Wussow, Klausjürgen

Dates of Life
1929 – 2007
Place of birth
Cammin (Pommern)
Place of death
Rüdersdorf bei Berlin
Occupation
Schauspieler ; Synchronsprecher ; Musiker
Religious Denomination
-
Authority Data
GND: 119468670 | OGND | VIAF: 56809297
Alternate Names

  • Wussow, Klausjürgen
  • Wussow, Klaus Jürgen

Linked Services

Relations

Places

Map Icons
Marker Geburtsort Place of birth
Marker Wirkungsort Place of activity
Marker Sterbeort Place of death
Marker Begräbnisort Place of interment

Localized places could be overlay each other depending on the zoo m level. In this case the shadow of the symbol is darker and the individual place symbols will fold up by clicking upon. A click on an individual place symbol opens a popup providing a link to search for other references to this place in the database.

Citation

Wussow, Klausjürgen, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119468670.html [03.01.2026].

CC0

  • Wussow, Klausjürgen

    | Schauspieler, Synchronsprecher, * 30.4.1929 Cammin (Pommern), † 19.6.2007 Rüdersdorf bei Berlin, ⚰Berlin Westend, Friedhof Heerstraße.

  • Genealogy

    V Max (1899–1939 ⚔), Lehrer an d. ev. Volksschule in C., Kantor;
    M Edith N. N. ( n. 1985);
    B Horst (* 1923?), Oberreg.rat in Düsseldorf, Rüdiger (* 1939), Wolf-Dieter (* 1939);
    1) 1951 1960 Jolande |(1927–2015), Schausp., T des Günter Curt Franz (1898–1962), aus Charlottenburg, Rechtsanwalt, Notar in Berlin und der Oda Schmitt (1898–1978), aus Kassel, 2) 1960 1991 Ida Krottendorf(f) (eigtl. Krottendorfer) (1927–98), aus Ebreichsdorf (Niederösterr.), Schausp. (s. L), 3) 1992 2003 Yvonne (1955–2006), aus Bonn, Journ., Schriftst., T d. Joseph Viehöver (1925–1973), Journ., 1949 Pressesprecher d. DGB, Leiter d. Soz.pol. Referats im Bundespresseamt, 1958 b. Saarländ. Rundfunk, 1961 b. Dtld.funk, 1965 Progr.dir. b. ZDF (s. Munzinger), 4) 2004 Sabine Arndt (* um 1958), Wwe d. Gustav (Bubi) Scholz (1930–2000), Boxsportler, mehrfacher Dt. Meister u. Europameister verschiedener Gewichtsklassen, Kaufm. (s. NDB 23);
    1 T aus 1) Konstanze W.-Marko (* 1954), 1 S aus 2) Alexander (Sascha) (* 1964, Andrea Mostler, * um 1974, Managerin), Schausp., Maler (s. L), 1 T aus 2) Barbara (* 1961, Albert Fortell, eigtl. Adalbert Fortelni, * 1952, Schausp.), Schausp. (s. L), 1 S aus 3) Benjamin (* 1993, Ale Herrera Quesada), christl. Missionar.

  • Biography

    Kurz vor Ende des 2. Weltkriegs noch als Soldat eingezogen, wuchs W. nach dem Krieg in Lünen, ab 1946 in Waren (Meckl.) auf, wo er seine schulische Ausbildung auf dem Gymnasium fortsetzte. Seine Weigerung, in die FDJ einzutreten, verhinderte das Abitur und ein angestrebtes Medizinstudium. 1947 debütierte er an der Volksbühne Schwerin in der Rolle des Rolf in Friedrich Wolfs (1888–1953) „Professor Mamlock“; 1948 zog er nach Berlin, wo er die Schauspielschule des Hebbel-Theaters besuchte. Bereits vor seiner Ausbildung umfaßte W.s Repertoire 14 Rollen, zu denen auch sein Einsatz in Operetten zählte. 1949/50 erhielt er sein erstes Engagement am Theater am Schiffbauerdamm und kam Anfang der 1950er Jahre an die Städt. Bühnen in Frankfurt/M. Als weitere Stationen folgten München (Residenztheater), Köln, Zürich (Schauspielhaus) und Düsseldorf (Schauspielhaus). Ab 1964 war W. am Wiener Burgtheater engagiert, wo er für seine Auftritte im Fernsehen in den 1980er Jahren freigestellt wurde. Seine Interpretation des Horatio in|„Hamlet“ 1984–86 blieb seine letzte Rolle an der Burg.

    In den späten 1950er Jahren trat W. erstmals auch in Film und Fernsehen auf. Nach seinem Debüt 1958 in Werner Klinglers (1903–1972) Kriegsfilm „Blitzmädels an die Front“ spielte er v. a. in Unterhaltungsfilmen (u. a. den populären Edgar-Wallace-Verfilmungen der frühen 1960er Jahre). Abseits des Theaters wie auch des Kinos erlangte W. die Aufmerksamkeit der breiten Öffentlichkeit insbesondere durch seine Fernseharbeiten. Bereits in den 1960er Jahren war er für das ZDF tätig und wurde in den 1970ern mit Fernsehserien wie „Der Kurier der Kaiserin“ (1970–71, 26 Episoden) oder „Sergeant Berry“ (1974–1975) zu einem bekannten Fernsehschauspieler. In der Folge um sein Image als seriöser Theaterschauspieler besorgt, stieg W. jedoch nach der ersten Staffel wieder aus der Serie „Sergeant Berry“ aus. Erst 1985 übernahm er die Rolle des Prof. Klaus Brinkmann in der ZDF-Serie „Die Schwarzwaldklinik“ (70 Episoden bis 1989), die ihm mit durchschnittlich 25 Mio. Zuschauern pro Sendung (inter-)nationale Berühmtheit einbrachte. Neben W. spielten auch seine Kinder aus zweiter Ehe, Barbara und Alexander, in der Serie mit. Der Erfolg der „Schwarzwaldklinik“ unterstützte die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten (hier das ZDF) in ihrem Bestreben, ein Gegengewicht zur Konkurrenz eingekaufter US-amerik. Serien wie auch zu den aufstrebenden privaten Anbietern zu etablieren. 2005, knapp zwei Jahre vor seinem Tod, kehrte W. zum 20jährigen Jubiläum der Serie für zwei Specials in seine Paraderolle zurück („Die Schwarzwaldklinik–Die nächste Generation“, „Die Schwarzwaldklinik–Neue Zeiten“). Der Darstellung des Arztes auch in den 1990er Jahren in „Klinik unter Palmen“ (ARD, 1996–2003, 23 Folgen) treu bleibend, verschmolz W. mehr und mehr mit seiner Rolle (vgl. sein Buch „Mein Leben als Chefarzt Dr. Brinkmann von der Schwarzwaldklinik“, 1986) und agierte entsprechend in den parasozialen Interaktionen mit seinen Zuschauern und Fans. In den 1990er Jahren erlangte W. mit der Berichterstattung über sein Privatleben eine Dauerpräsenz in den Boulevardzeitungen und -magazinen. Zum Theater kehrte er nicht mehr zurück. Neben seiner professionellen Arbeit als Schauspieler, die auch eine rege Tätigkeit als Synchron- und Hörspielsprecher umfaßte, war W. als Maler und Schriftsteller, insbesondere als Lyriker tätig und stellte seine Werke in Lesungen und Ausstellungen einer interessierten Öffentlichkeit vor. An Demenz erkrankt, lebte er seit Juli 2006 in einem Pflegeheim in der Nähe von Berlin.

  • Awards

    |Ehrenstaatsbürger d. Rep. Österr. (1987?);
    Bambi „Fernsehserie National“ (1985, 1988 zurückgegeben);
    Silberne Kamera (2. Platz d. Hörzu-Leserwahl) mit Gaby Dohm als „Beliebtestes Serienpaar“ (1985);
    österr. Prof. (1987);
    Gr. BVK (1997).

  • Works

    |u. a. Theaterrollen: Don Carlos (F. Schiller, Don Carlos);
    Ferdinand (F. Schiller, Kabale u. Liebe);
    Karl Moor (F. Schiller, Die Räuber);
    Max Piccolomini (F. Schiller, Wallenstein);
    Macbeth (Shakespeare, Macbeth);
    Arturo Ui (B. Brecht, Der aufhaltsame Aufstieg d. Arturo Ui);
    Faust (J. W. Goethe, Faust);
    Mephisto (J. W. Goethe, Faust);
    Filmrollen/Kino: Arzt aus Leidenschaft, 1959;
    Endstation Rote Laterne/Blonde Mädchen f. Havanna;
    Der rote Kreis;
    Eine Frau fürs ganze Leben, alle 1960;
    Der grüne Bogenschütze;
    Das letzte Kap.;
    Im 6. Stock, alle 1961;
    Heißer Hafen Hongkong/Il segreto di Budda, 1962;
    Die Tote v. Beverly Hills, 1964;
    Monika u. d. Sechzehnjährigen, 1975;
    Der Bockerer, 1981;
    Bitte laßt d. Blumen leben, 1986;
    zahlr. Hörbücher;
    Schrr.: Mein Leben als Chefarzt Dr. Brinkmann v. d. Schwarzwaldklinik, 1986, 1989 (P);
    Prof. Brinkmann u. ich, Ansichten, Gedanken u. Erlebnisse d. beliebten Schauspielers, 1987, 1989 (P);
    Mein Leben als Chefarzt, Ansichten, Gedanken u. Erlebnisse d. beliebten Schausp., 1990 (enthält d. beiden o. g. Bücher v. 1986 u. 1987);
    Bitterer Kaffee, 1994.

  • Literature

    |M. Hairapetian, K. W., in: film-dienst 15, 2007, S. 18;
    M. Hanfeld, Den weißen Kittel legte er nie ab, K. W. ist tot, in: FAZ v. 20.6.2007 (P);
    C. Dössel, Der Chefarzt d. Nation, K. W. war Charakterdarst., bevor er mit seiner Rolle in d. „Schwarzwaldklinik“ TV-Gesch. schrieb, in: SZ v. 20.6.2007 (P);
    M. Kalle, Der Mann, der Prof. Brinkmann war, in: Die Zeit, Nr. 26 v. 21.6.2007;
    K. W., Sein Leben mit Ida Krottendorff, Erinnerungen v. Barbara Wussow u. Alexander Wussow, Mit e. Vorw. v. M. Schell u. W. Rademann, 2009 (P);
    K. Weniger, Das gr. Personenlex. d. Films, Bd. 8, 2001;
    Munzinger;
    Cine-Graph (ausführl. Verz. d. Filmrollen).

  • Author

    Tobias Haupts
  • Citation

    Haupts, Tobias, "Wussow, Klausjürgen" in: Neue Deutsche Biographie 28 (2024), S. 558-559 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119468670.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA