Lebensdaten
um 1350 oder 1360 bis 1419
Geburtsort
Einsingen bei Ulm oder Oberensingen bei Nürtingen
Sterbeort
Straßburg
Beruf/Funktion
Baumeister
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 122004884 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Ulrich von Ensingen (von ist kein Adelsprädikat)
  • von Ensingen, Ulrich (von ist kein Adelsprädikat)
  • Ensinger, Ulrich (in der ADB)
  • mehr

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Zitierweise

Ensingen, Ulrich von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd122004884.html [04.07.2020].

CC0

  • Genealogie

    N. N.;
    3 S, 2 T, Caspar ( 1429/30), Geselle in Straßburg, 1427 am Ulmer Münster tätig, 1429 dort Kirchenmeister, Matthäus s. (2), Matthias ( 1438), 1427-30 Geselle in Ulm, Mitarbeiter s. B Matthäus in Bern, 1436-38 Parlier an der Frauenkirche in Eßlingen; Anna (tot 1429, Hans Kun, Münsterbaumeister, Nachfolger Ensingens), 1417 unter den Ulmer Steinmetzgesellen erwähnt;
    E Vinzenz s. (4), Moritz s. (3).

  • Leben

    Die erste urkundliche Erwähnung Ensingens ist seine Bewerbung um Anstellung am Mailänder Dombau. Er trat dies Amt jedoch nicht an, sondern schloß 1392 einen Vertrag auf 5 Jahre mit der Stadt Ulm als Meister am Bau der Pfarrkirche (später „Münster“). Nach Ablauf der Frist Verlängerung des Vertrages auf Lebenszeit. 1394/95 hielt er sich etwa 5 Monate als Werkmeister des Domes in Mailand auf. 1399 wurde er als Baumeister an den Straßburger Münsterbau berufen, den er zu dem Ulmer übernahm. Er siedelte nach Straßburg über und blieb dort bis zu seinem Tode ansässig. Etwa zu dieser Zeit übertrug ihm die Stadt Eßlingen den Bau der Frauenkirche; bei dem 1409 nach Pforzheim zum Aufbau des Maria-Magdalenen-Klosters berufenen Baumeister handelt es sich vermutlich auch um Ensingen; 1414 hielt er sich einige Zeit in Basel als Gutachter für den Münsterbau auf und lieferte den Entwurf für den Georgsturm. – Ensingen fand überall begonnene oder fast vollendete Bauten vor, es sind jeweils nur Teile des Planes auf ihn zurückzuführen; er erlebte in keinem Fall die Vollendung der Bauten, die von späteren Generationen nach veränderten oder neuen Plänen zu Ende geführt wurden. Anhaltspunkte für die Fixierung der unter seiner Leitung entstandenen Bauteile bietet sein häufig angebrachtes, mit seinem Siegel spiegelbildlich übereinstimmendes Meisterzeichen. – Ensingens Werk zeigt deutlich seine schöpferische Selbständigkeit, aber auch seine Vertrautheit mit der Kunst der Parler, von der er sich jedoch bereits durch die Ulmer Planänderung löst und deren Nachfolge er und seine Nachkommen antreten. Über seine künstlerischen Absichten gibt der erhaltene Ulmer Turmriß (Ulm, Stadtbibliothek) Auskunft, der einzige von seiner Hand bekannte Entwurf.

  • Werke

    Weitere W Ulm: Weiterführung d. Chortürme, Planänderung d. Langhauses (Basilika statt Halle) u. Errichtung d. Mauerwerks bis etwa zu halber Höhe, Entwurf d. Turmes u. d. Vorhalle u. Beginn d. Ausführung, Erbauung d. Bessererkapelle; – Eßlingen: Frauenkirche, Erbauung d. 3 westl. Langhausjoche, Entwurf d. Westabschlusses mit eingezogenem Turm entsprechend Ulm u. Ausführung d. untersten Turmgeschosses; Basel: Entwurf z. Nordturm d. Münsters (Georgsturm): Straßburg: Münster, Abschluß d. Turmunterbaues mit e. Balustrade, von dort ansetzend Oktogon mit Treppenschnecken.

  • Literatur

    O. Kletzl, Das Frühwerk U. v. E., in: Architectura 1, 1933, S. 170;
    ders., Planfragmente aus d. dt. Dombauhütte zu Prag in Stuttgart u. Ulm, 1939;
    H. Siebenhüner, Dt. Künstler am Mailänder Dom, 1944;
    A. Kaufmann-Hagenbach, Die Basler Plastik d. 15. u. frühen 16. Jh., 1952.

  • Autor/in

    Roswitha Beyer
  • Empfohlene Zitierweise

    Beyer, Roswitha, "Ensingen, Ulrich von" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 537-538 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd122004884.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA