- und Rentamtmann zu Niederhall am Kocher. Zu seinen Obliegenheiten gehörte auch die Verwaltung der Salinen zu Niederhall und zu Weißbach, wo er seine theoretischen Kenntnisse in der Praxis anwenden und erweitern konnte. Durch die Mediatisierung der Fürsten von Hohenlohe (1806) verlor er seine Stellung und mußte sich bei kärglicher Pension nach Verlust seines nicht unbeträchtlichen Vermögens seinen Lebensunterhalt durch gelegentliche juristische Arbeiten verdienen. Außerdem widmete er sich geologischen Forschungen, und 1812 gelang es ihm, bei Marbach in Württemberg Gipslager zu entdecken, die er ausbeuten konnte. Inzwischen war die Saline zu Weißbach in den Besitz einer Privatgesellschaft gelangt, die 1817 G. mit der Leitung beauftragte. Hier begann er mit seinen Bohrversuchen auf Steinsalz, die erfolgreich waren. Als sich die Gesellschaft vergrößerte, erbohrte er 1819 in Wimpfen am Neckar wiederum Steinsalz und errichtete dort die Saline Ludwigshall, den „Erstling seines Systems“, und leitete damit eine neue Epoche des Salinenwesens ein. Außerdem hatte er die beiden kleinen Salzwerke in Lindenau und in Büdingen gepachtet. Es erfolgten weitere Bohrversuche im Fürstentum Reuß, in Böhmen, die jedoch später eingestellt wurden, im Königreich Sachsen, denen die unruhige Zeit von 1830 ein Ende machte, und in der Schweiz. Alle diese Versuche führte er teils im Auftrage der Landesbehörden, teils auf eigene Kosten aus. Im ganzen hat G. 56 Bohrlöcher niedergebracht, darunter eine Anzahl von einer Teufe von 300-400 m. Das war bei den reichlich primitiven damaligen Bohreinrichtungen nicht leicht. G. verbesserte sie durch mehrere Erfindungen, von denen die „Glencksche Fangbirne“ seinen Namen trägt. 1828 zog er nach Gotha, war im benachbarten Bufleben erfolgreich und gründete dort die Saline Ernsthall, 1829 war er bei Stotternheim im Großherzogtum Sachsen-Weimar fündig, wo er die Saline Louisenhall erbaute, die sich besonderer Anteilnahme Goethes erfreute und diesen sogar zu einem längeren Gedicht veranlaßte. 1831 waren Bohrungen bei Köstritz erfolgreich und führten zur Errichtung der Saline Heinrichshall. Nach jahrelangen, kostspieligen (2 Millionen Franken) Versuchen glückte G. schließlich 1837 die Erschließung eines mächtigen Steinsalzlagers beim Rothaus im Kanton Basel-Land, was die Erbauung der Saline Schweizerhalle veranlaßte. Dies Salzwerk, das als das bedeutendste in der Schweiz gilt, befreite das Land von der vielfach schmerzlich empfundenen Abhängigkeit vom ausländischen Salzimport.|

  • Auszeichnungen

    Hohenloh. Hofrat, Ehrenbürger v. Darmstadt, sachsen-gotha. Oberbergrat.

  • Literatur

    ADB IX;
    G. Paltzer, Die Fam. v. G. in d. Salzindustrie, Saline Schweizerhalle, 75jähr. Bestehen, 7.6.1837 - 7.6.1912, 1912, S. 37-47;
    W. Serlo, Männer d. Bergbaus, 1937, S. 53;
    C. Schiffner, Aus d. Leben alter Freiberger Bergstudenten II, 1938, S. 99;
    Unser Salz, hrsg. v. Verband Schweizer. Rheinsalinen, 1955;
    NND 23, 1, S. 867-79;
    Pogg. I.;
    Biogr. Lex. d. Aargaus, 1958;
    Schriftl. Auskünfte d. Vereinigten Schweizer. Rheinsalinen, Basel.

  • Portraits

    Gem. (Regierungsgebäude d. Kt. Basellandschaft in Liestal, Schweiz), Abb. in: C. Disler, 100 J. Saline Riburg, 1848–1949, u. ihre Aargau. Schwestersalinen Kaiseraugst u. Rheinfelden, 1948, S. 6.

  • Autor/in

    Hanns Freydank
  • Empfohlene Zitierweise

    Freydank, Hanns, "Glenck, Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 453 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd12490341X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Glenck: Karl Christian Friedrich G., ausgezeichneter Salinist, geb. am 13. April 1779 zu Schwäbisch Hall, gest. am 21. November 1845 zu Gotha. Die vielfache Beschäftigung seines Vaters, eines Salinen-Inspectors, mit mineralogischen Studien erweckte schon frühzeitig in dem Sohne die Neigung zur Mineralogie. G. legte zunächst in der Karlsschule in Stuttgart einen tiefen Grund zu seiner vortrefflichen Bildung, die er 1796 auf der Universität Erlangen vervollständigte. Er hatte die Jurisprudenz zu seinem Brotstudium gewählt, beschäftigte sich aber überdies eifrig mit Mineralogie und Geognosie. Um sich in diesen Fächern vollständig auszubilden, besuchte er zwei Jahre lang die Freiberger Bergakademie. Dann trat er eine Stelle als Privatsecretär des Fürsten von Hohenlohe-Ingelfingen an, den er auf vielen Reisen begleitete. 1803 wurde G. zum hohenlohe'schen Justiz- und Rentamtmann zu Niederhall am Kocher ernannt und fand nun in diesem Dienste, zu dem auch die Verwaltung der Saline Niederhall und Weißbach gehörte, Gelegenheit, sich mit der Salinentechnik eingehend zu befassen. Die Mediatisirung Hohenlohe's 1806 veranlaßte seine Pension, da er aus alter Anhänglichkeit an das fürstliche Haus in würtembergische Dienste zu treten verschmähte. Dadurch gerieth G. in sehr mißliche Verhältnisse, die ihn jedoch nicht abhielten, seine wissenschaftlich praktischen Studien fortzusetzen, namentlich über die ursprüngliche Lagerstätte des Salzes die sorgfältigsten geognostischen Untersuchungen anzustellen, während er durch juristische Arbeiten seinen Lebensunterhalt zu verdienen suchte. Seine sichere Erwartung, die Urstätte des Salzes zu entdecken, täuschte ihn in der That nicht. Denn als 1817 eine Gesellschaft die früher von G. bewirthschaftete Saline Weißbach erworben und ihn zu deren Director berufen hatte, begann er sofort Bohrversuche auf Steinsalz und hatte die Freude bei Wimpfen seine Vermuthungen rasch und glänzend bestätigt zu sehen. G. errichtete 1819 die große Saline Ludwigshall bei Wimpfen, welche er mit der vortrefflichsten Einrichtung versah. Von dieser Zeit datirt eine neue Periode des Salinenbetriebs in der unteren Neckargegend, welche ihren Ursprung und ihr rasches Emporblühen allein der geistreichen Speculation Glenck's zu verdanken hat. G. suchte nun auch in anderen Gegenden seine so erfolgreichen Erfahrungen zu verwerthen und unternahm mit einem rastlosen Eifer, der fast an Ueberstürzung grenzte und in manchen Fällen selbst den Schein eines Schwindlers auf ihn warf, an zahlreichen Punkten in Thüringen, im Reußischen, in Böhmen, in der Schweiz, im Königreich Sachsen, theils auf eigene Kosten, theils im Auftrage von Gesellschaften oder Regierungen Bohrungen auf Steinsalz. Nebenbei betrieb er die von ihm gepachteten Salinen Lindenau und Büdingen. Manchmal stand es mit seinen Hilfsquellen schlimm, aber G. hatte ein felsenfestes Vertrauen auf das Gelingen seiner Unternehmungen. In der That glückten ihm nach einander drei seiner Versuche, die er auf eigene Gefahr übernommen hatte, nämlich jene bei Bufleben im Gothaischen 1828, welchem die Saline Ernsthall ihre Entstehung verdankt, dann 1829 jener bei Stotternheim im Weimarischen, in einer für damals und bei der zu jener Zeit üblichen mangelhaften Bohrmethode erstaunlichen Tiefe von 350 Meter, wo in Folge des Fundes die Saline Louisenhall gegründet wurde, und 1831 jener bei Köstritz im Reußischen, welcher die Errichtung der Saline Heinrichshall zur Folge hatte. Um seine vielverzweigten Geschäfte besser leiten zu können, siedelte G. 1828 nach Gotha über. Weniger günstiger Erfolge hatte G. sich bei seinen Bohrungen in Sachsen, welche die politischen Wirren 1830 zum Einstellen brachten, und in Böhmen zu erfreuen. Auch in der Schweiz schien ihn sein Glückstern zu verlassen. Aber G. wankte nicht, selbst nachdem verschiedene Versuche da und dort ohne entscheidenden Erfolg aufgegeben werden mußten. Endlich 1837 gelang es ihm dennoch auch in Basellandschaft Steinsalz zu erbohren; es wurde dort die Saline Schweizerhall errichtet, welche G. mit sehr zweckentsprechenden Einrichtungen ausstattete. Noch war es ihm vergönnt, diese Saline, die größte und schönste, aber auch unter den größten Schwierigkeiten ins Leben gerufene Schöpfung zur schönsten Blüthe sich entfalten zu sehen, als die Ueberanstrengung früherer Tage rasch seine Gesundheit zum Wanken brachte und seinen Tod am 21. November 1845 herbeiführte. G. gehört unstreitig zu den tüchtigsten Salinisten der Neuzeit, welcher, wie kein Zweiter, es verstand, mit eiserner Energie die auf wissenschaftlichem Wege gewonnenen geognostischen Kenntnisse praktisch zu verwerthen. In der Bohrtechnik leistete er Vorzügliches und bereicherte sie durch zahlreiche neue Einrichtungen und Instrumente. 56 Bohrlöcher wurden unter seiner Leitung niedergestoßen, viele bis zu einer Tiefe von über 300 Meter. Sein Name war daher bei allen Fachgenossen von bestem Klange. Auch ehrten ihn vielfache Auszeichnungen; von Hohenlohe erhielt er den Hofrathstitel, von Darmstadt das Ehrenbürgerrecht, von Weimar den Orden vom weißen Falken, von Gotha den Titel eines Oberbergrathes und das Ritterkreuz des Ernestinischen Hausordens. Leider kam G. nicht dazu, seine reichen Erfahrungen auch schriftlich niederzulegen und zum Gemeingut zu machen. Wir besitzen von ihm keinen schriftlichen Nachlaß.

    • Literatur

      Neuer Nekrolog der Deutschen, XXIII. Jahrg., 1845, I. 867.

  • Autor/in

    Gümbel.
  • Empfohlene Zitierweise

    Gümbel, Wilhelm von, "Glenck, Friedrich" in: Allgemeine Deutsche Biographie 9 (1879), S. 233-235 unter Glenck, Karl Christian Friedrich [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd12490341X.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA