Lebensdaten
geboren um 1360 , erwähnt 1392
Geburtsort
Schwäbisch Gmünd
Beruf/Funktion
Werkmeister
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 122004787 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Heinrich der Jüngere
  • Heinrich Parler
  • Heinrich Parler der Jüngere
  • mehr

Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Parler, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd122004787.html [24.01.2019].

CC0

  • Leben

    P. wird in der Kirchenpflegerabrechnung vom April 1387 als Werkmeister des Ulmer Münsters genannt. 1391 verließ er Ulm, weil er sich in Mailand am Dom verpflichtet hatte, konnte sich aber an dieser Bauhütte ebenso wenig durchsetzen wie andere deutsche Werkmeister und wurde im Mai 1392 wieder entlassen. Danach verliert sich seine Spur in Oberitalien. In den Mailänder Akten wird er u. a. „magister henricus de Ulma“, „Enricus da Gamondia“ und „Henricus de Gamundia“ genannt. Da sich aus seiner Mailänder Zeit keine ihm zuzuweisenden Arbeiten erhalten haben, ist man allein auf seine Ulmer Tätigkeit angewiesen. Unter seiner Leitung wurde das Langhaus vom fünften bis zum achten Joch errichtet (das dann von Ulrich von Ensingen eingewölbt wurde). Besonders qualitätvoll ist die Skulptur dieses Abschnittes. Dies ist an den ausdrucksstarken Figuren des Genesistympanons im Westportal ebenso zu belegen wie an den Konsolfiguren des sogenannten Reisnadelmeisters, eines offenbar besonders begabten Hüttenmitarbeiters. Sie sind einerseits mit der Büste des Schnütgenmuseums, andererseits auch mit der zeitgenössischen Prager Skulptur nahe verwandt. P.s in Grundzügen erkennbare Biographie zeigt, wie eng die familiären und künstlerischen Beziehungen der Parler waren. P. gehörte wohl der Generation der Söhne Peter Parlers, Wenzel und Johann an, wurde wohl in Schwäbisch Gmünd geboren und dort auch ausgebildet, erhielt aber offenbar seine künstlerische Prägung im wesentlichen in der Prager Bauhütte unter Peter Parler. Als er alt genug für eine eigene Tätigkeit war, wurde ihm die Leitung der Ulmer Baustelle übertragen, die schon zuvor in der Hand parlerischer Meister gewesen war.

  • Literatur

    R. Wortmann, Hallenplan u. Basilikabau d. Parier in Ulm, in: 600 J. Ulmer Münster, Forsch, z. Gesch. d. Stadt Ulm 19, 1977, S. 101-25.

  • Autor/in

    Barbara Schock-Werner
  • Empfohlene Zitierweise

    Schock-Werner, Barbara, "Parler, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 74 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd122004787.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA