Lebensdaten
erwähnt getauft 1761 , gestorben 1818
Geburtsort
Neustadt a.d. Waldnaab
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Miterfinder der Notenlithographie ; Musiker ; Komponist ; Unternehmer ; Lithograf ; Arrangeur
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 128553170 | OGND | VIAF: 1067782
Namensvarianten
  • Gleißner, Franz Johannes
  • Gleißner, Franz
  • Gleißner, Franz Johannes
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Zitierweise

Gleißner, Franz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd128553170.html [17.05.2022].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Stephan, Leineweber, Bürger in N., S d. Gg. Michael, Leineweber u. luth. Mesner in Püchersreuth;
    M Anna Margarethe (* 1736, kath.), T d. Hofgärtners Joh. Dotzauer in N. u. d. Anna Ursula Eismann;
    Maria N. N.;
    2 T.

  • Biographische Darstellung

    G. zeigte schon früh Begabung für Musik und Dichtkunst. Er besuchte als Knabe das Seminar zu Amberg (Oberpfalz) und setzte um 1780 seine Studien am kurfürstlichen Seminar in München fort. Bereits 1778 komponierte er ein Requiem auf den Tod des Kurfürsten Max III. Joseph. Seit 1784 kamen mehrere seiner Singspiele und Ballette in München mit Erfolg zur Aufführung. 1790 bezeichnete sich G. als „Music compositor“. Um 1793 fand er als Accessist Aufnahme unter die Kontrabassisten der kurfürstlichen Hofkapelle. G. gilt – neben seinem Freund Alois Senefelder – als Miterfinder der Notenlithographie. Er opferte für die Entwicklung der neuen Drucktechnik einen großen Teil seines Vermögens und erreichte durch seine Verwendung beim Kurfürsten eine Unterstützung der Versuchsarbeiten. 1796 erfolgte die Gründung der Firma „A. Senefelder, Fr. Gleißner & Co.“. Die erste Notenlithographie war der 1796 hergestellte Druck von 12 neuen Liedern G.s. 1799 erhielt die Firma ein Druckprivileg für 15 Jahre. Noch im gleichen Jahre reiste G. zu dem Musikverleger Johann Anton André|nach Offenbach, da Senefelder diesem das Steindruckverfahren verkauft hatte. G. richtete dort eine Stein-Notendruckerei ein und war zugleich als Korrektor im Verlag tätig. Hier verfaßte er ein für die Mozartforschung heute sehr wertvolles kommentiertes Verzeichnis des von André 1799 erworbenen Mozartnachlasses sowie ein thematisches Verzeichnis von Mozarts Werken. Ab 1801 arbeitete G. in einer von Senefelder gegründeten Wiener Druckerei. 1806 eröffneten Senefelder und G. eine neue Steindruckerei in München. Bald danach trat G. als Angestellter bei der Königlichen Steindruckerei in den Staatsdienst. 1811 war er Inspektor der Druckerei bei der Königlichen unmittelbaren Steuer-Vermessungs-Kommission; 1815 hatte er dieses Amt noch inne. G. war ein guter Sänger. Neben seinen Verdiensten für die Entwicklung der Notenlithographie müssen auch seine Kompositionen genannt werden. Manche von diesen, wie etwa die reizvollen Epistelsinfonien aus Opus 1 (1793), wären einer Wiedererweckung wert. G. zeigt sich als phantasievoller, von Mozart beeinflußter Komponist mit ansprechender melodischer Erfindungsgabe. Er war auch ein im Schreiben gewandter Verfasser von Korrespondenzartikeln für auswärtige Zeitschriften.

  • Werke

    6 Singspiele, Ballette, Oratorium „Lazarus“, Messen, Requiem- u. Vesper-Vertonungen, Litaneien, Offertorien, Pange lingua;
    Sinfonien, Menuette, Oktette u. Sextette f. Bläser, Flötenquartett, Duos f. Hörner od. Trompeten, Duos f. Flöten, Flötenvariationen, Streichquartette, Violinsonaten, Klaviersonaten, Märsche, Tänze u. kleine Stücke f. Klavier, Duette u. Lieder mit Klavier. Die Lieder u. Instrumentalwerke erschienen größtenteils zu G.s Lebzeiten im Druck. Bei Lotter in Augsburg wurden 1793 6 Messen op. 1 u. 1798 4 Messen u. 2 Requiem op. 2 gedr.

  • Literatur

    Allg. musikal. Ztg. 1, 1800, Sp. 566 (Rezension);
    B. Speth, Kurzer Rückblick auf d. Entstehung u. Ausbildung d. Lith. …, in: Kunst-Bl. 99 v. 11.12.1820, S. 394;
    M. M. v. Weber, Carl Maria v. Weber, 1864;
    E. F. Schmid, Neue Qu. zu Werken Mozarts, in: Mozart-Jb., 1956, S. 35 ff.;
    H. Ascherl, in: Oberpfälzer Heimat 7, 1963;
    F. J. Lipowsky, Baier. Musiklex., 1811, Anhang, S. 422;
    G. Schilling, Enc. d. ges. musikal. Wiss. III, 1836, S. 247 f.;
    R. Schaal, in: MGG V, Sp. 258-60 (W in Ausw., L üb. G.s Bedeutung f. d. Lith.).

  • Autor/in

    Robert Münster
  • Zitierweise

    Münster, Robert, "Gleißner, Franz" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 452-453 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd128553170.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA