Lebensdaten
1846 bis 1925
Geburtsort
Großkarlowitz Kreis Grottkau (Oberschlesien)
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Genremaler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119119110 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Grützner, Eduard Theodor Ritter von
  • Grützner, Eduard von
  • Grützner, Eduard Theodor Ritter von

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Zitierweise

Grützner, Eduard von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119119110.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Bauer, Kirchenvorsteher;
    M N. N.; 6 Geschw.;
    Barbara Ling (* 1853, vor 1925);
    1 S, 1 T.

  • Leben

    Der katholische Pfarrer seiner Heimat, Fischer, der G. für das Gymnasium in Neisse vorbereitet hatte, vermittelte auch, daß er nach der Schulbildung mit Hilfe des Baumeisters Hirschberg, eines entfernten Verwandten in München, ab 1864 die dortige Kunstakademie als Schüler von H. Dyck, Hiltensperger, Strähuber, Anschütz und besonders von Piloty besuchen konnte. Im München Wilhelm Buschs und der Fliegenden Blätter sowie Karl Spitzwegs, den der fast ein Jahrzehnt Jüngere hoch verehrte und dessen Einfluß man in „Sepps Schnaderhüpfl“ und im „Vogelliebhaber“ (1893) spürt, entfaltete er sich als ein anderer Sittenschilderer. Seit 1886 war er Professor an der Münchener Akademie. Nach ersten Versuchen in der Monumentalmalerei mit 7 Deckengemälden, die freien Künste darstellend, für das Haus Hirschberg und nach Lösung von der Historienmalerei durch Schilderungen nach Shakespeares „Lustigen Weibern von Windsor“ und besonders nach Falstaff in „Heinrich IV.“ fand er in den Klöstern, vor allem in den Kellern der Klosterbrauereien Bayerns, wie in Kloster Andechs am Ammersee, in dieser Zeit der Trinkpoesie Viktor von Scheffels, die Gestalten für seine Gemälde: unter anderem „Bruder Kellermeister“, „Der Klosterschneider“, „Siesta im Kloster“, „In der Bibliothek“, „Rasiertag im Kloster“, „Ein lustiges Klostergeheimnis“. Die „Versuchung des heiligen Antonius“ mit der prallen, rothaarigen Schenkdirne und „der schlesische Zecher und der Teufel“ gehören in die Nachbarschaft der „Sieben Todsünden“, die ein ergreifender Totentanz sind. G. hatte Beziehungen zur Bühne und hat Bildnisse von Schauspielern, Musikern und Sängern gemalt (d'Andrade als Don Juan, Josefine Glöckner, Johann Strauß). In seinem Hause in München hinter dem Maximilianeum hat er, der ein regsamer Sammler von deutschen Kunstwerken der Gotik und Renaissance war, neben einem mit solchen Altertümern ausgestatteten Kirchenraum ein gotisches Kneipzimmer eingerichtet. In Rotholz am Inn besaß er einen Sommersitz. Auf der Rottenburg (Inn) und der Meersburg (Bodensee) hat er gern alte Burggelasse gezeichnet. Auf einem Fächer hat er sich selbst inmitten einer Reihe seiner Gestalten porträtiert.

  • Werke

    Weitere W u. a. Selbstbiogr., hrsg. v. Hugo Schmidt, 1922 (P: Selbstbildnis).

  • Literatur

    F. v. Boetticher, Malerwerke d. 19. Jh. I, 1891, S. 423-25;
    Das geistige Dtld. am Ende d. 19. Jh. I, 1898, S. 251;
    F. v. Ostini, G., 1902 (P);
    ThB.

  • Autor/in

    Heinrich J. Schmidt
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmidt, Heinrich J., "Grützner, Eduard von" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 207 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119119110.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA