Lebensdaten
erwähnt 892, gestorben 908
Beruf/Funktion
Bischof von Würzburg
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 123676770 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Rudolf von Würzburg
  • Ruodolfus
  • Rathulfus
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Zitierweise

Rudolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd123676770.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus d. Geschl. d. Konradiner (s. NDB XII);
    V vermutl. Udo, Gf. im Lahngau, evtl. S d. Gebhard, Gf. im Lahngau;
    M N. N.; wohl B Konrad ( 906), Gf. im Oberlahn- u. Hessengau. Gozfeld- u. Wormsgau, kurzzeitig Mgf. in Thür., Gebhard ( 910), Gf. im oberen Rheingau u. Wetterau, Eberhard ( 903 ?), Gf. im Niederlahngau; wohl N Konrad I. ( 918), röm.-dt. Kg. (s. NDB XII); Verwandte Uta (Ota) (um 874 – n. 903, Arnulf, ostfränk. Kg., Ks., 899, s. NDB I).

  • Leben

    Die Annahme, R. sei Abt von Hersfeld gewesen (Fries), ist unrichtig. Wohl aufgrund der guten Beziehungen seiner Familie zu Kg. Arnulf erhielt er – wahrscheinlich noch 892 – den Bischofsstuhl von Würzburg, hat aber in der Umgebung des Königs keine nachweisbare Rolle gespielt. Lediglich auf der Reichsversammlung und dem Konzil von Tribur läßt er sich am 5.5.895 nachweisen.

    R.s Regierung steht im Zeichen der sog. Babenberger Fehde, in der es zwischen den Konradinern und den älteren Babenbergern (Popponen) um die Vormachtstellung in Ostfranken ging. Da die Babenberger dem Königtum Arnulfs distanziert gegenüberstanden, hatte der König in dem bis dahin von den Babenbergern dominierten ostfränk. Raum Güter an die Konradiner vergeben. Ein daraus resultierendes aggressives Ausgreifen der Popponen im Bistum Würzburg provozierte die konradin. Reaktion: 897 begann angeblich „aus geringfügigen Ursachen“ (ex parvis minimisque rebus), wie Regino v. Prüm berichtet, die Fehde zwischen R. und den babenberg. Brüdern Adalhard und Heinrich; der König selbst hielt sich im Hintergrund. Umfangreiche Verwüstungen nötigten R. 902 zu einem Hilferuf an seine Brüder Eberhard und Gebhard. Vor der Burg Bamberg kam es zur Schlacht, wobei Heinrich und Eberhard fielen sowie Adalhard in Gefangenschaft geriet; Gebhard ließ Adalhard eigenmächtig hinrichten. Dieser Landfriedensbruch wurde im Febr. 903 in Forchheim vom König zugunsten der Konradiner entschieden. Kurz darauf wurde R. von dem letzten lebenden Babenberger Adalbert aus Würzburg vertrieben; in der Folge konnte er sein Bistum wohl kaum noch betreten. 906 wurden die Konradiner erneut von Adalbert besiegt; daraufhin belagerte ihn Kg. Ludwig, nahm ihn gefangen und ließ ihn am 9.9.906 hinrichten. Sein Besitz verfiel dem König, der diesen „inter nobiliores“ und wohl auch an das Bistum Würzburg wieder verteilte. R. stellte sich im Sommer 908 mit einem thür.-fränk. Heer den einfallenden Ungarn und fiel in der Schlacht am 3.8.908. Über seine kirchliche Tätigkeit ist nichts bekannt.

  • Quellen

    Qu Regino v. Prüm. Chronicon, 50; Fontes Herbipolenses 1, 1: L. Fries, Chronik d. Bischöfe v. Würzburg, I, hg. v. U. Wagner u. W. Ziegler, 1992, S. 137-44.

  • Literatur

    I. G. Eckhart, Commentarii de rebus Franciae Orientalis et episcopatus Wirceburgensis, 1729, II, S. 730-823;
    A. Ussermann, Episcopatus Wirceburgensis, 1794, S. 29-31;
    H. Gensicke, Beziehungen Bf. R.s v. Würzburg (892–908) zu seiner Heimat an d. Lahn, in: Nassau. Ann. 62, 1951, S. 32-35;
    A. Wendehorst (Bearb.), Das Bm. Würzburg, T. 1, Die Bf.reihe bis 1254 (Germania Sacra NF 1), 1962, S. 51-55;
    F. Prinz, Klerus u. Krieg im frühen MA, Unterss. z. Rolle d. Kirche b. Aufbau d. Kg.herrschaft, 1971, S. 142;
    K. Lindner. Unterss. z. Frühgesch. d. Bm. Würzburg u. d. Würzburger Raumes, 1972, S. 235-39;
    Unterfränk. Gesch., hg. v. P. Kolb u. E.-G. Krenig, I, 21990, S. 164 f., S. 195-98.

  • Autor/in

    Helmut Flachenecker
  • Empfohlene Zitierweise

    Flachenecker, Helmut, "Rudolf" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 192 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd123676770.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA