Birckenstock, Johann Melchior Edler von
- Lebensdaten
- 1738 – 1809
- Geburtsort
- Heiligenstadt im Eichsfeld
- Sterbeort
- Wien
- Beruf/Funktion
- österreichischer Beamter ; Staatsmann ; Schriftsteller ; Politiker ; Physiker
- Konfession
- katholisch
- Normdaten
- GND: 119462206 | OGND | VIAF: 59894734
- Namensvarianten
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- Birkenstock, Johann Melchior Edler von
- Birckenstock, Johann Melchior Edler von
- Birkenstock, Johann Melchior Edler von
- Birckenstock, Johann Melchior von
- Birkenstock, Johann M.
- Birkenstock, Johann M. von
- Birckenstock, Johann M. von
- Birckenstock, J. M. de
- Birckenstock, Melchior
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Birckenstock, Johann Melchior Edler von
österreichischer Beamter, * 11.5.1738 Heiligenstadt im Eichsfeld, † 30.10.1809 Wien. (katholisch)
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Genealogie
V Johann Konrad (1703–80, seit 1745 Reichsritter), Kaiserlicher Generalfiskal, S des Johann, Weingutsbesitzer in Erbach, und der Jeanette Schürmann;
M Maria Ursula (1706–71), T des kurtrierischen Kammerrats Güntzer;
⚭ Wien 1778 Karoline (deren Schw ⚭ →Josef von Sonnenfels, 1733–1817, Kameralist), T des Syndikus der Stadt Fulnek (Mähren) Martin von Hay und der Elisabeth Titz; 1 S;
T Antonie (⚭ Franz Brentano di Tremezzo, Schöffe und Senator in Frankfurt/Main, ältester Halb-B der Dichtergeschwister Brentano);
E →Maximiliane Brentano (⚭ Friedrich Freiherr von Blittersdorf, † 1861, badischer Staatsmann). -
Biographie
B. studierte in Erfurt und Göttingen und gehörte seit 1771 der Studien- und Zensur-Hofkommission an. Im Auftrage Maria Theresias bereiste er die deutschen Universitäten, worüber er einen der Reform des österreichischen Hochschulwesens dienenden Bericht erstattete. Als Leopold II. 1792 die Studien- und Zensur-Hofkommission auflöste und ihre Geschäfte dem Zentralreferat der Vereinigten Hofkanzlei übertrug, wurde B. einziger Referent. Als Referent der 1795 eingesetzten Studien-Revisions-Hofkommission, der auch sein Schwager Sonnenfels angehörte, unterbreitete er in den 1797 aufgenommenen Sitzungen „Vorschläge über die allgemeinen Grundsätze der Volkserziehung“, welche für die Geschichte der Pädagogik und für die Soziologie von hoher, bisher viel zu wenig beachteter Bedeutung sind. Nicht minder wichtig sind sein 1798 vorgelegter Entwurf über die Reform des Schul- und Studienwesens, in dem er u. a. „gymnastische Spiele und Übungen“, in welche er Fußmärsche, Bergbesteigungen, Ballspiele, Laufen, Ringen, Schwimmen und militärische Übungen einbezog, empfahl, und sein für die Geschichte der Zensur aufschlußreiches Gutachten von 1797 mit einem besonderen Teil „Über Buchhandel und Buchdruckerey und deren jetzige Gestalt in Wien“, worin er die Straßburger Ordnung von 1786 heranzog und das Wiener Licitationsinstitut mit den Leipziger Auktionen verglich. Als Zensor für außenpolitische Schriften hatte er dem dirigierenden Minister Bericht zu erstatten und bei den fremden Gesandten vorzusprechen, übte somit eine ähnliche Funktion aus, wie sie heute dem Pressereferenten des Ministeriums des Äußeren obliegt. - Das Ehepaar B. war mit Beethoven befreundet.
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Literatur
ADB III (unter Birkenstock);
A. Weiss, Die Entstehungsgesch. d. Volksschul-Planes v. 1804, Graz 1900;
K. Wotke, Drei Arbb. d. Frhr. v. B., Btrr. z. österr. Erziehungs- u. Schulgesch., H. 15, 1914, S. 157-88;
S. Adler, Die Unterrichtsverfassung Kaiser Leopolds II. u. d. finanzielle Fundierung d. österr. Universitäten nach d. Anträgen Martinis, 1917;
Uhlirz II, S. 470;
Wurzbach. -
Porträts
Stich v. Pichler, Bibl. Nat. Paris, Kupf.-Kab.
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Autor/in
Heinrich Benedikt -
Zitierweise
Benedikt, Heinrich, "Birckenstock, Johann Melchior Edler von" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 254 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119462206.html#ndbcontent